Druckschrift 
8 (1830) O bis Q
Entstehung
Seite
985
Einzelbild herunterladen
 

Quinquagesima Quintett 985

alter Ludwigs XIV. gezählt wird. Es gibt in der franz. Sprache nichts Zarteres,Zärtlicheres und Sinnreicheres als s. Arien und Liebesgespräche. Boileau und-seine Tadler schrieben den Beifall einzig der Musik Lully's zu, welche jedoch jetzt ver-gessen ist, während man Q.'s Verse noch immer mit Vergnügen liest. SeineAr-mide" (1686) und s.AtyS" sind in ihrer Art Meisterstücke. Q., der zugleich inden Geschäften des Lebens erfahren war, halte die Angelegenheiten eines Kauf-manns in Ordnung gebracht und heirathete nach dessen Tode die hinterlasseneWitwe desselben. Dadurch kam er in den Besitz eines ansehnlichen Vermögens undkaufte sich (1671) die Stelle eines Auditeurs in der Rechnenkammer (OKambre äe«uompt«,). Bald darauf trat er auch in die franz. Akademie, und in ihrem Namenbegrüßte er den König bei s. Rückkehr aus den Feldzügen von 1675 und 1677. ANSchmeichler desselben erscheint er in den Prologen s. Opern, und er wurde dafür mit.einer Pension belohnt. Eine gewisse Schwermuth, die wahrscheinlich durch Abnah-me s. Gesundheit erzeugt wurde, hinderte ihn, sein Glück vollkommen zu genießen..Seine theatralischen Arbeiten schienen ihn aus Bigotterie zu gereuen, und er be-schloß, den Überrest s. Kräfte zur Ehre Gottes und des Königs anzuwenden. Erfing ein Gedicht auf die Ausrottung des Protestantismus in Frankreich an, das je-doch s. Ruhm nur vermindert haben würde. Er starb 1688. Im Umgänge war erliebenswürdig, fein und zuvorkommend; er sprach und rccitirte angenehm. Außers. Theaterstücken schrieb er mehre gelegentliche Gedichte, unter denen sich einige aus-zeichnen. Seine sämmkl. Werke sind 1739 und 1778 in 5 Bdn. erschienen. Vordenselben findet sich s. Lebensbeschreibung.

Quinquagesima, der 50. Tag vor Ostern, d. h. der Sonntag vorFastnacht, auch Estomihi genannt.

Quinquennium, ein Zeitraum von 5 Zähren.

Quinte, 1) in der Musik ») ein Intervall von 5 Stufen, oder der 5. Tonvom Grundtone an aufwärts. Man unterscheidet 3 Arten der Quinte: die reineoder große, die verminderte oder kleine, und die übermäßige; die erste», welche 3ganze Töne und einen großen halben Ton enthält (z. B. c zu z), ist eine Conso-nanz, die letztem sind Dissonanzen. Die Fortschreitung gleicher Stimmen in rei-nen Quinten ist fehlerhaft und übelklingend, daher man diese Fortschreitung auchfalscheQuintennennt. Verdeckte Quinten, welche in gewissen Fällenauch zu vermeiden sind, sind solche, welche bei dem Fortschritten zweier Stimmenzu einer großen Quinte in gerader Bewegung entstehen, indem man den Raum

zwischen der Quinte und dem vorhergehenden Intervall ausfüllt, z. B. ^

b) Heißt Quinte bei dem Saiteninstrumente die schwächste Saite auf demselben,welche die höchsten Töne enthalt, auf der Violine die L - Saite. 2) Die 5. Classeeiner Schule, Quinta, daher ein Quintaner. 3) Im Piquet, eine Reihe von5 hintereinanderfolgenden Blättem, die, wenn sie von dem höchsten Blatte an-fängt, Quinte-Major heißt.

Quintencirkel heißt in der Theorie der Harmonie der Durchgang durchalle 12 harte und weiche Tonarten mittelst der Quinte, oder diejenige Folge derTonarten, vermöge welcher man sie von Quinte zu Quinte wie in einem Eirkeldurchläuft.

Quinterne, s. Lotterie.

Quintessenz (von guinta essentia, worunter die Ppthagoraer den Ätherverstanden), die durch chemische Kunst ausgezogene concentrirte und beste Krafteines Dinges, daher das Beste, der Kern einer Sache.

Quintett, ein Tonstück entweder für Instrumental- oder für Vokalmusik,wozu bei jenem 5 selbständige Jnstrumentalpartien, bei diesem 5 concertirendeSingstimmen (meisten- mit Instrumentalbegleitung) ersodert werden. Werden