834 Pumpernickel Punkt
bracht wird. ES gibt Luftpumpen (s. d.) und Wasserpumpm. Die Einrichtungder letztem, wie man sie über Brunnen anbringt, um das Wasser auf eine bequemeAct heraufzuheben, ist ebenso einfach als sinnreich. Eine einfache Röhre, welchesenkrecht im Wasser steht, ist das Hauptstück der Pumpe. Sie ist bei den gemeinenPumpen aus 2 Stücken zusammengesetzt, von welchen das untere noch über demWasser hcrvorragt, spitzig zuläuft und mit seiner Spitze in die Höhlung des ober»Stücks paßt. Die Höhlung des untern verschließt da, wo cs in das obere Stück ein- >gefügt ist, ein nach oben sich öffnendes Ventil oder eine Klappe von starkem Leder.
Im Innern des obern Theils der Röhre befindet sich der Stempel oder Kolben, ge-meiniglich Eimer genannt. Er ist durchbohrt, unten mit einer sich ebenfalls nachoben öffnenden ledernen Klappe (Ventil) versehen und oben an der Zugstange befe-stigt. Wenn nun der Kolben in die Höhe gezogen wird, so entsteht zwischen ihm unddem Ventil des untern Stücks der Röhre ein luftleerer Raum, nach welchem sichbas Wasser von unten in die Höhe drängt, weil die äußere Luft auf das Wasser imBrunnen drückt. Beim Hinaufdrängen in den luftleeren Raum stößt das Wasserdie nach oben sich öffnende Klappe auf, um durchzukommen; diese wird aber wiederverschlossen, sobald der Kolben zurück- oder niedergestoßen wird. Das eingedrungeneWasser kann also nicht wieder zurück, indem es das Ventil durch seine eigne Schwereniederdrückt. Durch den Druck des Kolbens, der einem Eimer gleicht, dessen Bodensich von unten nach oben öffnet, wird die Luft in einen enger» Raum gepreßt; siewirkt auf das in der Röhre befindliche Wasser; dieses hebt das Ventil des Kolbensauf, dringt durch und strömt bei fortgesetzter Bewegung deS Kolbens so lange in denüber ihm befindlichen Theil der Röhre, bis es irgendwo einen AuSgang findet. Übri-gens gibt es Säugpumpen, Druckpumpen und solche, die beide Wirkungen, dasSaugen und Drucken, in sich vereinigen. Bei der Druckpumpe ist der Kolben unter-halb des Wasserstandes angebracht, bei der Säugpumpe aber oberhalb desselben, undzwar anfeiner Höhe, die nicht über 32 Fuß steigen, ja noch unter diesem Maße bleibenmuß, weil durch den Druck der Luft das Wasser nicht höher gehoben wird. (S. A t -mosphäre.) In den vereinigten Saug- und Druckwerken steigt zwar das Wasserwie in der Säugpumpe; aber der Kolben ist hier voll, und wenn das Wasser bis anseine Basis gelangt ist, so treibt er dasselbe beim Herabsteigen wieder zurück undzwingt es, in eine Seitenröhre zu treten. S. die Theorie der Pumpen im 5. Thle.von Karsten's „Lehrbegriff der grsammten Mathematik" (Greifswalde 1770, mitKupf).
Pumpernickel, ein in Westfalen, besonders im Munstcrschen und OS-nabrückschen, aus Roggenschrot gebackenes, grobes, schwarzes Brot, wovon eineinziges oft gegen 60 Pfund wiegt. Die Sage, daß es seinen Namen der Spott-rede eines Franzosen verdanke, welcher gesagt haben soll: solch Brot sei bon pour-eHe«! (worunter er sein Pferd verstand), scheint die Erfindung eines lustigenKopfs zu sein.
Puni er, eigentlich Phönizier, und p uni sch, phönizisch, dann aber auchfür Carthaginenser und carthaginensisch, weil Carthago eine phönizische Koloniewar. Über die punischen Kriege s. Carthago, Rom und Hannibal.
Nie punische Treue stilles puaics) war im Alterthum übel berüchtigt undsprüchwörtlich.
Punkt, in der Geometrie, nach Euklides's Erklämng, eine Größe, die keineLheile hat, oder untheilbar ist. Ein Punkt, welcher ssrtbewegt wird, beschreibt eineLinie. (S. Interpunktion.) — In der musikalischen Notenschrift ist der Punktein Zeichen, welches die Aeitgeltung des Tons vermehrt; daher der Ausdruck punk-tlrte Noten, bepunkten. Ein Punkt überder Note bedeutet, daß dieselbe leichtabgestoßen werden soll; dies pflegt man auch durch den ital. Ausdruck »tsvoatv§!- bezeichnen. Indessen gibt cs auch ein scharfe« Abstoßen, wodurch die Tön« noch