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8 (1830) O bis Q
Entstehung
Seite
974
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674 Quecksilber Quecksilbermittel

ments und des Appellationsgerichts. Als der Stapelplatz für alle canadische Maa-ren, treibt sie wichtige Handlung und Schifffahrt, und in ihrem sichern Hafen kön-nen 100 Schiffe sicher liegen. Eine Menge Land-, Garten- und Lusthauser bildendie nächste Umgebung. Auch sind in der Gegend 2 herrliche Wasserfälle, der desMontmorcncyflusscs, der in der Breite von 50 F. 220 F. hoch herabstürzt und ineinen weißen Dunst zerstiebt, und der des la Chaudiöre, der in einer Breite von230 F. 100 F. hoch herabstürzt. Unweit Q. ist die berühmte Adams-Ebene, woder brit. General Wolf am 13. Sept. 1759 siegend starb.

Quecksilber oder Mercur. Dieses Metall findet sich in der Naturtheils geschwefelt, theils mit Thon verbunden, jedoch sind nur das gediegene Queck-silber und der Zinnober oder das geschwefelle Quecksilber als eigentliche Quecksilber-erze zu betrachten. Das gediegeneQuecksilberist zinnweiß, metallisch glän-zend, undurchsichtig, flüssig, kommt in Tropfen vor, hat 1215faches spec. Ge-wicht. Der Zinnober ist cochcnillroth, ins Bleigraue fallend, das Pulver schar-lachroth, hat Diamantglanz und ist durchscheinend. Es kommt in Nhomboödernmit abgestumpften Endspitzen vor, ist weich, und sein spec. Gewicht ist6 bis 8.Es besteht aus 4 Quecksilber und 4 Schwefel. Man findet den Zinnober und mitihm zuweilen das gediegene Quecksilber in Ungarn, Aweibrückcn, Almaden in Spa-nien, zu Jdria in Krain, Mexico und Peru. Das Quecksilber ist das einzigeMetall, welches sich gewöhnlich im flüssigen Zustande befindet, indem es erst bei 40° R. erstarrt und ein geschmeidiges, hämmerbares Metall dacstellt. Wird esan der Luft lange geschüttelt, so verwandelt es sich in einen grauen oder schwarzenStaub, welcher in der Hitze schön roth wird. Man kennt ein schwarzes Quecksilber-oxydul und ein rothes Oxyd, die sich beide in der Glühhitze reduciren. Mit demSchwefel verbindet sich das Quecksilber sehr leicht; die Verbindung erscheint zunächstals eine schwarze Masse (mineralischer Mohr), verwandelt sich jedoch durch Subli-mation in verschlossenen Gefäßen in eine hochrothe strahlige Substanz, den Zinno-b e r. Mit den Metallen, zumal den leichtflüssigern, verbindet sich das Quecksilbersehr leicht zu den sogen. Amalgamen. Es sind zweierlei verschiedene Arten derZugutemachung der Quecksilbererze gebräuchlich. Die crstere Gewinnungsact ist zuZdria in Krain und zu Almaden in Spanien gebräuchlich, woselbst die Erze in hohen,oben geschlossenen (Schacht-) Öfen, auf einem durchlöcherten Gewölbe, durch einunter demselben brennendes Feuer behandelt werden. Unter der Kappe des Ofensbefindet sich die Abzugsöffnung oder die Mündung des gemauerten Ableitungsca-nals, durch welchen die Quecksilberdämpfe in die Verdichtungskammern gelangen,deren gewöhnlich mehre mit einander verbunden sind. Zu Almaden bediente mansich ehemals statt der Ableitungscanäle der sogen. Aludcln, bauchiger, aus Thon ge-fertigter Gefäße mit 2 Öffnungen, welche reihenweise mit einander verbunden wur-den, sodaß die erste Aludel mit dem Ofen, die letzte mit der Wcrdichtungskammercommunicirte. Weit vollkommener ist di- andre in Zweibrücker» und Böhmen ge-bräuchliche Gewinnungsart. Die Erze werden in großen eisernen Retorten oder Cy-lindern, deren oft 40 in einem Galeerenofen liegen, geglüht, und das sublimirteMetall in thönernen Vorlagen aufgefangen. Die Benutzung des Quecksilbers istsehr ausgedehnt. Es dient in der Heilkunde, zur Amalgamation, zur Anfertigungvon Baro-und Thermometern, zur Vergoldung, zur Spiegclfolie rc.

Quecksilber mittel sind die verschiedenen Bereitungen aus dem Queck-silber, welche in der Medicin als Heilmittel, äußerlich oder innerlich, angewendetwerden. Die Wirksamkeit des Quecksilbers auf den Körper beruht aus der Verbin-dung dieses Metalls mit dem Qxygen oder mit Säuren. Je inniger diese Verbin-dung, je reichlicher das Quecksilber mit Oxygen oder Säure gesättigt ist, desto schnel-ler, cindringender und zerstörender ist die Wirkung desselben. Wir zählen unter denmannigfaltigen Zubereitungen dieser Mittel hier nur diejenigen auf, welche noch