Druckschrift 
8 (1830) O bis Q
Entstehung
Seite
227
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Panorama Pantalorr 22?

Grenzen über den Pontus zurück. In Pannoniens Gebirgen ließen sich jetzt jeneSarmaten nieder, welche die Vorfahren der heutigen Slawonier sind. Pannonienselbst nahmen, mit Bewilligung der morgenländischen Kaiser, die Gcpiden und dieOstgothen in Besitz. Als Letztere nach Italien zogen, rückten die Langobarden inPannonien ein, welche die Gepiden sich unterwarfen, und als sie 568 nach Italienzogen, den Avaren (s. d.) Pannonien überließen. Diese wurden von Karl d. Gr.besiegt und zur Annahme des Christenthums genöthigt. Endlich eroberten die U n -garn (s. d.) um 900 Pannonien.

Panorama, Rundgemälde (vom griech. Orama, d. i. Überschau), nenntman das perspectiv. Horizontalbild einer Stadt oder Gegend; die täuschendste Artder perspectiv. Darstellung in Farben und Licht. Die Zeichnung eines Panorama hatein Deutscher, Prof. Brcysig in Danzig, erfunden; in England ward das erste vonRobert Barker 1793 in Edinburg ausgestellt. Man kann das Panorama mit Rechtden Triumph der Perspective nennen. Won einem Thurme oder Berge aus muß derKünstler die Gegend ringsherum, so weit sein Auge den Horizont erreichen kann, mitGenauigkeit ausnehmen; Wahrheit und überraschende Täuschung sind die Haupt-zwecke solcher Darstellungen, welche aber nur durch die Art, wie diese Gemälde aus-gestellt und beleuchtet werden, vollkommen zu erreichen sind. Ist nämlich ein Pano-ramagemälde in allen seinen Thcilcn vollendet, so wird cs in einem dazu eingerichte-ten Rundgemälde dergestalt zusammengesetzt und aufgehängt, daß der Beschauer inder Mitte, von einer Galerie umgeben, so steht, als befände ec sich aus dem Platze,von welchem aus das Gemälde gezeichnet wurde. Das Licht fällt rund herum nurvon oben darauf, ohne daß der Beschauer geblendet wird, und da dieser nirgends einEnde deS Gemäldes, sondern jeden Theil des Ganzen in relativen Proportionen undin einem aus der Wirklichkeit entlehnten Farbentone erblickt, so glaubt er wirklich indie dargestellte Gegend »ersetzt zu sein. In London u. Paris gibt es Gebäude, welchestets zur Aufstellung dieser Gemälde eingerichtet sind. RobertFulton, ein Amerika-ner, brachte zuerst ein Panorama nach Frankreich. Man bewunderte dort nach undnach die Darstellungen von London, von Paris, Toulon, Neapel, Florenz, dem Ha-fen von Boulognc, Rom, Amsterdam rc. Auch in Deutschland hat man die Panora-men von Wien, Paris, Toulon, Neapel, Gibraltar, Petersburg, Moskau, vom Ätna(verf. v. Prof. Siegelt), Salzburg rc. mit Beifall gesehen. Das Leben und Treibenaus den Straßen kann bei diesen Gemälden ebenso tauschend nachgebildet werden,als die in Dufc verschwimmende Ferne. Man hat noch das Stercorama,aus Papiergallertc verfertigte topograph. Relieftafeln (s. K. W. Kummer); dasMy rioram a (s. d.); das Ne orama (s. d.); das Diorama, welches sich da-durch vom Panorama unterscheidet, daß es kein Rund-, sondern ein Flachgemäldeist, also keinen allgemeinen Umblick, sondern bloß eine bestimmte Ansicht, wie jedesgewöhnliche Gemälde verstattet. Die Vorrichtung zum Behufe der Beleuchtung istvon der des Panorama nicht bedeutend verschieden. Bekannt sind die Dioramen vonBouton in Paris, z. B. Venedig, dann (1829) die Sündflut; ferner die von Gro-pius in Berlin. Georama, Erdübcrblick, nannte der Erfinder Delanglardeine hohle Kugel von 40 Fuß im Durchmesser, die eine Globuscharte sphärisch dar-stellte. Kosmorama heißt ein seit 1808 in Paris aufgestellter Weltschausaalmit mehren hundert Gemälden der merkwürdigsten Scenen, denen Vergrößcrungs-glastafeln die natürlichen Größcnverhältnisse geben. Etwas Ähnliches ist das Eu-ro p o r a m a von den Gebrüdern Suhr in Hamburg. X.

Panspfeife, s. Syrinx.

Pantalon oder Pantaleon, ein von Pantaleon Hebenstreik üUS Eis-leben , einem (in der Mitte des 18. Jahrh.) berühmten Geiger, erfundenes, jetzt

in Vergessenheit gcrathenes musikalisches Instrument, in Form eines CymbakS._

Auch Claviatnrinstcumente nennt man Pantalons, bei welchen der S'chlaq der

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