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8 (1830) O bis Q
Entstehung
Seite
218
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218 Palmen

dkm Quecdurchschnitte sehe» kann. Einige Palmen haben spindelförmige Stamme,d. h., welche in der Mitte ihrer Höhe am dicksten, nach unten und oben zu dünnersind. Die Palmenblättec erscheinen unter zwei Hauptgcstaltcn: 1) gefiedert, d. h.wie eine Feder gebildet, sind diejenigen Palmenblätter gebaut, die man fälschlichPalmenzweige nennt, und deren sich orientalische Völker bei religiösen Ceremonienbedienen; 2) sind die Blatter andrer Palmenartcn sogen. Facher, d. h. der Blatt-stiel trägt nur an seiner Spitze eine Menge schmaler Blättchen, welche sich wie dieStäbe eines Fächers, um diesen Erdpunkt herum, strahlenförmig ausbreiten.

Die meisten Palmen müssen ein ansehnliches Alter erreichen, bevor sie zu Hervor-bringung ihrer Blüthen und Früchte tüchtig sind. Hat der Trieb seine bastartigcHülle zersprengt, so erscheint er gewöhnlich in eine große Anzahl kleiner ährenfor-migcr Awcigelchen gctheilt, die eine zahllose Menge kleiner Blülhchen Hervorbrin-gen, welche an den meisten Arten nicht eine Erbse groß sind, deren aber bisweilen12,000, ja bis 000,000, an einem einzigen Blüthentriebe beisammcnsitzen.Diese Blüthchcn sind entweder bloß männlich oder befruchtend, oder sic sind weib-lich oder fruchtbringend. Nun gibt es aber sowol Palmcnarten, bei denen einStamm nur männliche, der andre nur weibliche Blüthen hcrvorbringk, und wodie weibliche erst dann Früchte trägt, wenn Wind oder Insekten ihm den Blüthen-staub von den männlichen Palmen zuführen; oder beiderlei Blüthen finden sich aufeinem Stamme, gewöhnlich in demselben Blüthenbüschel; oder es kommt endlich,obwol seltener, auch der Fall vor, daß eine Palme sogenannte Zwittcrblüthcn trägt,d. h. solche, die sich selbst befruchten. Die Früchte der Palmen sind größten- ltheils nuß- oder pflaumenartig, denn bei manchen haben sie eine saftige Hülle,wie bei der Dattelpalme, oder eine bastartige Bedeckung, wie bei der Eocospalme.

Die Palmen wachsen in den heißesten Ländern, vorzüglich zwischen den Wen- !

dckreisen, nur wenige außerhalb, nämlich 5 Arten in Nordamerika, eine in China !

und Japan, 3 im nördl. Afrika und im südl. Europa, eine im südl. Afrika, eine !in Port Jackson, und eine auf Neuseeland. Die meisten und größcrn sind demtropischen Amerika eigen, wo man 46 Arten kannte, deren Zahl aber durch die ^neuern Reisenden, den Prinzen Max von Neuwied und Hofrath Martius, be- !

deutend vermehrt worden ist. In der heißen Zone Asiens nahm man 32, im heißen ^

Afrika 15, in Ncuholland 3, in Neuirland 1 und auf den Südseeinseln 4 an. IMartius glaubt, daß die Zahl der Palmenarten wol auf 1000 gebracht werdenkönne. Der berühmte Handelsgartner Loddigcs in London cultivirt schon 100 tArten, während die deutschen Gärtner noch sehr arm daran sind. Die Palmenerwachsen zwar zum Theil gesellschaftlich, wie z. V. die kleine Fächerpalme, 01>a-I»aerol>8 Iiurnili«, selbst im südl. Europa und im nördl. Afrika, oder wie die >

Llauritia tlvxuos-» in Südamerika; allein andre kommen wieder desto einzelner !

vor. Die Eocospalme breitet sich über iammtliche Contineute und Inseln derheißesten Zonen aus. Wenn uns schon der zierliche Wuchs, der höchst cigen-thümliche Bau und die majestätische Bildung der Palmen zur Bewunderung ver-anlassen, so müssen wir ihnen noch vorzüglich deßhalb unsere Aufmerksamkeit schen-ken, weil die Natur sie auch fast mit Allem versah, was die Einw. ihres Vater-lands bedurften. Schon die Wohnungen in heißen Klimaten sind fast ganz aus Pal-men erbaut, oder mit Theilen von ihnen bedeckt. Der Stamm dient zu Pfeilernund Pfosten, welche durch Insekten nicht zerstört werden; auch die Seitenwändeder Hütten bildet man aus Bretern von Palmenholz, oder sie werden aus Palmen-blättern geflochten. Palisot de Beauvais sah aufSt.-Domingo eine Hütte, dicviel-lcicht von der ersten Anlage der Colonie hecstammte. Bretcr aus der Kohlpalme,oloravea, bedeckten alle Seitcnösfnungen, und diese Bretcr waren unver-sehrt, ja sie hatten sogar an Gewicht und Härte so zugenommen, daß cs kaummöglich war, ihnen mit schneidenden Werkzeugen beizukommen. Aus dem Stamme