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Ruf nach Leyden erhielt. Spater ward er Agent der Nationalerziehung und erhieltauch den Lehrstuhl der britischen Poesie und Beredsamkeit. Der König Ludwig v.Holland ernannte ihn zum Mitglieds des Instituts, zum Ritter und Sprecher desUnionsordens -, die Rede, welche er bei der Stiftungsfeier des Ordens sprach, istmeisterhaft. Unter vielen schätzbaren Werken von ihm ist ausgezeichnet s. „Histor.Denkmal der Restauration Hollands im 1.1813"; es erhielt den vom Viceadmiralvan Kingsberger für diesen Gegenstand ausgesetzten Preis und gehört zu den treff-lichsten Erzeugnissen der holländischen Literatur. Seine Charakteristiken sind vollLeben und Wahrheit, in einer Kraft der Darstellung, welche den Sallust zum Ver-bilde nahm und hinter demselben nicht zurückbleibt. ZuAmsterd. 1805 gab v. d. P.eine neue Übers des Propheten Jesaias mit e. Commentar (3Bdc.) und seit 1818eine neue holländ. Übersetzung der Bibel mit Anmerk, heraus.
Palma (Giacomo), mit dem Zunamen veeeliio (der Alte), Schüler Titian's,einer der berühmtesten Maler des 16. Jahrh., geb. zu Bergamo 1540, gest. 1588zu Venedig. Diese Stadt besitzt die trefflichsten Werke von s Hand, z. B. die heil.Barbara. Vorzüglich rühmt man s. Bildnisse. Sein Neffe, Jakob d. I., Lsliuett»genannt, studirte zu Rom nach Rafael, und malte das Weltgericht in dem Saale desScrutiniums zu Venedig. Auch radirte ec. Er starb 1624 im 84.1. s. Alters.
Palme (von palina, die flache Hand), in Nicderdcutschland ein Längen-maß, um die Dicke der Rundhölzer auf Schiffen danach zu bestimmen. In Ham-burg hält sie 424 Linien pariser Maß, wenn man den Umfang mißt, oder 124solcher Linien, wenn man den Durchmesser mißt. In Holland und Norwegen hältsie nur 39-/v solcher Linien, und 3 Palmen machen daselbst 10 Zoll 2 Linien däni-schen Maßes. In Italien ist die Palme (p-rlino) eine Spanne.
Palmclla (DonPedro deSousa-Holstein, Graf, dann Marquis v.), k.portug. Staatsminister. Er machte sich zuerst durch die Festigkeit bekannt, mit wel-cher ec (1808) auf Napoleons Frage zu Bayonnc: „Nun, Ihr Portugiesen, wolltIhr Spanier sein?" ein stolzes: „Nein, Sire!" zur Antwort gab. In der Folgetrat P. unter Europas Diplomaten bei dem Congresse zu Wien 1814 als portug.Bevollmächtigter und Mitglied des Hauptvereins der 8 Mächte, welche den Friedenvon Paris unterzeichnet hatten, auf, sowie später bei dem Congresse zu Paris 1815.Als Lord Castlereagh im Febr. 1815 zu Wien die unmittelbare Abschaffung desNegersklavenhandels verlangte, erklärte P., daß Portugal erst nach 8 Jahren dareinwilligen könne, wenn England einigen Punkten des Vertrags mit Portugal vom19. Febr. 1810 entsage. Am 13. März 1815 Unterzeichnete er die Ächtungsurkundegegen Napoleon und ging hierauf als Botschafter an den großbrit. Hof, ward aberschon 1816 in Brasilien zum Staatssecretair für die auswärt. Angelegenheiten er-nannt. Im Febr. 1818 begab er sich nach Paris, um mit dem span. Botschafter,dem Grafen v. Fcrnan - Nuncz, den Streit über die Räumung von Monte-Videobeizulegen. Als die Revolution in Portugal ausgebrochen war, erlaubten ihm dieCortes, auf Reisen zu gehen. Nach dem Sturze der Constitution am 27. Mai1823 gab ihm der König die Leitung der ausw. Angelegenh., den Vorsitz im Mini-sterium und den Titel Marquis. (Vgl. Portugal.) Auch entwarf, auf des Kö-nigs Befehl, eine Junta unter P 's Vorsitz eine constitutionnellc Charte, fast die-selbe, welche D. Pedro den 23. April 1826 den Portugiesen gab. Dadurch wurdedieser hell und gemäßigt denkende Staatsmann der Königin und dem Generalissi-mus der Truppen, Jnfanten Don Miguel, sowie der apostolischen Junta und denAbsolutisten in Spanien verhaßt. Der König legte daher den Entwurf bei Seite.Da nun auch der neue franz. Minister, Baron Hyde de Neuville, und der britische,Sir Edw. Thornton, jeder für die Zwecke seines Hofes, das politische System deslissaboner Cabinets zu lenken suchten, so kam P. in eine schwierige Lage, welchedurch die Trennung Brasiliens von Portugal noch verwickelter wurde. Am 30. April