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durch einen Engländer ausgebildete, jetzt auch in Berlin ausgeführte Erfindung,Papier in jeder beliebigen Länge, Breite und Stärke zu fertigen und nicht wie bis-her in einzelnen Bogen zu schöpfen. Joseph Eorty steht an der Spitze einer solchenPapierfabrik, die er aufActien errichtet hat. — Papiere zum Schreiben, Zeichnen,Zuckerpapier, Preßspäne werden aus Masse gemacht, deren Gährung nicht bis zurFäulniß fortgesetzt ist. Sie sind derb, hart, elastisch. Druckpapier, Kupferstich-papier, Kartenpapier sind aus gefaultem Brei bereitet und weicher. Buntes Papierist entweder aus farbigen Lumpen oder gefärbtem Ganzzeuche gemacht, oder wirdnach dem Trocknen gefärbt, gemalt, gedruckt; dahin gehören: türkisches (wahr-scheinlich eine deutsche Erfindung), Marmorpapier, Tapeten. Das weiße PapierIHM man nach der Größe in Royalpapier, das größte, Medianpapier, ordinairesPapier und Cavalicrpapier, welches das kleinste und zum Briefschreiben bestimmtist. — Nach ihrer verschiedenen Bestimmung theilt man die Papiersortcn in Schreib-,Druck -, Papp - und Löschpapier oder Maculatur. Das Druckpapier ist ein unge-reimtes, starkgefaultes Papier; das Löschpapier ein ungereimtes) graues. DasSchreibpapier zerfallt in Nolenpapier, welches dick ist; in fein, mittelfein oder or-dinäre Schreibpapier (das Post - oder Briefpapier ist eine feinere Sorte); fernerKanzleipapier und Eonceptpapier, ein Schreibpapier von geringer Güte. Gold-und Silberpapier ist auf einer Seite mit Metallblättchen überzogen. Maroquin-papier hat rothe Ledersarbe und eingcpreßte Narben. Pro Patria hat seinen Na-men von dem so lautenden Wasserzeichen. Steinpapier oder Steinpappe, ein durchbeigemengte Erde oder Eisenacher unverbrcnnlichcs Papier. Das schöne Landchar-tenpapier Or.-rir«! 6olon>I)icr ,1'^nnani»)- hat von der berühmten Fabrik Annonayim Dcpart. der Ardöche den Namen. Velinpapier, von starker, weißer, sehr gleich-förmiger Masse, sonst auch schweizer, engl, oder franz. Papier genannt, unterschei-det sich von dem gewöhnlichen Papiere besonders dadurch, daß es auf einer ganzglatten, nicht mit Draht bezogenen Form gemacht wird, daher keine Reifen hatund dem feinen Schreib - oder Jungfernpergament (franz. Velin) ähnlich sieht. Ei-nige schreiben die Erfindung desselben dem franz. Buchdrucker Didot (1782), Andredem Erfinder des Luftballs, Mongolsier (1785), zu. — Außer den Lumpen sindnoch viele Pflanzenstoffe zur Papierbereitung geschickt. I). Schäffcr, Superinten-dent zu Regensburg, machte 1765 in seinen Versuchen Papiere bekannt, welcheaus Pappelwolle, Wespennestern, Hobelspanen, Hölzern, Moosen, Flechten,Stroh, Disteln, Rohrstängeln, Nußbaumblättern bereitet waren. Sengcr em-pfiehlt dazu grüne Wasserfäden, Contervu; Loschge die Lohe mit wollenen Lum-pen zum Packpapier. Die Chinesen nehmen Bambus, Maulbcerbaumrinde,Seide; die Japanesen von der Papierbaumrinde, Norus psy^rikora, was siemitRcisleim behandeln. Fei'nfaserigerAsbcst gibt unvcrbrennliches Papier. Langewaren Frankreich und Genua beinahe ausschließlich im Besitz, das übrige Europamit den bessern Papiersorten zu versehen; späterhin gelang es Holland, trotz derihm im Wege stehenden natürlichen Hindernisse (Mangel an Lumpen und an gutemWasser), ihnen den Rang abzulaufen, den es auch noch jetzt, nur mit der Einschränkung behauptet, daß das engl. Velinpapier zum Zeichnen rc. überall vorgezo-gen wird. Die deutschen Papiere sind im Allgemeinen bisher von minderer Schön-heit als die auswärtigen. Aus kapier maelie, einer Masse von gestampftem Pa-piere, werden mancherlei kleine zierliche Geräthc, als Dosen, Kästchen rc. verfer-tigt. — Papier nennen die Kaufleute auch Wechsel. 1.
Papiergeld. Was Geld und Münze ist, sagen diese Artikel. Wennman nun einem Stückchen Papier gleichen Werth, gleichen Curs und gleiche Kraftwie einem Stück Metallgeld zu geben versteht, so hat man Papiergeld oder Papier-münze geschaffen. Dies kann aber nur geschehen, indem man auf dem Papier durcheine Inschrift die Versicherung crtheilt, jedem Inhaber desselben die darauf ausge-