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8 (1830) O bis Q
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950
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950 Pythagoras

de», in Gemäßheit ihrer Neigungen und Fähigkeiten, in der Moral, Ökonomie oderPolitik unterrichtet, und sodann entweder zur Besorgung der Gcsellschastsangelc-genheiten gebraucht, oder ausgesandt, die Grundsätze der Philosophie und Staats-verwaliung in den übrigen griech. Städten zu lehren und in Ausübung zu bringen.

Die Lebensweise in der pyrhagoräischen Schule zu Kroton war, nach den Angabender Spätern, folgende: Die Pythagoräcr lebten bei einander in einem öffentlichenGebäude, wie in Einer Familie, nebst ihren Weibern und Kindern, in der vollkom-mensten Ordnung. An jedem Morgen wurde bestimmt, was den Tag über vorgc-nommcn werden solle, und an jedem Abend untersucht, was geschehen sei. Sie stan-den aus vor Aufgang der Sonne, um sie zu verehren; dann wurden Verse des Ho-mer u. a. Dichter hergesagt, oder man suchte durch Musik die Geisteskräfte zu weckenund für die Pflichten des Tages geschickt zu machen. Sodann wurden mehre Stun-den in ernsten Studien zugebracht. Hierauf folgte eine Pause zur Erholung, inwelcher gewöhnlich ein einsamer Spaziergang gemacht wurde, um sich dem Nach-denken zu überlasten, dann eine Unterhaltung. Vor der Mahlzeit wurden man- ^cherlei gymnastische Übungen angestellt. Das gemeinschaftliche Mahl bestand vor-nehmlich in Brot, Honig und Wasser. Der Überrest des Tages war öffentlichenund häuslichen Angelegenheiten, dem Gespräche, dem Bade und religiösen Gebräu-chen gewidmet. Nach der Zerstörung des Bundes und der Flucht s. Schüler ausUntcritalien hielten es Einige derselben, Lysis und Archippus, für nothwcndig, ihresMeisters Lehre in eine systematische Übersicht zu bringen und sie der Vergessenheitzu entreißen; aber immer noch wurde die größte Geheimhaltung empfohlen. Sokaufte Plato vom Philolaus eine Handschrift über des P. Philosophie und erhieltvon Archytas dessen Commentare über die Sprüche und Lehren seines Meisters.

Die Nachrichten, welche uns über P.'s Lehre ausbehaltcn wurden, sind sehr spar-sam, und außer Dem, was wir durch Aristoteles und einige Bruchstücke der Pytha-goräer wissen, auch sehr unsicher. Ebenso können wir seine und s. Schüler Lehrenicht mehr bestimmt unterscheiden. Der Zweck aller Philosophie war ihm, nachBericht der Spätern, den Geist emporzuheben zur Betrachtung unwandelbarerWahrheit, zur Erkenntniß göttlicher und geistiger Gegenstände. Dies kann bei un-serer Gewöhnung an sinnliche Dinge nur stufenweise geschehen. Die erste Stufezur Weisheit ist das Studium der Mathematik, als deren Grundlehrcn ihm dieLehre von den Zahlen erschien. Die Zahlen erschienen ihm als das Erste und We-sentlichste. Sie sind gleichsam das Modell, wonach die Welt in allen ihren Theilengebildet worden. Die ungeraden Zahlen sind begrenzt und vollkommen, die geradenunbegrenzt und unvollkommen. Die Monade oder Einheit ist die Quelle aller Zahl.

Die Dyas ist, nach späterer pythagoräischer Lehre, unvollkommen und passiv unddie Ursache von Wachsthum und Theilung. Die Trias, zusammengesetzt aus derMonas und Dyas, nimmt an der Natur Beider Theil. Die Tetras oder Vierzahlist höchst vollkommen. Die Dekas, welche die Summe der 4 Primzahlen enthältund daher auch Tetraktys genannt wird, umfaßt alle musikalische und arithmetischeProportionen und bezeichnet das System der Welt. Den vollkommenem Sinn derAahlenlehre des P. zu ergründen, ist vergebens versucht worden; wahrscheinlichwaren die Zahlen nach derselben symbolische oder sinnbildliche Vorstellungen der er-sten Principien oder Formen der Natur. Da P. die abstracten Begriffe in der ein-fachen Sprache nicht ausdrückcn konnte, so scheint er sich der Zahlen, wie der Geo-meter der Diagramme, bedient zu haben, um dem Fassungsvermögen s. Schüler zuHülse zu kommen. Ec nahm einige Analogie zwischen den Zahlen und Dcnkformenin dem göttlichen Verstände wahr, und machte daher crstcre zu Symbolen der letz-tem. Wie die Zahlen von der Monas oder Einheit ausgehen, sich mannigfach ver-binden und in ihren Fortschritten neue Eigenschaften annehmen, so sah er das reinet!y.d einfache Wesen der Gottheit als den gemeinsamen Urquell aller Natursormen

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