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Herrn, aber untüchtig zum Oberhaupt« des Heeres. Wenn auch, wie Tiilp behaup-tete, die Schlacht durch seine ungestüme Hitze verloren ging, so ist doch ausgemacht,daß P. Wunder der Tapferkeit that. Er sammelte die Fliehenden, entsetzte das vonBauer belagerte Magdeburg und focht mit Vortheil gegen die Schweden in Nieder-sachsen. Ec befand sich eben auf seinen Streiszügcn in Halle, als Wallenstcinihn nach Lützen (s. d.) berief, um Theil zu nehmen an der bevorstehendenSchlacht. P. konnte das Schlachtfeld nur mit der Reiterei erreichen. Seine Er-scheinung hob den Muth der Kaiserlichen und schien den Sieg auf ihre Seite zuneigen. Voll Begierde, Gustav Adolf selbst im Kampfe zu begegnen , stürzte sichP. in das dichteste Schlachtgewühl. Zwei MuSkctenkugcln durchbohrten seine'Brust, und die Seinen mußten ihn aus dem Handgemenge reißen. AlS er ver-nahm, daß auch sein edler Gegner gefallen sei, erheiterte sich sein Auge. „Man hin-terbringe dem Herzoge v. Friedland", rief er aus, „daß ich ohne Hoffnung zum Le-ben danieder liege, aber fröhlich dahin scheide, da ich weiß, daß dieser unversöhnlicheFeind meines Glaubens an Einem Tage mit mir gefallen ist". Er verschied amTage nach der Schlacht. — Das mit dem Ecbmarschallamte fast 9 Jahrh. langbekleidet gewesene Geschlecht der Grafen v. Pappenheim (jetzt evangel. Religion)besitzt die Standeshecrschaft Pappenhcim im bair. Netzatkreise, 3^lHM., mit7120 Einwohnern, 50,060 Gldn. Einkünfte, und außerdem einige Herrschaften.Die Residenz des Standesherrn und Reichsraths ist die St. Pappenheim an derAltmühl.
Pappkunst. Diese Kunst wurde gegen das Ende des vorigen Jahrh. nurvon Mathematikern zur Darstellung der geometrischen Körper, oder von Buchbin-dern zur Fertigung kleiner Etuis, Bestecke uno Futterale ausgcübt. 1797 wurdedas Papparbciten (das Pappen) durch Masche als nützliche Nebenbeschäftigung fürKnaben und Jünglinge, also in pädagogischer Hinsicht und zugleich als eine selbstän-dige Kunst, ins Publicum Angeführt. Seitdem hat sie sich theils praktisch, theilsdurch die Erscheinung neuer Schriften über diesen Gegenstand, immer mehr verbrei-tet, und durch fabrikmäßige Betreibung sind ihre Producte auch in den Handel An-geführt. In pädagogischer Hinsicht kann das Pappen nützlich werden, insofern esjunge Leute in ihren Erholungsstunden, durch das Anziehende der Beschäftigung,gegen Langweile und müßigen Umgang schützt, und bei der Mannigfaltigkeit mög-licher Formen und Combinationen der Papparbciten, bei der Wahl unter verschiede-nen Methoden und bei der Freiheit in der Wahl hinsichtlich der äußern Verzierungund Verschönerung der Erzeugnisse, die Erfindungskraft bildet, dadurch aber Ge-wandtheit im sichern Gebrauche der Hände, technische Geschicklichkeit verschafft. —Las Pappcnmachergewcrbe wird nicht bloß von Papiermachern nebenbei betrieben,sondern besteht auch für sich. Die Manufakturen von bunten und gepreßten Pa-pieren aller Art, von Bordüren, Rosetten und Medaillons aus farbigen, vergolde-ten, bronzirten und versilberten Papieren, von Leim und a. Bindungsmitteln re.,greifen ebenfalls hier ein. Die Pappkunst kann in der Aufstellung neuer und ge-schmackvoller Formen oder Muster mit jeder andern Formkunst wetteifern. Futte-rale, Etuis, Losen, Körbchen, Kästchen oder Behältnisse von den verschiedenstenFormen und Einrichtungen, Modelle von Erzeugnissen der Tischlerkunst, Nachah-mungen verschiedener Blecharbciten, dienen als Beispiele. Auch durch Anwendungverschiedener Vcrschöncrungskünstc, besonders des Lackirens und Vergoldens, durchMalerei, schöne Bordurm -c. gibt man den Pcoducten der Pappkunst viel Eleganz.In der Anwendung antiker Formen auf Papparbciten zeichnen sich die Franzosenund Engländer aus, Erste« auch durch Fabrikation vorzüglich schöner Papiere undBordüren aller Art. Vgl. Masche: „Der Papierformer, oder Anleit., allerlei Ge-genstände der Kunstwell aus Papier nachzubildcn; ein Handbuch für Erzieher, zumBehuf einer gehaltvollen Beschäftigung für ihre Zöglinge" (mit 10 Kupf, Schne