Druckschrift 
8 (1830) O bis Q
Entstehung
Seite
969
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Quasnnsdogemti Quatember 889

steine benutzt werden, als: Bergkrystall, die durchsichtigen oder halbdurchsich-ligen, farblosen oder reingelb, graulichweiß und rauchgrau gefärbten Abänderungen,welche sich theils in Krystallen von Linien bis mehre Fuß Durchmesser, theils inGeschieben finden. Die prächtigsten Varietäten kommen aus Madagaskar und ansden Urgrbirgen von Wallis und Savoyen, welche riesenhafte Drusen, die soge-nannten Krystallkeller, verschließen. Auch aus Sachsen, Frankreich, England, Un-garn rc. sind schöne Bergkcystalle bekannt. Die ganz wasserhellen heißen bisweilenoccidcntalische Diamanten, die rauchgrauen Rauchtopase, oder,wennsic sehr dunkel sind, Morion; die hyazinthrothcn Hyazinthen von Comp o-stella; die gelben Citrine; und diejenigen, welche haarförmige Krystalle vonandern Mineralien eingcschlossen enthalten, Haarsteine. Der Bergkrystall warehedem in weit größerem Gebrauche als jetzt, da die Glaswaaren so vollkommengeliefert werden, sodaß sich gegenwärtig seineBenutzung meist auf Petschafte, Gem-men u. a. kleine Bijouterien einschränkt. Man schleift ihn in ovale Platten, linsen-förmig , oder als Brillant, Rosette und Tafelstein, zu Petschaften aber meist alsdreiseitiges Prisma (die sogenannten Walzen). Manche Bergkrystalle enthaltenWaffcrtropfen und Luftblasen eingeschlossen. Der Amethyst ist violblau, insbläulich- und röthlich-weiße geneigt, ist selten gleichmäßig gefärbt, meist wolkig undfleckig mit Aickzackstreifung, findet sich krystallisirt auf Gängen im Urgebirge oderin Blasenräumen der Mandelsteine, auch in kleinen Geschieben. Die schönstenkommen von Ceylon, Ostindien, Sibirien, aus Sachsen und der Pfalz. Er istein wegen seiner Farbe sehr beliebter Edelstein und wird um so höher geschätzt, jedurchsichtiger, reiner und hochfarbiger er ist. Rosenquarzist eine rosenrothe,Milchquarz eine milchweiße, halb durchsichtige oder stark durchscheinende, derbeVarietät des Quarzes, von muschligem oder unebenem Bruche. Jener findet sicham Hörl- und Harlachbcrge in Baiern, in Kolywan, in Sibirien und Arendal inNorwegen, dieser bei Hohenstein in Sachsen und in Spanien. Katzenauge,ein Quarz, dem seine Fasern von Amianth eingemengt find, wodurch der charak-teristische Lichtschein hervorgebracht wird, ist grau, grünlich, röthlich und bräun-lich, findet sich selten derb, sondern meist in kleinen Geschieben. Die schönstenKatzenaugen kommen von Malabar und Ceylon, andre vom Harz und Fichtelge-birge. Sic werden halbkugelförmig geschliffen und als Ringsteine getragen. kl.

Quasimodogeniti heißt der auf Ostern nächstfolgende Sonntag. Echat seinen Namen aus dem 1. Petr. 2,1. genommenen Eingänge, womit man andiesem Sonntage den Gottesdienst ansing.

Quassia (surinamisches Bitterholz), ein Arzneimittel, welches aus demHolze des besonders in Surinam und Cayenne häufig wachsenden Quassienbanmsgewonnen wird.

Quästoren, diejenigen ordentlichen Magistratspcrsonen (s. Magistra -t u s) bei den Römern, welche dem öffentlichen Schatze (nersrium), der im Tem-pel des Saturn aufbewahrt wurde, Vorständen und die Einnahmen und Ausgabender öffentlichen Gelder besorgten. Sie wurden anfangs von den Königen, dannvon den Consuln, und seit dem Jahre 307 von dem Volke in den Oomitii« tri-i,uti« erwählt. Anfangs gab es 2 Quästoren; im I. 333 wurden außer diesen,welche in der Stadt blieben, noch 2 andre zur Unterstützung der Consuln im Kriegegewählt. Als die Römer ganz Italien unterworfen hatten, kamen noch 4 hinzu;unter Sulla gab cs 20 und unter Cäsar 40. Später war ihre Aahl willkürlich,immer aber gab es in Rom selbst nur 2, welche zum Unterschiede (juae-itores ur-l»an> hießen. Die andern nannte man Huaestores prvvinoialvs oder inilitaree.Die Quästur war das unterste Ehrenamt und bahnte den Weg zum Senate; bis-weilen bekleideten sie aber auch Consularen.

Quatkmber (von guatvor trmjwr a, d. i. die 4 Jahreszeiten), das Vier-