Druckschrift 
8 (1830) O bis Q
Entstehung
Seite
959
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Luaglic» (Familie) 959

Urkunden. Die Souveräne oder ihre Minister sprechen darin nie anders als in ib-rem eignen Namen, von ihren eignen Verhandlungen, Grundsätzen und Wün-schen ; sie schreiben keinem andern Staate Regeln vor; sie maßen sich über Nie-mand den Schein von Obergewalt oder Gerichtsbarkeit an; sie erklären, daß sie,selbst bei künftigen persönlichen Vereinigungen, sich nie mit den Angelegenheitenfremder Staaten, es sei denn, daß sie ausdrücklich dazu aufgefodert würden, be-schäftigen wolle». Und daß dies wirklich ihr Entschluß sei, beweist die Art, wie derL'erritorialstreit zwischen Baiern und Baden von ihnen angesehen und ausgeglichenworden ist. Ein als Regel anzunehmendes Beispiel für alle ähnliche Falle! Wennalso dieser Bund durchaus nichts weiter aufstellt als die Pflichtgebote einer christ-lichen Friedenslehre, was gibt er der von so vielfachen Kämpfen ermüdeten Wellfür eine Bürgschaft der langem Dauer des durch die neugeordneten äußern Ver-hältnisse der Staaten wiederhergestellten politischen Friedens ? Er gibt ihr das Für-stenwort des Völkerrechts. Möge die Zukunft dieses große Wort erfüllen! K.

Quaglio, eine Künstlerfamilic in München. Der Vater, Joseph Q.,war Hoftheatermaler. Sein ältester Sohn Angelo, ein Künstler von ausgezeich-neten Talenten, starb jung. Der 2. Sohn, Dominicus, geb. zu München den1. Jan. 1786, Architekturmaler, seit 1804 als k. bairischer Hoftheatermaler ange-stellt, erlernte die zu architektonischen Aufrissen nöthige Kenntniß der Linienpersper-tive bei seinem Vater. In der Ölmalerei bildete er sich selbst. Auf seinen Reisendurch Salzburg und Baiern nach Italien -c. studirte er in den Denkmälern selbstden sogen, gothischen oder altdeutschen Baustyl und verfertigte Zeichnungen vonalten Bauwerken, die sich zu einer malerischen Darstellung eigneten. Innig vertrautmit der Natur, wußte er in feinen Gemälden die Wahrheit der Formen mit der Har-monie der Färbung glücklich zu verbinden. In Rücksicht auf natürliche Beleuchtungwird er von Vielen selbst Canalctto vorgezogen. Auch Bei- und Nebenwerke weiß erdem Hauptgegenstande geschickt unterzuordnen. Mehre Bilder von ihm, z. B.das Schloß von Burghausen, den Dom zu Regcnsburg, besitzt der König vonBaiern; in der k. Galerie zu München sieht man von ihm den Seitengang in derSt.-Sebalduskirche zu Nürnberg. Ferner nennt man unter s. Ölgemälden: dieKa-thedralkirche zu Como, die alte Pfarrkirche zu Bamberg, den Dom zu Bamberg u.a. m. Unter seinen neuesten Bildern schätzt man seinen Dom zu Freiburg (im Be-sitz des Hrn. v. Quandt in Dresden), die Frauenkirche zu München, den Canal vonBrügge, den Victualienmarkt zu München, die Stadtmauer von Andernach, dieGräber der Scaliger in Verona u. a. m. Für die Herausgabe der k. Galerie zuMünchen und Schleißhcim hat er mehre lithographirte Blätter geliefert; auch haterein Werk:Die Denkmäler der Baukunst des Mittelalters im Königreich Baiern",herausgegeben. Zwölf Blätter merkwürdiger Gebäude in Baiern und einige andrehat er radirt. Sein jüngerer Bruder, der Geschichts- und Bildnißmaler LorenzQ., geb. zu München d. 19. Dec. 1793, widmete sich anfangs dem Fache der Ar-chitektur. Hierauf studirte er die Historienmalerei in der k. Akademie zu Münchenund verband damit das Portraitfach. Auch üble er sich in landschaftlichen Darstel-lungen und in Zeichnungen auf Stein. Mehre Blätter dec k. Galerie von Münchenund Schleißheim beweisen seine große Fertigkeit im Zeichnen. Seine Behandlungist zart, fleißig und ungemein ausgeführt. In seinen Hintergründen und in den Bei-werken erkennt man den geübten Architekturmaler, vorzüglich im altdeutschen Styl.Seine Composilionen haben Wahrheit und Empfindung. Er weiß die naive Ein-falt häuslicher Scenen und anziehende Verhältnisse aus dem menschlichen Leben mitebenso viel Wahrheit als Gefühl darzustellen. So sein Eremit am Eingänge einesMildes, betend vor einem Kreuze unter einer Eiche; seine Bettlergruppe, die amEingänge einer Kirche Almosen empfängt; seine berchtoldsgadner Bauernfamiliebeim Mittagsessen n. a m. Der jüngste Bruder, Simon Q,, geb. z» München