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8 (1830) O bis Q
Entstehung
Seite
228
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228 Pantheismus

Hämmer auf die Saiten von oben herab geschieht, oder bei welchen metallene Ham-mer oder in Haken gebogene Drahte an die Saiten angcschnellt werden, und wobeidas flügelartige Corpus senkrecht in die Höhe steht. Endlich heißen Pantalonslange, bis auf die Füße herabgehende Beinkleider, wie der P antalone in den ital.Masken (s. d.) sie tragt.

Pantheismus, ein Wort, mit welchem besonders unter den Theologengroßer Mißbrauch getrieben wird, aus Mangel philosophischer Begriffe. Die Ideeder Gottheit oder des absolut nothwcndigcn vollkommenen Wesens ist der sich ent-wickelnden Menschcnvcrnunst überall eigen und nothwendig; denn durch Vernunfterhebt sich der Mensch über die Erscheinungen der Dinge bis zu dem Gedanken desletzten Grundes derselben. Diesen stellt sich der Mensch, auf den verschiedenen Stu-fen seiner Bildung, bald als einfach und von der Welt verschieden (Monotheismus),bald als vielfach (Polytheismus), bald als das Ganze der Welt vor. Diese letztereVorstellungsweise, oder dieses philos. System (wenn diese Vorstcllungsweisc ipissen-schastlich aufgestellt und entwickelt wird), nennt man im eigentlichen Sinne Pan-theismus (Alleinslehre). Er besteht also darin, daß man das All der Dinge (ro7 r«v), oder die Welt im weitern Sinne, für Gott halt und kein von ihr verschiede-nes Wesen als Grund derselben annimmt, mithin Gott und Welr schlechthin iden-tisicirt. Eine solche Annahme ist in der Philosophie gewöhnlich das Ergebnis einesfolgerecht durchgeführten Materialismus, d. h. der Ansicht, welche die Materie alsGrundlage alles Dessen, was ist, betrachtet. Da aber diese Ansicht dem inmrstcnBewußtsein des Menschen, welches durch dieselbe nicht erklärt werden kann, undden heiligsten Interessen seiner sittlichen Natur widerspricht, weil dann nur eineNaturnolhwendigkcit herrscht, und alle Freiheit aufgehoben wird, durch welche dermenschliche Geist der Vervollkommnung ins Unendliche fähig ist; weil mithin dieseAnsicht nothwendig in Fatalismus übergehen muß, welcher die reine, dem sittlichenSelbstbewußtsein einzig zusagende Idee der Gottheit, als des allweisen und heiligenSchöpfers, unmittelbar aufhebt: so ist auch der Pantheismus in diesem Sinnegleich verwerflich und dem Atheismus gleichzustellcn, der den Schöpfer läugnec.Zweitens kann man zwar dem Worte nach auch diejenige Ansicht Pantheismusnennen, nach welcher angenommen wird, die Gottheit sei Alles, was wahr-haft ist, das Wesen aller Dinge beruhe in ihr, und Nichts sei wahrhaft, wasnicht in Gott gegründet sei (man hat auch dies die Lehre von der Immanenz derDinge in Gott genannt); allein diese Ansicht ist von der vorigen in religiöser undmoralischer Hinsicht so verschieden und läßt so mannigfaltige Abweichungen zu, daßman sogar mit Schilling behaupten kann, jede Vernunftansicht, wir setzen Hinz»,jede religiöse Ansicht, müsse in irgend einem Sinne zu dieser Lehre hingezogen wer-den. Denn hauptsächlich kommt es darauf an, was man unter Gott versteht, undn welcher Beziehung man die Dinge zu ihm setzt; ob nämlich ein Fatum odereine bildende Naturkraft, durch welche Alles ursächlich bedingt sein soll, Gott ge-nannt, und den Dingen, die aus Gott stammen, eine göttliche Natur beigelegt wird,in demselben Sinne, in welchem sie Gott zugeschrieben wird, d. h. dem Grade oderder Art nach mit Gott völlig gleich. Denn nur in d ie sem Sinne würde die ebenbeschriebene Ansicht mit der obigen gleichen Tadel verdienen. Wenn aber Golt imobigen Sinne, als das vollkommenste Wesen, die Welt als das ihm entsprechendeWerk, wodurch er sich von Ewigkeit offenbart hat, und die Freiheit als dem Men-schen durch ihn verliehen betrachtet wird, so ist dies sogar der Ausspruch der christlich-religiösen Lehre (vgl. Apostelgesch. 17,27 sg.; Ephes. 4, 6), durch welche der Unter-schied zwischen Gott und Welt nicht aufgehoben wird, und die Sittlichkeit vielmehreine höhere Weihe erhält. Übrigens schreibt man die obige Ansicht oder den cigent-UchenPantheismus, der aber freilich ebenfalls verschiedene Abweichungen zuläßt, un-ter den neuern Philosophen gewöhnlich dem Giord. Bruno und Spinoza zu; daher die