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Quin Quinault
sind. Wahres und Falsches ist darin wunderlich vermengt; er fodcrt die sogen,reine Liebe, die sich ohne Furcht und Hoffnung, gleichgültig gegen Himmel undHölle, mit gänzlicher Selbstverleugnung auf Gott richtet, bloß weil dieser cs will.Das Fleisch muß dabei ganz abgetsdiet, jeder weltliche Gedanke entfernt, allesVertrauen auf eigne Kräfte bei guten Merken vernichtet, und die Seele in einenleidenden Zustand versetzt werden, bei dem ihre eigne Thätigkeit aufhört, und Gottallein in ihr wirkt. Dieser Zustand, der das Gemüth wesentlich mit Gott vereinigt,ist die Ruhe oder das unaufhörliche innere Gebet (die bleibende Richtung auf Gott),wobei man nichts wünscht, nichts von Gott bittet, sondern sich ihm ganz überläßtund am reinen Anschauen seines Wesens (Contemplation) begnügt. Wie seltennun auch die hier bezeichnete Ansicht des Quietismus in das Leben übcrgcgangensein mag, weil sic weder den Bedürfnissen der menschlichen Natur noch den Fede-rungen des gesellschaftlichen Zustandes entspricht, so ist sie doch in der Mystik derNeuern häufig wieder erschienen. Auch hat man den Ausdruck auf die religiöseAnsicht der indischen Brammen übergetragen, deren Streben dahin geht, durchUnterdrückung aller leiblichen und geistigen Bewegung in einen angeblich seligenZustand zu gelangen und mit Brama Eins zu werden. Siehe „Das Leben derFrau Guyon, von ihr selbst beschrieben, a. d. Franz, übers, von Frau H. v.Montcnglaut" (3 Lhle., Berlin 1826). L.
Quin (James), Schauspieler, 1693 zu London geb., der Sohn eines Ir-länders, welcher sich mit einer angeblichen Witwe verhcirathet hatte, deren ersterMann nach einer langen Abwesenheit zurückkam und sie zurückfoderte. Q. verlordadurch s. rechtmäßige Geburt und befand sich nach s. Vaters Tode, 1710, ohneVermögen. Die Noch führte ihn in einem Alter von 21 I. auf das Theater vonDublin. Ein Freund, der s. großes Talent erkannte, riech ihm, nach London zu ge-hen, wo er 1715 in die Gesellschaft von Drurylane trat. Von da ging er nach 2 I.zu Lincvln's-Jnn-Theater über, bei welchem er 17 I. blieb. Im Trauerspiele glänzteer in würdevollen und mannhaften Rollen, als Cato und Coriolan, im Lustspielein Rollen von beißender Laune, Humor, als Fallstaff, Volpone und SirJohn Brüte .Doch war eine gewisse Eintönigkeit in s. Spiele nicht zu verkennen; er recitirte inder damals beliebten pomphaften Manier. Sein reizbarer Charakter brachte ihnmehrmals in Mißhelligkeiten mit den Theaterunternehmern. Dabei war er der Ge-sellschaft uns den Tafelfreuden ergeben. Einen Beweis, daß er nicht ohne Edel-muth war, gab er dadurch, daß er dem Dichter Thomson, welcher wegen einerSchuldfodcrung verhaftet war, augenblicklich mit 100 Pfund aushalf. Beide wur-den dadurch die genauesten Freunde, und Thomson hat in s. „Oaetlo okimlolevoe"seinem edeln Befreier ein Beiden rühmliches Denkmal gesetzt. Garrick'S Erschei-nung machte das Publicum nach und nach gleichgültig gegen Q., welcher 1753der Bühne entsagte. Er lebre seitdem größtentheils zu Bath, wo er 1766 starb.Garrick, anfangs sein Nebenbuhler, ward später s. Freund.
Quinault (Philipps), der ausgezeichnetste Operndichter der Franzosen,geb. 1635 in einer Gchauspielerfamilie, erhielt eine nicht eben sorgfältige Erziehung.Die Anweisung abgerechnet, welche ihm Tristan l'Hermite in der Verskunst gab,verdankte er s. Geistesbildung allein s. eignen Fleiße und Talente. Noch vor s. 20.I. brachte er einige Schauspiele auf die Bühne und fuhr mehre Jahre mit drama-tischen Arbeiten fort, welche ziemlich allgemeinen Beifall fanden. Aber eben dieserBeifall machte bei dem Ungeschmacke, der in ihnen herrscht, Boileau's Satyre rege,der ihn mit so vieler Bitterkeit angriff, daß er endlich s. eignen Rufe dadurch zuschaden schien. Denn Q., der das Trauerspiel, für welches er sich nicht geeignetfühlte, aufgab, verband sich mit Lully für die Oper, und entwickelte in der lyrisch-musikalischen Poesie eine solche Meisterschaft, daß er alle s. Nebenbuhler übertrafrrnd von den besten Kunstrichter» zu den ausgezeichneten Männern aus dem Zeit-