Quatremere-dc-Quincy Quebeck 97Z
M. — Nachdem Wellington den Ausgang der Schlacht bei Ligny erfuhr, zog er sicham Vormittag des 17. von Quatre - bras zurück, Napoleon ihm nach. 5.
Qu atr cmere-de-Quincy (Antoine Chrysostome), Mitglied der pa-riser Akademie der Inschriften und Red. des „lournal deo «svem»" für die Abthei-lnng der schönen Künste, vormals Rath beim Gerichtshöfe des Chütelet in Paris,war Abgeordneter von Paris bei der gesetzgebenden Versammlung, dachle gemäßigtund verfocht die monarchische Verfassung. Er überlebte die Ächtungen und wardaus Abscheu vor den Terroristen einer der Anführer des Aufstandes vom 13. Venve-miaire (1795), welchen Bonaparte beim Antritte seiner Laufbahn bekämpfte. Den18. Oct. 1795 ward er als Miturheber jenes Aufstandes durch ein Militairgerichtzum Tode verurthrilt, entfloh aber, und nachdem 1798, unter veränderten Umstän-den, eine Jury erklärt hatte, daß 1795 gar kein Aufstand gewesen sei, erschien er wie-der öffentlich und ward 1797 Abgeordneter des Scinedepart. bei der gesetzgebendenVersammlung und beim Rache der 500. Aber s. Grundsätze trieben ihn zu der Par-tei Clichy; so ward er in die Ächtung des 18. Fructidor begriffen, entging aber dochder Deportation nach Cayenne und wurde nach dem 18. Brumaire zurückberufen.Ec ward nun Mitglied und Secretair des allgemeinen Raths des Scinedepart. undwurde wegen seines von der Akab. der Inschriften 1783 gekrönten „Uemoire 8,rrI'etat de I'irrviiiteeture ober los klMitieno eie." u. a. Schriften in das Institutausgenommen. Nach Denon's Abdankung ward er von Ludwig XVM. einstweilenzum Generaldirectoc des Museums des Louvre ernannt, bis späterhin der GrafFor-din diese Stelle erhielt. Er schrieb 1314 das Werk: „Oelupiter vI^i»pien"(Fol);1823 „blosais 8ur la naturv, le but et les mv/en8 äs Limitation dano les beaurcsrt»", 1824 „Hist. de la vie et d«8 ouvra^e8 de kakael", 1829 ,Mvnumen8 etouvra^ea d'art antigue reotituöo d'apre8 Ie8 deooriptiono d«8 eeiivaina ^reesst Iatin.8" (2 Bde., 4., m. Kpf), und „1l!8t. de la vie et de8 ouvraA«8 ds8 plu8eelebreü arvliitevteo de 1050 a 1800" (2 Bde., m. 47 Kpfrn). — Sein Bru-der Quatremöre-Disjonval (Denis Bernard), geh. zu Paris den4.Aug.1754, berühmt durch s. Preisschrist „Ilxamen eliiwigue de I'iodixo" (1777) unddurch s. „Vecouvvrte de8 8S>8 triple8" (1784), wurde Mitglied der Akademie,diente unter den holländ. Patrioten, wurde gefangen, beobachtete die Spinnen,woraus s. „/IraneoloAie" (1797) entstand, und zeichnete sich auch durch mehresinnreiche Modelle zu mechanischen Vorrichtungen aus.
Quatuordecimaner, s. Sekten.
Quebeck, britisches Gouvernement, welches Ost- oder Niedercanada (6800sJM., 623,000 Einw.) umfaßt, das 1763 von Frankreich an England abgetretenwurde. Die Volksmenge wächst durch Einwanderer aus Europa. Im Jahre1829 landeten in Q. an 18,060 Ausgewanderte, darunter 10,060Irländer, 3500Engländer und 2500 Schotten. Die 1608 gegründete Hauplst. gl. N., die wich-tigste aller britischen Städte in Nordamerika, liegt reizend an dem linken Ufer deshier eine Stunde breiten St.-Lorenzstromes, der den St.-Charlesfluß aufnimmt,und an dem 350 F. hohen Diamantenvorgebirge. Dem südlichen, noch dicht mithohen Bäumen bekleideten Ufer geben die vielen Baien und Vorgebirge ein roman-tisches Ansehen, und auf dem nördlichen stehen die Häuser, so weit das Auge reicht,so dicht, daß die ganze Strecke nur Ein Dorf zu sein scheint. Q. ist stark befestigt,wird auch durch eine Citadclle beschützt und hat 5 Kirchen, 4 Klöster, eine kath. Uni-versität, einen kath. u. einen anglikan. Bischof, ein Zeughaus, 2100 H. u. 18,000Einw., worunter ^ Abkömmlinge der Fcanwsen sind. In der Unterstadt wohnendis meisten Kaufleute; auf einer steilen Anhöhe liegt die Oberstadt, dahin man aufStufen kommt, welche in den Felsen gehauen sind. Diese hat prächtige Häuser vonSteinen und ein ins Viereck gebautes Schloß, worin der Gouverneur wohnt, der zu-gleich Oberstatthalter des britischen Nordamerika ist. Q. ist der Sitz des Parla-