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8 (1830) O bis Q
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Palais Royal

nicnallee, welche früher die eine Längenseite des Gartens einnahm; von 11 Uhr desMorgens an war sie belebt, auf beiden Seiten standen Stühle, die von Menschenaus allen Ständen und Landern nie leer wurden. In der Mitte stand der bekannteArbre «Io Oraoovie; unter seinem Schatten entschieden die Politiker über Welt->Händel; hier war von jeher der freimüthigste Punkt von Paris. An die Stelle derBäume kamen jetzt Galerien von Kaufmannsgewölben, Buchhändler- u. Putzlä-den, Spiel- u. Caffeehäusern, Theater u. andre Anlagen. Dieser Sammelplatz fürGenüsse aller Act brachte dem Herzoge reichen Gewinn. Nur die Spaziergängerrächten sich für den Verlust der schönen Bäume durch witzige Einfälle. Man nannteden Herzog Lßurgeur lies oinbre«. Zn 3 Jahren waren 2 der großen Flügel fer-tig, in deren Arkaden sich die zierlichsten Kausmannsläden aneinanderdrängten; eswurden neue Alleen gepflanzt, die aber vcrmuthlich wegen des durch das stete Men-schengewühl erregten StaubeS nicht haben gedeihen wollen. Auch das HiöLtre?srantzki» kam in das Palais Royal, wo es sich noch jetzt befindet. Während der Re-volution nannte der Herzog diesen Palast kalais I^klir«. 1802 erhielt er aufkurze Zeit den Namen k-rlai« >Iu tribunst. Der jetzige Herzog v. Orleans hat denneuen Bau des Palais Royal, welcher 1831 vollendet sein soll, dem BaumeisterFontaine übertragen. (S. die nicht in den Buchhandel gekommene Schrift:I-vkal-u« ko^al", Paris 1829.) Der Haupteingang des Palais Royal ist auf derStraße St.-Honore. Von dem OKLte-eu ä'eau aus (ein Gebäude, wo die Wasser-Halter für die Tuilcrien und das Palais Royal angelegt sind) sieht man die Antlitz-seltc des Palastes vor sich. Zwei Pavillons mit ionischen und dorischen Gäulen,deren jeder mit einem Fronton u. mit Bildsäulen von Pajsu geziert ist, sind durch eineMauer verbunden, die zwischen Säulen fortläuft und 3 Eingänge in daS Palaisbildet. Tritt man in den ersten Hof, so breiten sich 2 Flügel vor dem Auge aus,ebenfalls mit ionischen und dorischen Pilastern verziert. Zwischen beiden ist der Vor-hof, der aus dem ersten Hofe in den zweiten (In Oour royale) führt. Mächtige do-rische Säulen erheben sich auf beiden Seiten, deren Wirkung aber dadurch gestörtwird, daß an und unter denselben Buden und Läden allerlei Art so zusammengedrängtsind, daß man zwischen dem Säulcnwerke kaum hindurch kann. Nach Innen zuliefen seit 1786 hölzerne Galerien quer hin, wo Buchhändler u. Brochurenkramer,Modehändlerinnen und Bandverkäufer ihre Ricns und Nippes auslegen. Dieseo.-llerie ,1« boiü ward 1829 weggerissen und durch die prächtige Kalorie,1'Or-leans ersetzt, aus welcher man in den von glänzenden Arkaden umgebenen Gartentritt. Doch dieser selbst ist schattenlos und dürr, der Boden festgestampfter Kies, dieBäume sind klein und verdorren schnell, von den zurückprallcnden Sonnenstrahlengetroffen; aber wer wird auch reinen Naturgenuß in diesem Garten suchen? Da-gegen ist die Wirkung der Bogenhallen und Pavillons, besonders Abends in ihrerschimmernden Beleuchtung, wahrhaft blendend. Die beiden Seitenflügel laufenin einer Länge von 117 Klaftern, und der entgegenstehende in einer Breite von 50Klaftern hin. Alle 3 sind gleichförmig koch. Eannelirte Pilaster von zusam-mengesetzter Ordnung herrschen rund herum und unterstützen ein Geländer, aufwelchem Vasen stehen, die den ganzen Umfang des Gebäudes krönen. Au ebenerErde läuft eine gewölbte Galerie rund herum, die von 180 Bogenhallen durch-brochen wird, zwischen denen je zwei und zwei ein großer Reverbere hangt. Sieendigen auf beiden Seiten in zwei, von prächugen Säulen verzierten Vorhöfenoder Eingangssälen. Festons und Basreliefs zieren die Zwischenräume. Über denBogenhallen erhebt sich das erste Geschoß mit hohen palastmäßigen Fenstern, überdiesem das zweite mit niedrigcrn, und über diesem Mansarden, vor deren Fensterndas Geländer hinläuft. Hier findet man Befriedigung für jedes natürliche odererkünstelte Lebensbedürfniß, wie für jede gröbere oder feinere Begierde. Bei die-