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8 (1830) O bis Q
Entstehung
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Panduren Panm 225

mit einer Gabe beschenkte. Prometheus, von Zeus aus dem Himmel gestoßen,hatte Menschen gebildet und sie mit dem heimlich entwendeten Funken belebt. Zor-nig beschloß der Vater der Götter, den Frevel zu strafen. Er befahl dem Vulkan,aus Erde ein Weib zu bilden, den Göttinnen gleich an Schönheit und Anmuth,und ihm Sprache und Leben einzuhauchen. Der Gott vollzog den Befehl (nacheiner andern Sage war sie des Prometheus Geschöpf, und die Götter kamen aufdie Erde, sie zu sehen, und beschenkten sie); Minerva aber mußte das Gebilde inkunstvollen weiblichen Arbeiten unterrichten, Venus sie mit Schönheit und Reiz be-gaben, Mercur ihr die Sucht zu gefallen einflößen und sie die schmeichelnde und ge-fällige Sprache lehren. So geschmückt, führte Minerva sie in die Versammlungder Götter, und alle erstaunten über das Kunstwerk. Darauf schickte Zeus, der siemit einer Büchse oder einem Faste beschenkte, worin aller Jammer und alle Trüb-sal für die Menschen cingeschlosten war, den Mercur zum Epimetheus, Prome-lheus's Bruder, ihm Pandoren als ein Geschenk zuzuführen. Prometheus hatteihn gewarnt, je ein Geschenk von Jupiter anzunehmen; aber die Reize des Mäd-chens bethörtcn ihn. Bisher lebten die Menschen ohne alle Übel, ohne drückendeArbeit und frei von Krankheiten. Aber Pandora brachte das ganze Heer von Übelnmit, die, als Epimetheus, nach A. Pandora selbst, aus unbczähmter Neugierdeden Deckel des Gefäßes öffnete, welches durch einen Götterspruch zu öffnen verbo-ten war, sogleich heraussirömtcn und sich über die Erde verbreiteten. Nur die Hoff-nung blieb auf dem Boden der Büchse zurück, da er oder sie den Deckel voll Schre-cken schnell wieder zuschlug, und so ist cs denn auch nur die Hoffnung, deren Wun-derkraft dem Menschen seine Leiden und Mühen erträglich macht.

Panduren hießen von dem Dorfe Pandur in der niederungarischen Ge-spannschaft Sol, in dessen Nahe sic in den Gebirgen zerstreut wohnen, die serbischenoder raitzischcn Fußvölker, die sonst unter einem eignen Hauptmanne, welcher Ha-run Paschah hieß, standen. Sie trugen Mäntel, lange Beinkleider und Mützen,waren mit einer langen Flinte, Pistolen im Leibgürtel, einem ungarischen Säbelund zwei türkischen Messern bewaffnet. Seit 1750 wurden sie auf regulaircn Fußgesetzt; jetzt gehören sie zu den Granitzern.

Panegyrikus, in der Redekunst eine Lobrede oder Lobschrift, deren Zweckdie veredelnde Darstellung oder Schilderung einer Thatsache oder Person ist. Diehistorische Wahrheit ist hier untergeordnet, insofern der Schildernde den Gegenstandhöher zu stellen und seine Ansicht und Liebe für den Gegenstand allgemein zu machensucht. Daherpanegyrisch lobredncrisch, und PanegpristLobrcdner. Schonin dem freien Griechenland fand diese Art von Reden Beifall, und derPanegyri-kus" des Jsokrates ist, ungeachtet der zu sichtbaren Kunst, die dem Werke dasGroßartige raubt, ein wahres Meisterstück sorgfältiger Schreibart. In der römi-schen Literatur, wie wir sie noch besitzen, ist der Panegyrikus des jünger» Pliniusauf Trajan der vorzüglichste, sowol in Rücksicht des klassischen Styls als der redne-rischen Anlage. Die spätem römischen Panegyriker des 3. und 4. Jahrh. könnennur den Geschichtsforscher anziehcn. - Unter den Neuern haben die Franzosen eineähnliche Gattung in ihren Eloges (s. d.). Einzelne treffliche Lobreden besitzenauch die Engländer, die Deutschen u. s. w.

Panharmonikon, s. Mälzl.

Panier oder Banner hieß im Mittelalter bei der deutschen Lehnmiliz eineHeeresfahnc, welche nur Derjenige von Adel, der eine Compagnie gut bewaffneterVasallen in den Krieg führen konnte, vom Herzoge bekam. Ein solcher hieß Bau -nerherr (s. d.).

Panin (Nikita Jwanowitsch, Graf v.), Staatsminister, geb. 1718. SeineFamilie stammt« aus Lucca in Italien, sein Vater aber war unter Peter I. General-lieutenant. Der junge P. diente anfangs bei der Garde der Kaiserin Elisabeth,Conv. - Lex. Siebente Aufl. Bd. VlII. f ; 5