Druckschrift 
8 (1830) O bis Q
Entstehung
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Papier

b.'l ein beweglicher Rechen gedreht wird), auch durch Sieb - und Beutelvorrichtun-gen. Diese gereinigten Lumpen werden auf einem Klotze zerhackt, oder durch eineMaschine, der Lumpenschneider genannt, zerrissen und sodann entweder im Ge-schirre zerstampft oder im Holländer (s. unten) gemahlen. Das Geschirr, Stampf-mühle, Hammermühle, besteht in mehren hölzernen oder steinernen Trögen, de-ren Böden mit Eisenplatten ausgelcgt sind, und in welchen die Lumpen mit stets zu-fließendem reinem Wasser benetzt und durch Stampfer (Hammer) grob zermalmt(ausgefasert) werden. Das schmutzige Wasser läuft durch unterwärts angebrachteSieblöcher wieder ab. Die Stampfen werden durch eine Welle mit Daumen ab-wechselnd auf- und niedecbewcgt. Nach einigen Stunden sind die Lumpen zuHalbzeuch ausgefasert, dieser wird sodann mittelst eines viereckigen Rahmens, desZeuchkcanzes, auf Haufen zum Abtrocknen gepackt, woselbst er mehre Wochen ste-hen bleibt und durch freiwillige Erhitzung in Gahrung kommt, welche den färben-de» Stoff der Leinwano zerstört und in Essigsäure verändert. Der so gebesserteHalbzcuch wird nachmals, am besten auf dem Holländer oder auch im Geschirre,in Feinerungströgcn, weiter zu Ganzzeuch vollkommen zerstampft. — DieserHolländer, eine holländ. Erfindung, in der Landessprache Roe.rback genannt,ist eine schwere eichene Walze, welche durch ein Kammrad geschwind umgetriebenwird, horizontal liegt und rund herum mit ungefähr 30 metallenen Schienen nachder Länge belegt ist, die den Halbzeuch auf einer unterliegenden, gekerbten kupfer-nen Platte (die Platte am Kropfe) zu Ganzzeuch zerreibt. Die Maschine liegt ineinem verschlossenen Bottich, damit durch den schnellen Umlauf nichts verspritztwerde. Hineingclcitetcs Wasser spült Alles schräg über den Kropf und läuft nachunten wieder ab. Auf den holländ. Mühlen wird Ganz- und Halbzeuch damitzermahlen, wodurch der dritte Theil Zeit, viel Raum, den der große Stampftrogeinnimmt, erspart und große Reinlichkeit der Waare erlangt wird. Bisweilenwird der Ganzzeuch noch in Schaumtrögen vollends fein gearbeitet. Jetzt wird ecin einer hölzernen Butte mit Wasser angerührt und durch einen darin befindlichenkupfernen Ofen, Pistolet, erhitzt, auch durch Bewegung in Gleichförmigkeit er-halten. Aus diesem Breie schöpft der Buttgeselle oder Schöpfer mit der durch denRahmen oder Deckel bedeckten Form so viel aus, als er, nach der vorgeschriebenenStarke der eben zu liefernden Papicrsortc, für einen Bogen zu bedürfen glaubt,laßt das Wasser ablaufen und ordnet durch Rütteln ic. den Brei gleichförmig aufder Form. Dieses ist ein den Umständen nach eng oder weit geflochtenes Draht-gitter in einem hölzernen Rahmen, der etwas größer ist als der zu fertigende Bo-gen, und worauf ein zweiter leerer Rahmen, gerade von der Größe des Bogens,während des Schöpfens aufgedrückt wird. Nach dem Schöpfen nimmt der Ge-selle den Rahmen weg und schiebt die Form auf einem schrägen Brete seinem Ge-hüsten, dem Kautscher, zu, der den Bogen auf eine Filzplatte stürzt, die leereForm zurückgibt und fortsährt, Papier und Filz in einem Pauscht aufzuschichten.Aus den Pauschten wird durch Pressen das Wasser weggeschafft, und dem BogenHaltbarkeit gegeben. Der Bogen wird vom Filz abgesondert und nochmals für sichgepreßt; feines Papier noch mehre Male (wird ausgetauscht), worin eben die besteZurichtung besteht. — Darauf folgt das Trocknen, am besten auf Rohrstäben undohne Luftzug; nach dem Trocknen das Leimen. Dieses geschieht durch Eintauchenmehrer Bogen in eine warme Leimbrüke mit Alaunzusatz, die in einer kupferne»Schüssel sich befindet. Das geleimte Papier wird abermals getrocknet, die zusam-menklebenden Bogen abgesondert, das schadhafte weggenommen (ausgeschält) undbas taugliche in Bücher (Schreibpapier zu 24, Druckpapier zu 25 Bogen) gelegt.Diesen gibt man unter einer großen, breiten Stampfe Dichtigkeit und Glätte,packt sie in Lagen von 20 Buch (oder Ries), welche nochmals gestampft und zumVerkauf in Ballen oder Riem zu 10 Ries verpackt werden. Didot machte 1801 die