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8 (1830) O bis Q
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und zählt 400 Studirende; sie hat-.Sternwarte, Münzsammlung ic. Auch ist hiereine Akademie der Wissensch. Die Stadt sendet die meisten sicilian. Erzeugnisse:Weizen, Wein, Öl, Südfrüchte, Manna rc., an das Ausland, und versorgt die In-sel mit Specereien und Manufacturwaaren. Die palermische Seide wird in derUmgegend gewonnen und gewöhnlich roh versendet. Palermo den häufigenErdbeben der dortigen Gegend nur 2 Mal, 1. Sept. 1726 und 5. März 1823,bedeutend erschüttert worden. Die Kaiser Heinrich VI. und Friedrich II. sind in s

der Domkirche bcigesetzt. Als man 1781 bei einer Ausbesserung die porphyrnen >

Särge an einen andern Ort brachte und öffnete, fand man die Leichname fast ganz i

unversehrt, und auf ihren Kleidern Inschriften in der heutigen arabischen Cursiv- ^

schrift. Im Juli 1820 erregte hier eine Faction des Adels, welche Sicilien eineeigne Constitution geben wollte, einen blutigen Aufstand.

Pales, eine der italischen Feldgottheiten, die Geberin guter Bergweideund Schützerin der Hccrdcn vor Seuchen und Raubthieren. Nach Einigen ist sie ,männl. Geschlechts und ein Sohn des Jupiter. Sie wurde als Hirtengöttin miteinem Stabe und einem Kranz aus dem Haupte vorgestellt, und bald unter Bäu-men, bald in eignen Tempeln verehrt. An ihrem Feste ward zugleich der Gcün-dungstag Roms gefeiert (21. April). Man opferte ihr Milch und Hirsekuchcn.

Palestrina (Giovanni Pietro Aloisio, oder Perluigi da), der berühmtesteMeister der alten römischen Musikschule, geb. 1529 zu Palestrina, dem alten Prä-neste, daher sein Beiname: il Prenestino, studirte die Musik unter einem Meisterder vor ihm berühmten gallisch-belgischen Schule, den Einige Gaudimel nennen.

Sein Genie erhob ihn bald zu dem Range eines der ersten Tonsetzer, welcher einegroße Reform in der Kirchenmusik hervorbrachte. Gegen die Mitte des 16. Jahrh.war die Musik in Künstelei und leeren Schall dergestalt ausgearlet, daß Papst ,

Marcellus II. schon im Begriffe war, sic aus der Kirche zu verbannen, als P., '

der die wahre Bestimmung der kirchlichen Musik richtiger aufgcfaßt hatte, denPapst um die Erlaubniß bat, eine seiner Arbeiten vor ihm aufführen zu dürfen.

Der junge Tonseher ließ am Ostersonntage 1555 eine 6stimmige Messe (die nochvorhandene Vspae Usreelli) aufführcn, die durch ihre Würde und einfacheSchönheit den Papst von seinem Vorsatze abbrachte. Seitdem wurde die Musikwesentlicher Eultus der kathol. Kirche. Der Papst und dessen Nachfolger Paul IV.trugen ihm nun auf, eine Anzahl ähnlicher Compositionen für ihre Capelle zu ver-fertigen. 1562 wurde P. zum Capellmeister von Santa-Maria-Maggiore, und ,1571 zum Capellmeister von St.-Peter ernannt. Dieser Periode haben wir dengrößten Theil seiner Meisterwerke zu verdanken. Sein Styl (»Ha ?al««trina ge-nannt) siegte über die flamländische Schule, die damals durch ganz Europa in An-sehen stand. Über P.'s Styl s. m. dieLeipz. mustk. Zeit.", 1814, S. 35. P.starb am 2. Febr. 1594 und ward mit großer Pracht in der Petcrskirche am Fußedes Altars des heil. Simon und Juda beerdigt, wo sein Grabmal die Inschrift hat:Joannes Vetru« tlloz-siu« ksle«trin», Uusicae krinceps". Noch jetzt werden dieWerke dieses Patriarchen der Harmonie und Hauptes der alten ital. Schule inItalien oft vorgetragen; namentlich zu Rom alljährl. in der sixtinischen Capelle s. >8stimmiger Gesang :Vratre« ego enim sccepi", nebst dem8tllbat mater" unddenJmproprien". Die meisten Werke P.'s liegen im Archive der PcterSkirche ver-schlossen. Der päpstl. Capellmeister Gius. Baini hat 2 Bde. histor.-krit. Memoi-ren über das Leben und die Werke P.'s (Rom 1829) herausgegeben.

Palette(Pallette), eine dünne, ovale Scheibe von Holz oder Elfenbein,woraus die Farben gesetzt und nach dem jedesmaligen Bedürfnisse sogleich vom Ma-ler während der Arbeit gemischt werden. Man sagt,ein Gemälde verrathe diePalette", um die Wahl oder Mischung der Farben zu tadeln, als ob der Künstlerdabei mehr s. Palette als die darzustellenden Gegenstände zu Nathe gezogen.