Druckschrift 
8 (1830) O bis Q
Entstehung
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der 15. Buchstabe des deutschen Abc; unter den Selbstlautern der 4. Vorden irländischen Namen zeigt es eine adelige Abkunst an.

Oase (koptisch) hieß schon bei den Alten ein fruchtbarer Strich Landesmitten in einer Wüste. Solcher Inseln in den Sandmeeren, die dem Wandererdurch ihre Quellen und Brunnen Labung darbieten, gibt es in Nordafrika mehre.Sie bezeichnen den Weg, welchen die Natur dem Verkehre der Völker angewiesenhat; daher die Caravanen (s. d.) von jeher der Richtung solcher Straßen ge-folgt sind. In der Wüste Sahara gibt cs 32 quellenreiche, mit Datteln und Fa-cherpalmen beschattete Striche, wovon aber nur 20 bewohnt sind. In Ägyptenkennen wir 5 Oasen, von welchen die größere, El Karge, im Westen von Ober-ägypten, die eigentlich aus 3 durch wüste Zwischenräume getrennten Inseln besteht,aus dem Wege der Earavane von Darfur liegt. Die kleine, El Wa oder El Kas-sier genannt, der Sammelplatz der in den umliegenden Wüsten schwärmenden Ara-ber, ist erst durch Bclzoni etwas bekannter geworden, dann hat sie, sowie die Ge-gend von Siwah, Cailliaud untersucht. Browne (1792), Hornemann und Rennethalten Siwah für den Sitz des alten Ammonium (Orakel und Tempel des JupiterAmmon). Minutoli hat sie 1821 besucht und genau beschrieben. ,,Siwah, bis-her eine oligarchische Republik, gehorcht seit 1820 dem Pascha von Ägypten. Ed-monstone (lourne/ tu tbo Oases okllppsr Lg^pt", Lond. 1823) und Drovetti(in Eailliaud's Reise, von Jomard herausgcgeben, Paris 1822) haben die neuewestliche Oase Sakel beschrieben, wo sich eine mit Hieroglyphen bedeckte Tempel-ruine befindet.

Obductivn, in der gerichtlichen Arzneikunde so viel als die gerichtlich an-gestellte Leichenöffnung. (Vgl. Visum rep er tum.)

Obedte !1 z heißen in den kathol. Klöstern alle vom Vorgesetzten an die Un-tergebenen (obeiiientiaiü) zur Verwaltung ertheilten Ämter, daher z. B. Obe-dicnzpfarrcn.

Obelisk (o/Iklttrxm und o/?e).or, Spitzsaule). Die Obelisken gehörenzu den ältesten und einfachsten Denkmälern der ägyptischen Baukunst und sindhohe vierseitige Säulen, welche gegen die Spitze zu schmäler werden und in einerkleinen Pyramide endigen. Schon Herodot, am ausführlichsten aber Plinius,sprechen davon. Letzterer hält für den ersten Errichter von Obelisken den KönigMestphres oder Mestres von Theben, gibt aber nicht sein Zeitalter an, wie dennauch dieser König bei Herodot und Diodor nicht vorkommt. Wahrscheinlich wurdeder Anfang des Obcliskenbaues schon vor Moses gemacht, wenigstens ein paarJahrhunderte vor dem Trojanischen Kriege. Noch jetzt findet man mehre Obcliskein Aegypten: einen stehenden und einen uwgeworfenen zu Alexandrien zwischen derneuen Stadt und dem Leuchlthurm; einen zu Matarea, unter den Ruinen desalten Heliopolis; einen in der Landschaft Fajum, nahe bei dem alten Arsinoe; 8oder 10 unter den Ruinen von Theben; die zwei schönsten bei Luxor, am Eingängedes großen Tempels u. s. w. Die Obeliske sind meistens ohne das Fußgestell 50 150 und mehr Fuß hoch, und aus rothcm polirtcn Granit (Syenit), wenigespätere aus weißem Marmor und a. Steinarten. Unten, wo sie aufstehen, nehmenEo»v.-Lex. Siebente Aufl. Bd, VII!. 1 1