Druckschrift 
8 (1830) O bis Q
Entstehung
Seite
935
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Punktation Pupille (künstliche) 835

mehr von einander getrennt und kürzer angegeben werden; dieses scharfe Abstoßen

bezeichnet man durch kurze Striche, z. B. ' s s. Das Abstoßen steht dem

Schleifen (legato), welches durch einen Bogen über den Noten angedeutet wird,entgegen. Zuweilen trifft es sich aber auch, daß unter diesem Bogen, der dasSchleifen der Noten andeutet, und über den Noten selbst sich noch AbstoßungS-punkte obenein befinden. Zn diesem Falle ist der Vortrag der Passage halb schlei-fend, halb abstoßend, d. h. bei den Bogeninstrumenten wird der Bogen zwar bei je-der Note von der Saite aufgehoben, fahrt aber in derselben Richtung fort. 2) DerPunkt neben der Note bedeutet eine Vergrößerung derselben in Hinsicht ihrerDauer. Steht z. B. der Punkt hinter einer Viertelnote, so wird dieselbe zu einerAnderthalbviertel - oder Dreiachtelnote rc. Stehen 2 Punkte hinter einer Note,so gilt der zweite wiederum die Hälfte von dem ersten, sodaß z. B. eine Viertelnotemit 2 dahinter gesetzten Punkten den Werth von 7 Sechzehntheilen erhält.

Punktation heißt jede Schrift, worin die Hauptpunkte eines zu schlie-ßenden Vertrags enthalten sind, und aus welcher erst, sobald sie gegenseitig ange-nommenworden, aus Vollziehung geklagt werden kann, Entwurf zu einem Vertrage.

Punktirte Manier, s. Kupferstccherkunst.

Punt (Johann), geb. zu Amsterdam 1711, Kupferstecher, Maler undeiner der berühmtesten Schauspieler Hollands. Nachdem er sich 1733 mit AnnaMaria Bruin, der damaligen Holland. Melpomene, verheirathet hatte, betrat erdas Theater von Amsterdam. Schon in seiner ersten Rolle als Rhadamist zeigte ers. Meisterschaft in heroischen kräftigen Rollen. Nachdem er 1744 Witwer gewor-den , zog er sich von der Bühne zurück und nahm den Grabstichel wieder. Er stachdie von Rubens für die 4 großen Galerien der Jesuitenkirche zu Antwerpen gemal-ten 35 .Deckenstücke. Jakob de Witt hatte sie 6 Jahre früher, als dieses prächtigeGebäude ein Raub der Flammen wurde, gezeichnet. P.'s Haus war damals derSammelplatz aller Männer von Geschmack und aller Freunde der Künste. In dieserGesellschaft unterhielt er sich gern über dramatische Dichtkunst und Declamation,und bildete durch Nachdenken seine natürlichen Anlagen für die letztere aus. Nach-dem er sich 1748 mit der Tochter eines Gcmäldehändlers, Chicot, wieder verheira-thet hatte, gab er dem allgemeinen Wunsche nach und betrat 1753 das Theater mitdem ungemeinsten Beifalle wieder. 1755 erhielt er den einträglichen Posten einesKastellans des Schauspielhauses, welcher ungefähr mit dem Posten eines Direktorsgleichbedeutend war. Um diese Zeit vertauschte er den Grabstichel mit dem Pinsel,dem er einen Theil seiner Wohlhabenheit verdankte. Er malte Portraits, Land-schaften uns selbst historische Bilder. 1771 wurde er zum zweiten Male Witwer.Dem Wunsche seiner sterbenden Gattin gemäß verheirathete er sich im folg. I.mit der berühmten tragischen Schauspielerin Kath. Elisab.Fokke, und sah kurze Zeitdarauf seine ganze Ruhe durch den Brand des amsterdamer Schauspielhauses ver-nichtet. Nur mit Mühe gelang es ihm, sein und seiner Gattin Leben zu retten.Sein Sterbejahr ist uns nicht bekannt.

Pupille, 1) Augapfel, s. Auge; 2) der Pupill, die Pupille, so viel alsMündel, der einem Vormund untergeordnete Unmündige. (S. Minorennität.)

Pupille, künstliche (papilla artil'uüalw). Man versteht darunter einedurch Instrumente gemachte Öffnung in die Regenbogenhaut des Auges, um da-durch dem Lichte Zugang zu der in der Tiefe des Augapfels liegenden Nerven - oderNetzhaut zu verschaffen, in Fällen, wo die natürliche Pupille fehlt oder durch un-heilbare Flecke auf der Hornhaut des Auges verdeckt, und letzteres dadurch erblindetist. Der engl. Arzt Cheselden war der Erste, welcher eine künstliche Pupille zufertigen versuchte, indem er 1723 in die Iris eines 14jährigen Knaben einen ein-fachen Schnitt mit einem Mefferchen machte und demselben dadurch das verlorene