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8 (1830) O bis Q
Entstehung
Seite
217
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Palmen 2!7

1824 ließ ihn der Jnfant D. Miguel verhaften; er ward aber, als JohanwVI,s. Thron gegen die Anschläge des Jnfanten behauptete, in Freiheit gesetzt und nahms. Stelle wieder ein. Jndeß trat derKricgsminister, Grafv. Subserca(Pamplona),als erster Minister an die Spitze des Cabinets. Das portug. Cabinct schwanktejedoch fortwährend zwischen dem britischen System, dem P. folgte, und dem derMächte des festen Landes, insbesondere Frankreichs, welchem Subserra anhing.Endlich erfolgte am 15. Jan. 1825 die Auflösung des bisherigen Ministeriums.Der Marquis v. P. behielt Titel und Rang eines Staatsministers, mit einemJahrgclde von 1,600,000 Reis (ungefähr 2721 Thlr.), wurde Großkreuz desChristordens mit einer Pension von 600,000 Reis (1020 Thlr.) und Botschafteram großbrit. Hofe. Als nach dem Tode Joa» VI. in Portugal der europäischeParteikampf über die von D. Pedro gegebene Constitution entstanden und ein bri-tisches HülfScorps in Lissabon angekommen war, trat eine Ministerialveränderungim Sinne der Constitutionncllgesinnten ein, und der Marquis v. P. ward im Juni1827 zum Minister der auswart. Angelegenh. ernannt. Er trat aber diesen Postennicht an, weil die Partei der Königin aufs Neue Einfluß gewann, und D. Migueldie Regentschaft erhielt. Als der Usurpator die Constitution vernichtete, bliebP. der Königin Donna Maria treu, und leitete den Aufstand ihrer Anhänger mDporto; dann trat er an die Spitze der Regentschaft im Namen der jungen Köni-gin zu London, wo er noch lebt. In Portugal ward er 1829 als Hochverräthcr zumTode vcrurtheilt, und sein Vermögen eingezogen. 20.

Palmen (die), eine der merkwürdigsten Familien des GewächsreichS,Schon die ältesten Denkmäler menschlicher Bildung zeigen Spuren von der Kennt-niß dieser schönen Gewächse. Linne nannte die Palmen in seinem natürlichenSystem Vlinoipe«, die Fürsten des Pflanzenreichs; allein es waren ihm nurwenige Arten derselben hinlänglich bekannt. Sein Gefühl für natürliche Ver-wandtschaften der Naturkörper leitete ihn dahin, alle beisammen zu lasten, undso bildeten sie ihm und spätcrn Schriftstellern einen Anhang für das Sexualsystem,während neuere Botaniker sie in mehre Clasten verthcilten, auf diese Weise aberdas Band auslöscn, welches die Natur unverkennbar um sie geschlungen hat.Die Palmen sind ziemlich hoch ausgcbildcte Gewächse, bei denen aber das maje^statische Ansehen in einem sonderbaren Vcrhältniß zu ihren sehr kleinen, fast gras-oder spargelartigcn Blüthen steht. Sie bilden die höchste Gruppe unter den Mono-kotyledoneen oder einsamenlappigcn Gewächsen, wohin graser-, binscn-, spargcl-und lilicnartige Pflanzen, Archibecn, Ananas- und Bananengewächse gehören.Daher ist auch die Hauptrichtung der Palmen in ihrer ganzen Entwickelung nurdie perpcndiculaire,und eine eigentliche Verzweigung findet bei ihnen in der Regelnicht statt. Ihre Stämme erheben sich säulcnartig, manche zu einer Höhe von160180 Fuß, wie die Wachspalme, Ovroxzckon »näioola, auf der Andesketteim südl. Amerika, ja manche Rotangartcn oder Calamuspalmcn erreichen eineHöhe von 500 Fuß. Die junge Palme entwickelt sich aus dem Samenkorns miteinem einfachen, grasahnlichen Blatte. Diesem folgen etwas zcrtheilte, bis dieregelmäßige Blattbildung hervortritt. Wenn der Stamm erscheint, so sterben dieäußersten Blatter ab; die untern zurückbleibenden Theile ihrer Stiele aber bleibenvon Innen in Verbindung und hinterlassen von Außen Narben an dem auf dieseWeise sich bildenden Stamme, wahrend sich aus besten Mittelpunkte die jungenHerztciebe fortwährend herausschiebcn und nach vollendeter Stammbildung dieKrone darstellcn, da bei den Palmen kein verzweigter Gipfel wie bei den Bäumenvorkommt. Auch der innere Bau des Stammes ist ganz abweichend, denn dieSaftgefäße sind hier nicht in Jahrringe verlegt, wie bei den Baumen, sondernstehen zerstreut, was man am deutlichsten in den versteinerten Palmenhölzern, diewegen der dadurch gebildeten Flecke u. d. N. Staarsteine bekannt sind, auf