9»6 Pyromantie Pyrrho
sem Dunste nähert. In einem Thale bei Pyrmont liegt die Quakercolonie Fiie-densthal mit einer Messerfabrik. S. Menke, „Pyrmont und s. Umgebungen re,besonders für Kurgäste" (Pyrmont 1818), undHarnier's „Ueeiiiu« «nir I<» nntureet t'iio.ize iles eaux mineralen <le I'/riiront" (Hanoi). 1828).
Pyromantie, die vermeintliche Kunst, aus dem Feuer zu wahrsagen.Die Priester der Alten wollten dieses besonders aus dem Opfcrfeuer.
Pyrv Meter, Feuermesser, ein Werkzeug, mit welchem höhere Gradeder Warme oder des FeuerS, und deren Wirkung auf Metalle oder andre festeKörper gemessen werden können. Das von Wedgwood erfundene verdient denVorzug. Es gründet sich auf die Eigenschaft des Thons, in dem Maße zu schwin-den , als die Hitze groß ist, ohne sich hernach in der Kälte wieder auszudehnen.Auf eine messingene Platte sind Stäbe von demselben Metalle gelöthct, welcheetwas schräg gegen einander laufen und so eine allmälig enger werdende Nutb bil-den , in welche die zu den Versuchen nöthigen thönernen Würfel hineingeschobenwerden. Will man den Grad der Hitze, z B. eines Ofens, messen, so legt maneinen thönernen Würfel in die Nuth, lässt ihn die Hitze des Ofens aufnehmen undwirst ihn dann sogleich in kaltes Wasser. Der Würfel geht desto tiefer in die Nuthdes Pyrometers hinein, je schmaler seine Seite durch die Hitze geworden ist. Da,wo der Würfel stecken bleibt, steht an den Stäben eine Zahl, die den Grad derHitze angibt. Es versteht sich übrigens, daß die Thonart, welche man braucht,immer dieselbe sein muß. Lambert, welcher zuerst die Lehre vom Maße des Feuersund der Wärme in eine förmliche Wissenschaft brachte, unterscheidet Thermome-trie und Pyrometrie, und schränkt jene aus die unserm Gefühle erträglichen, dieseauf die höhern Wärmegrade ein. S. s. „Pyrometrie, oder vom Maße des FeuerSund der Wärme" (Berlin 1779).
Pyrotechnik, s. Feuerwerkerkunst.
Pyrrha, s. Deukalion.
Pyrrhichius, s. Rhythmus.
Pyrrho, ein griech. Philosoph, Stifter der pyrrhonischen oder älter» skep-tischen Schule, aus Elis im Peloponnes, blühte um 340 v. Ehr., wahrscheinlichgeb. um die 101. Olympiade. Ins. Jugend beschäftigte er sich mit der Malerkunst,ward aber bald durch die Schriften des Demokrit zu dem Studium der Philosophiegeführt. Sein erster Lehrer war Bryson oder Dryson, dann Anaxarchus — einSchüler des Metrodorus von Ehios. Diesen begleitete er nach Indien im GefolgeAlexanders d. Gr. Auf diesem Auge machte er sich mit den Meinungen der Brah-inanen, Gymnosophisten, Magier u. a. morgen!. Philosophen bekannt. Sein Zwei-fel gegen das positive Wissen (Skepticismus) stieg mit dem Fortgange s. Studie»so hoch, daß er endlich alles Wissen für unnütz und unmöglich hielt und nur der Tu-gend «inen Werth beilegte. In allen Fallen antwortete er s. Gegnern: „Was ihrsagt, kann wahr oder nicht wahr sein; ich entscheide nicht", und lehrte in s. Schule,daß jeder Gegenstand der Untersuchung in Ungewißheit gehüllt sei, svdaß man nichtzur Erkenntniß der Wahrheit gelangen könne, sondern sein Urtheil zurückhaltenmüsse. Einen großen Theil s. Lebens brachte er in der Einsamkeit zu und suchtedurch Enthaltung von allem entscheidenden Urtheil (erro/^) über Meinungen undäußere Erscheinungen zu einer von Furcht, Freude und Kummer unangefochtenenGemüthsruhe zu gelangen. Körperliche Schmerzen ertrug er mit großer Seclen-starke; keine drohende Gefahr machte ihm Unruhe. In der Disputirkunst war erberühmt wegen der Scharfsinnigkeit s. Gründe und der Klarheit s. Sprache. SeineLandsleute ernannten ihn zum Oberpriester und gaben ein Gesetz, das alle Philoso-phen von den öffentlichen Abgaben befreite. P. starb in einem 90jahrigen Alter.Die Alhenienser errichteten ihm zu Ehren eine Statue, und s. Landsleute ein andresDenkmal. Wie P. zu dem Skepticismus kam, ist leicht zu erklären. Frühzeitig