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Pyrker
beiden ersten größtentheils) in den Zustand vor dem Kriege hergestellt. Zn Folge diesesFriedens vermählte sich Ludwig XIV. mit Maria Theresia, der ältesten T. PhilippsIV., welche 1660 allem Erbrechte auf den span. Thron entsagte. Dennoch machtespäterhin Ludwig X IV. ein Erbrecht geltend, woraus der Devolutions- und der span. s
Ecdfolgekrieg entstanden. (S. Aachner und Utrechter Frieden.)
Pyrker (Johann Ladislav), von Felsö-Eör, Patriarch von Venedig, Pri- (mas von Dalmatien, k. k. wirkl. Geh.-Rath, geb. 1772 am 2. Nov. in Ungarn, !in der stuhlweißcnburger Gespannschaft zu Langh, wo sein Vater Gutsverwalterwar. Seine Ältern waren rastlos für das Wohl ihrer 6 Kinder besorgt. Zoh.Ladislav, der ältere, kam 1780 nach Stuhlweißenburg, wo er die Elementarschulebesuchte und dann die Humaniora unter Professoren aus dem Orden der Paulinerstudirte. Die Philosoph. Vorlesungen hörte er in der Akademie zu Fünfkirchcn.
Als Knabe stets in sich gekehrt, suchte er die Einsamkeit und blieb sich selbst über-lassen., Als er von der Akademie nach Hause kam, mußte er nach dem Willenseiner Ältern, um die Beamtenbahn zu betreten, nach Ofen wandern, wo er je-doch in die Hauptkanzlei nicht gleich ausgenommen wurde. Dadurch gewann erZeit, sich mit der deutschen Sprache noch vertrauter zu machen; dabei lernte er nochdie ital. und franz. Sprache, und da er auf jener Laufbahn weiter zu kommenkeine Lust hatte, so nahm er die Stelle eines Secretairs bei einem Grafen in Pa-lermo an und ging 1792 über Triest, Venedig und Manfredonia nach Neapel.Nach Palermo ist er zwar nicht gekommen, wohl aber in die Nähe der Stadt Algier.Man erzählt, P. sei von einem algierischen Seeräuber aufgebracht und als Sklave ,verkauft worden, jedoch nach wenigen Monaten auf einem Schiffe nach Venedigentkommen. P. reiste über Genua, Chur, Lindau, Ulm, nach Wien zurückund trat 1792 in den Orden der Cistcrcienser zu Lilienfeld in Unteröstreich. DieTheologie hörte er in dem bischöflichen Seminar zu St.-Pölten und machte sichdort nebst den Ansangsgründen der hebr. Sprache auch die griech. und engl, eigen.Homer und Shakspeare wurden und blieben seine Lieblingsschriftsteller. Zu Ende1796 wurde er Priester und bekam den Auftrag, sich aus die Professur des Bibel-studiums vorzubereiten. Indessen trug ihm der damalige Abt 1798 die Leitungder Stiftsökonvmie, sowie später die der Stiftskanzlei und des Waldamtes auf,welche er bis 1807 sortführte, wobei er zu seiner literarischen Bildung nur wenigeAbendstunden verwenden konnte. In diesem Jahre wurde er Pfarrer in dem lMarkte Tirnitz, auf einer zum Stifte gehörigen Pfarrei. Hier begann er 1810sein Heldengedicht „Tunisias", zu welchem er schon früher die Materialien gesam-melt hatte. Allein er konnte, da er 1811 als Prior in das Stift berufen und imfolgenden I. zum Abte desselben erwählt wurde, nur nach langen Zwischenräumen1813, 1816 und 1817 an dem Gedichte arbeiten. Ec übergab es endlich demVerleger vor seiner Abreise nach Zips in Ungarn, wohin ihn der Kaiser den 4. Aug.1818 als Bischof ernannt hatte. Von diesem Heldengedichte: „Tunisias", in 12Gesängen, erschien zu Wien 1820 eine 2. und 1826 eine 3. Aufl., ins Ital.übersetzt von Malipiero (Venedig 1827). Zugleich gab P.Hanthaler's Manuskript(„Keeen«u8 «lipIoinativo-xenealoFiou» Arebivi Oampililierwis") in 2 Foliob.mit einer Vorrede heraus. Am 23. Mai 1820 ernannte ihn der Kaiser zum Pa-triarchen von Venedig, mit welcher Würde 1821 auch die eines wirklichen Geh.- jRatheS verbunden wurde. — In den letzten Wochen 1820, die er noch in Zipszubrachte, begann P. seine biblisch-epischen Gedichte: „Perlen d. h. Vorzeit", dieer zum Besten des wohlthätigcn Frauenvereins in Ofen drucken ließ (2. Aufl.,Wien 1826; ins Italien, übers., Brescia 1824,2 Bde.). Diese religiöse Epo-pöe in 8 Gesängen, wozu der Stoff aus der alttestamentlichen Geschichte genom-men ist, erschien zu Ofen 1821. In Venedig vollendete der geistreiche Prälat sein jzweites episches Gedicht: „Rudvlsias", in 12 Gesängen, oder Rudolf von Habs-