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8 (1830) O bis Q
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Quadruple - und Luintuple - Allianz zu Aachen

gemeinen, durch wiederholte Verträge bekräftigten Ordnung und des von der gan-zen Christenheit beschworenen, auf politischen, ökonomischen, moralischen und reli-giöse» Grundlagen mehr als je zuvor befestigten Friedens. Der kleinste souveraineStaat ist auf seinem Gebiete und in dem Wirkungskreise seiner Rechte so unabhän-gig als Frankreich, England oder Rußland; und die wechselseitigen Verhältnisseder Staaten werden durchaus nach alt - völkerrechtlichen Grundsätzen und in rein-diplomatischen Formen verhandelt." (S. Gentz a. a. O.) Daher heißt es in deraachner Declaration des Völkerrechts, welche die 5 Machte, als die Grundlage dereuropäischen Staatskunst, den 15. Rov. erlassen haben, von diesen Machten selbst:j>8 reeokmai88ent oolennellewent, gue teur» devoiro envero Oie» et enver»ie» penple« gu'ils Aauverneiit, leur presvrivent d<douner su monde, autnntgu'il eet en eux, I'exeinple de lasustiee, de I» evveords et de I» invdvrstion.Aus diesen Grundsätzen folgt, daß die genannten Hauptmächte von dem wahrenWerkhe des sonst so eifrig gesuchten politischen Einflusses, oder von dem eitel» Vor-lheile, fremde Cabinete für dett jedesmaligen Privatzwrck nach Willkür zu stim-men , zu bearbeiten und zu lenken, endlich eine richtige Ansicht gefaßt haben.Der.einfache Charakter des europäischen Friedensbundes (sagtHr. v. Gentz a. a. O.)schließt alle alte Cabinetskunststücke aus; kein herrschender Einfluß, ein diplomati-scher so wenig als ein bewaffneter, findet darin statt; gemeinschaftliches Recht,gemeinschaftliche Ordnung und wechselseitige Unterstützung jeder Art sind seine ein-zigen Zwecke". Freilich vermißt man in obiger Erklärung vom 15. Nov. alle nähereBezeichnung der Umstände, unter welchen die wechselseitige Unterstützung jeder Art,und wie sie stattfinden soll. Der möglichen Dazwischenkunst der Machte bei deninner» Unruhen eines Landes wird darin nicht gedacht, und doch folgt sie daraus.Mithin hängt die Anwendung der ausgesprochenen Grundsätze einzig von dem Ge-wissen der Cabinete ab, und es bleibt unentschieden, bis zu welchem Punkte jeneUnruhen diesen das Recht geben, sich darein zu mischen. Oder hat, könnte manfragen, die eine Partei das Recht, jene Dazwischenkunst gegen die andre Parteiaufzurufen, wie einst die targowiczer Conföderation Rußland gegen die polnischeConstitution vom 3. Mai 1791 aufricf? Wenn aber die neubesestigte Unabhängig-keit der Völker auch mit darin besteht, daß jedes das Recht hat, seine Angelegen-heiten im Znnern unabhängig von dem andern zu ordnen: so darf jene Dazwischen-kunft in solche Angelegenheiten nur dann stattsinden, wenn Unruhen damit verbun-den sind, welche die Unabhängigkeit andrer Staaten in Gefahr bringen. Wäre esanders, so würde nur der Stärkere wahrhaft unabhängig sei», denn er allein könntedas Einmischen in seine Angelegenheiten abroehrcn. Endlich darf man fragen, wel-che Bürgschaft hat das gegenwärtige politische System der 5 Hauptmächte? NachHrn. v. Pradt ist die einzige Bürgschaft desselben die Heilige Allianz (s. d.),welche aber schon bei ihrer Bekanntmachung, ihrer angeblich vieldeutigen Unbe-stimmtheit oder Allgemeinheit wegen, l'Apooal/poe de Irr diploinatie genanntwurde. Dagegen erklärt sich Hr. v. Gentz a. a. O. so:Die Bürgschaften, aufwelchen dieses System zunächst ruht, sind die von sämmtlichcn größern und kleinernMächten abgeschlossenen Verträge, und die in diesen Verträgen, oder in andernfeierlichen Acten von gleicher Kraft aufgestellten, von allen Lheilnehmern anerkann-ten, bestimmten völkerrechtlichen Grundsätze. Dies sind die positiven Garaniien.Die Urkunde, der man den Namen der heiligen Allianz beigelegt hat, ist eine wech-selseitige persönliche Verpflichtung der Souveraine, diese Grundsätze und jene Ver-träge heilig zu halten; sie hat den für sich bestehenden positiven Garantien nur eineneue moralische und religiöse Sanktion verliehen und ist insofern allerdings diehöchste Garantie". Daß der aachner Friedensbund der 5 Hauptmächte aber zugleicheine Art von Tribunal für die politischen Angelegenheiten von Europa sein wolle,wie Hr. v. Pradt behauptet, ergibt sich keineswegs ans dem Inhalte der aachner