868 Quarre Quarz
Quarre, s, Quadrat.
Quart, vcr vierte Theil, Viertelmaß, z. B. bei Getreide der 4. Theil einerLast(imNiedersächf) oder 10 Scheffel; oder bet flüssigen Dingen der 4. Theil einesStübchens od. einer Kanne. — Quarta, die 4. Elaste einer Schule, daher einQuartaner. — Quar tal, der 4. Theil eines Zahres oder die Zeit, wo ein Quar-tal anfangt und schließt, auch der vierteljährige Zins, die vierteljährige Abgabe, Be-soldung, Einnahme (Quartalgeld); bei Handwerkern die vierteljährige Zusammen-kunft der Meister oder Gesellen. — Quartalschrift, eine Zeitschrift, welchevierteljährlich erscheint. — Quartformat nennen Buchbinder und Buchhändler dasjenige Format, welches durch Zusammenlegung eines Bogens in 4 gleicheTheile entsteht; Quartant (in quurto), ein Buch von diesem Format. —Quartanfieber, das viertägige Fieber.
Quarte heißt 1) in der Musik ») ein Intervall von 4 Notenstufen, welches3 Gattungen unter sich begreift, nämlich die verminderte, reine oder kleine undübermäßige Quarte. Über die Frage, ob die Quarte unter die Consonanzen oderunter die Dissonanzen gehöre, ist viel gestritten worden. So lange die reine Quartenicht als eine Aufhaltung der Terze des folgenden Accords gebraucht wird, ist sieeine Consonanz, die in Hinsicht auf den Grad ihres Consonirens unmittelbar nachder reinen Quinte folgt, in vielen Fällen aber einer ebenso beschränkten Fortschreitung wie die Dissonanzen unterworfen ist. Ist die Quarte eine Aufhaltung derTerze des folgenden Accords, so wird sie von den meisten Theocisten jetzt als ein«Dissonanz betrachtet; l>) auf der Violine die A-Saike. 2) In der Fechtkunst dievierte Hauptstoßart, die Lage mit der inner» Hand, wobei das Degengefäß auf-rechtgehalten wird. 3) Im Kartenspiel, namentlich im Piquet, 4 in einer Reihe undFarbe hinter einander folgende Blätter, und Quartemajor, wenn diese Reihevom höchsten Blatt anfängt.
Quartett, Quadro, Qu atuor, ein Tonstück für 4 meistens con-certirende Streichinstrumente, nämlich 2 Violinen, Viole, Violoncell; auch einTonstück für 4 Singstimmen, mit oder ohne Instrumentalbegleitung. Zn Znstmmentalquartettcn hat Iss. Haydn (s. d.) eine neue Bahn betreten, und schon die-ses würde ihn bei den Verehrern der Tonkunst unsterblich machen. Ihm folgtenMozart, Beethoven, die Romberge, Spohr, Ries, Onslow, Fcska. Das Quar-tett verhält sich zu der vollen Orchestermusik wie die vollendete Zeichnung zur buntenFarbenpracht des Gemäldes. Der einfache Reiz der Harmonie und Melodie in demQuartett wirkt am reinsten. Es fodert daher wahre Kenner und Freunde der Musik.Es ist um so werthvoller, je mehr alle 4 Stimmen selbständig wirken. DurchVor-herrschcn einer Partie entsteht das minder werthvolle Soloquartett. Oft rechnetman auch die Quintetts und Sextetts für Streichinstrumente mit zur Quartettmusik.Das Quartett besteht in der Regel aus einem Allegro, einem Adagio oder Andante(oft variirt), einer Menuet nebst Trio, an deren Stelle das Scherzo in neuerer Zeitgetreten ist, und einem Rondo oder Presto, welches schließt (daher Finale).
Quartier, ein Maß für trockene oder flüssige Dinge; im letztem Falle inObersachscn der 4. Theil eines Nösels oder Schoppens, in Niedersachsen der 4.Theil eines Stübchens, der 2 niederländische Nösel ausmacht.
Quartier fr eiheit, s. Gesandten.
Quarz, ein Mineral, welches in sechsseitigen Pyramiden und Prismen,auch derb, eierförmig, lropfsteinartig, in Geschieben und Körnern vorkommt.Es ist farblos oder mannigfaltig gefärbt, hat muscheligen Bruch, Glasglanz,Durchsichtigkeit in verschiedenen Graden. Die Härte ist bedeutend und steht zwi-schen der des weichem Fcldspaths und derbes härtern Topases. Das specisische Ge-wichtist —2,5. Es besteht aus Kieselerde. DicSpecies dcsQuarzes besitzt einenaußerordentlichen Reichthum an Varietäten, von welchen die meisten als Schmuck