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8 (1830) O bis Q
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.Quecksilbcrnmtel

fetzt merkwürdig oder in der Hei'lkunst wichtig sind. Die mildern Mittel sind diejeni-gen, welche, bloß durch den Zutritt des Sauerstoffs des metallischen Lebens beraubt,als Metallkalke erscheinen und für sich allein, oder mit andern Körpern verbunden,angewendet werden. Die Verkalkung (Tödtung) des Quecksilbers geht schon durchbloßes Reiben oder Schütteln desselben vor sich, da das Oxygen aus der atmosphä-rischen Luft hinzutritt. So entsteht der unvollkommene Quecksilbcrmohr (»etblop»mereurii per so), der als ein grauer Staub sich darstellt; mit Krebssteinen so langegerieben, bis ein gleichförmiges schwarzes Pulver entsteht, gibt er den beinahe zuerstvon den alten Ärzten (s. unten) gebrauchten merrmriu» Icalisatus; mit Zucker ge-rieben, den Auckermohr, inerouriu« 8 . aetbiopa 8»obaratu8 ; metallisches Quecksilbermit arabischem Gummi, etwas Zucker und Wasser abgerieben, ist das Mittel, wel-

ches Plenk erfand und sich dessen häufig bediente (merourlu» zuininorun klenirii».Quecksilber mit Terpenthin gerieben bis zur Verkalkung des erstem, gibt nun, unterf verschiedenen Beimischungen von Fett oder von a. Pflastern, die Quecksilberpflasterl (nnAuentuin ineieuriale uoapolitanum). Wird das Quecksilber mit Schwe-'! fel gerieben, so entsteht ebenfalls ein unvollkommener schwarzer Kalk, der minerali-sche Mohr (aetbiopr minersli«), welcher häufig gebraucht wird. Alle diese unvoll-^ kommenen Kalke sind nicht in Wasser, in allen Säuren aber sehr leicht auflöslich.

Auch der Speichel und Magensaft, und wie die Erfolge beweisen, auch die lymphati-, schen Flüssigkeiten des thierischen und menschlichen Körpers müssen eine auflösende! Gewalt über sie ausüben. Sie wirken zwar gelinder als die Quecksilbersalze, dochimmer etwas unsicher, weil der Grad der Verkalkung zu schwankend und von derBereitungsart abhängig ist; daher die meisten Arzneien dieser Classe veraltet sind.Einige davon bleiben indessen, eben wegen ihrer mildern Wirkung, immer schätzbar,nur müssen sic genau bearbeitet werden. Unter den mit Säure verbundenen Queck-silbcrmittcln und den daraus wieder hergcnommenen Bereitungen sind die mit Sal-petersäure und die mit Salzsäure verbundenen Mercurialsalze die gebräuchlichsten.Die Auflösung des Quecksilbers in verdünnter Salpetersäure, wobei alle Wärmevermieden werden muß, gibt eine wasserhelle, sehr scharfe und ätzende Flüssigkeit(roliitio rnereurii nitrata, oder inereurius nitrosns 8sIIe), ein schon altes Mittel,welches die ältern Ärzte jedoch nach verschiedenen Zubereitungen gebrauchten. Wirddie Flüssigkeit gelind abgedampft, so schießen Salzkrpstalle an, welche Quecksilber-salpcter heißen (inorourina nitrom»). Dieses Mittel wurde seiner heftigen Wirkungwegen nur wenig und sehr furchtsam innerlich, meistens nur in Auflösungen äußer-lich gebraucht. Die Erfahrung hat indessen gelehrt, daß es unter die wirksamstenQuecksilbermittel gehört und bei gehöriger Vorsicht auch innerlich angcwendet werdenkann. Wird von dem Queckstlbersalpeter durch die Gewalt des Feuers die Salpeter-säure wieder abgetrieben, so bleibt ein glänzend rothes Pulver zurück, welches aus voll-kommenem Quccksilberkalk und noch einigem Anthcil von Salpetersäure besteht und(mit Unrecht) rother Quecksilberniederschlag, rother Präcipitat (mervnriua prae-oipitatn8 ruber) genannt wird. Es ist ein ätzendes heftiges Mittel, welches äußer-lich zum Wegbeizcn von Geschwülsten, Auswüchsen, zur Reinigung venerischer Ge-schwüre gebraucht wird, dessen innerliche Anwendung aber man erst neuerlich mitgroßer Behutsamkeit in hartnäckigen venerischen Übeln gewagt hat. Wird hingegendie Salpetersäure aus der Verbindung mit dem Quecksilber durch das flüchtige Lau-gensalz weggenommen, so entsteht ein Niederschlag, der erst schwarz, dann grau,zuletzt weiß auSsällt: Black's aschgrauer Quecksilberkalk (merourius einereu»jjlacllii). Setzt man das flüchtige Laugensal; nur so langt zu, als der NiederschlagIchwarz erscheint, und sammelt diesen besonders, so ist dies der schwarze Quecksilber-kalk (i»ereiiri»8 8olubili8 blakineinanai). Hahnemann gab dessen Zubereitungzuerst in einer sehr umständlichen und kostspieligen Methode an, die aber nachhervon Göttling vereinfacht worden ist. Beide Mittel sind nichts Andres als nnvoli-