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8 (1830) O bis Q
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Papst

pfenthal 1819); Blasche's „Sammlung neuer Muster von Papparbeiten, dargestelltin Abbild, ders. und ihrer Netze; nebst speciellen Anleit., die als Nachträge zumPapparbcitcn zu betrachten sind" (mit 5 Kupf., Schnepfenthal 1809); G. H.Aieglcr's „Anlcit. zu den Cartonarbeiten" (Winterthur 1813); Kerndörffer's„Kleiner Papparbeiter, oder deutl. Anwcis. in Pappe zu arbeiten, für Kinder"(mit Kupf, 2. Aust., Pirna 1815).

Papst (aus d. griech. kapp»», Vater) hat sich der Bischof von Rom frü-her genannt, als er das jetzt mit dieser Würde verbundene Ansehen erhielt. Seitdem Ende des 4. Jahrh. galt er als der erste unter den 5 Patriarchen oder Ober-bischöfen der Christenheit; denn der Umstand, daß Rom die alte Hauptstadt desReichs und nach der Sage auch der letzte Aufenthaltsort des Apostels Petrus war,hatte ihm als vorgeblichem Nachfolger Petri (s. Petrus) schon langst ein über-wiegendes Ansehen, doch keine eigentliche Obergewalt über fremde Sprengel ge-geben. Diese wußte er durch die Reichthümer der römischen Kirche, welche inden meisten andern Sprengel» Güter besaß, durch schiedsrichterliche Aussprüche inkirchlichen Streitigkeiten und durch weise Benutzung günstiger Gelegenheiten zurErweiterung seines Wirkungskreises zu erlangen. Eine Provinzialsynode zu Sar-dica im I. 344 und ein kais. Dccret Valentinians !11. vom 1.445 hatten den Bi-schof zu Rom zwar als Primas und letzte Instanz der Bischöfe anerkannt; dochselbst im Occidcnt, wo diese Bestimmungen nur gelten konnten, fand seine Anma-ßung bis in das 8. Jahrh. noch starken Widerspruch. Um diese Zeit trafen abermehre Umstände zusammen, die ihm den Weg zur allgemeinen Kirchcnherrschaftbahnten. (Vgl. Hierarchie.) Dazu gehört die Pflanzung neuer Kirchen inDeutschland, welche, wie früher die britannischen, durch seine Misstonnairs (s.Bonifaz) gegründet, ihm gleich anfangs unterworfen wurden; die politische Ver-wirrung und der Wechsel der Regierungen in Italien und Frankreich; die zwischen830—50 wahrscheinlich von einem mainzischcn Diaconus, Benedict, geschmiede-ten Dccretalen des falschen Jsivor (s. d), deren Zweck, die Rechte und die Aus-übung der röm. Obergewalt durch untergeschobene Briefe und Verordnungen derfrühesten römischen Bischöfe dis in die ersten Jahrh. zurück zu datircn und dadurchüber allen Widerspruch zu erheben, bei der Unwissenheit jener Zeiten wol erreichtwerden konnte; der Zwiespalt der orientalischen und occidentalischen Kirchen, derdie letzten immer fester an ihre Wortführer und Geschäftsträger, die Päpste, band;die schon durch den Ehrgeiz der Patriarchen allenthalben eingeführte strenge Abstu-fung des Ranges der geistl. Wurden, die von selbst gleichsam pyramidalisch auf dieAnnahme eines höchsten Oberhauptes hinauslief, endlich die persönliche Überlegen-heit Mehrer Päpste über ihre Zeitgenossen. So hatten schon Leo der Große(s d.) im 5., Gregor der Große, ein eifriger, heiliger und um die Einrichtung desKirchcnwesens höchst verdienter Mann von großer Kraft, im 6., und Leo III, derKarl d. Gr krönte, im 8. Jahrh. dem päpstlichen Namen ein Ansehen verschafft,gegen welches die Patriarchen des Orients nicht aufkamen, und die Fürsten wenigvermochten Die Erzählung von der Papstin Johanna, einer in Mainz und Athengebildeten Engländerin, die sich durch ihre Gelehrsamkeit und durch Vcrläugnungihres Geschlechts vom Notarius zu Rom bis zum Papste emporgeschwungen, abernach einer 2)jäh;igcn Regierung durch ihr« unvorhergesehene Niederkunft ihr Ge-schlecht öffentlich verrathcn habe, ist eine Fabel und Saryre. Unwürdige Päpstegab es im Mittelalter allerdings; allein nach dem glänzenden Siege, den Nico-laus I. (der sich zuerst förmlich krönen ließ) in der Ehescheidungssache des KönigsLothar von Lothringen (865) über diesen und die aus päpstlicher Machtvollkommen- >heit von ihm adgesetzten Bischöfe von Trier und Köln erkämpft, und nach dem Bei-spiele, das Johann VlU. 875 von einer päpstlichen Verfügung über die Kaiser-krone, die er an Karl den Kahlen brachte, gegeben hatte, konnte auch die mehr als

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