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8 (1830) O bis Q
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200 Paladin Palais Royal

Leben übertraf; Beide sind nun durch neue Talente in Schatten gestellt worden.Man vermißt heutzutage in P.'s Opern feurige Bewegung und findet sie leer undunbedeutend in der Harmonie, ermüdend durch Wiederholung u. im Inhalte beschrankt.

Paladin. So nannte man ehemals jene berühmten irrenden Ritter, diein der Welt umherzogen, um Beweise ihrer Tapferkeit und ihrer Galanterie abzu-legen. Da es ihnen nämlich öfter an Abenteuern, an Kampfgelegenheit fehlte, sozwangen sie jeden Ritter, den sie auf ihren Irrfahrten trafen, ihre Geliebte als dieschönste Person auf Erden anzucrkenncn, oder im Weigerungsfälle sich auf Lebenund Tod mit ihnen zu schlagen. Die ersten Abenteurer dieser Art, deren die altenRitterromane erwähnen, gehörten zu der Tafelrunde des Königs Artus in Eng-land; der berühmteste unter ihnen war der schöne Lancelot vom Sec. Späterhinglänzten unter den irrenden Rittern Amadis von Gallien, und noch später die Pa-ladine aus dem Kriegsgcfolge Karls d. Gr., unter denen wir hier nur seinen angeb-lichen Neffen, den tapfern Roland, nennen wollen. Die Geschichte dieser irrendenRitterschaft ist ebenso sehr mit Fabeln vermischt als die der griechischen Heroen.Die Benennung Paladin hat ihren Ursprung entweder von Valatinuo (Pfalzgraf),oder von p-rlus (fcanz. pul), ein zugespitztes Stück Holz, ein hölzerner Spieß, eineLanze, außer dem Schwerte die gewöhnliche Waffe jener Ritter.

Palafox y Melzi (Don Josö de), der Vertheidigcr von Saragossa,geb. 1780, stammt aus einer vornehmen aragonischen Familie. Eine sorgfältigeErziehung, der allgemeine Nalionalcharakter und eine ernste Zeit entwickelten seineseltenen Anlagen. Als er Ferdinand VH., den er nach Bayonne begleitet hatte,gefangen sah, entfloh er nach Saragossa, wo er Alles aufbot, um einen Einfallder Franzosen in Aragonien zu verhindern. Er erklärte am 31. Mai 1808, daßNapoleon, daß alle Mitglieder seiner Familie, daß jeder franz. General und Ossi-cicr für die Sicherheit Ferdinands VIl., seines Bruders und Oheims persönlichverantwortlich sein sollten. Unsterblichen Ruhm erwarb er sich bei den bald daraufvon den Franzosen unternommenen Belagerungen von Saragossa (s. d.), dassein Heldenmuth das erste Mal rettete, beim zweiten Male ober erst übergab, alsalle Mittel der Vertheidigung erschöpft waren. Der kranke P. ward mit Härte be-handelt und kehrte erst nach Abschluß des Vertrags von Valenyay vom 11. Dec.1813 aus dec Kriegsgefangenschaft zurück. Er überbrachte damals den Cortes inMadrid einen Nachtragsartikel zu jenem Vertrage, nach welchem Catalonien vonden Franzosen geräumt, und die Kriegsgefangenen ausgewechselt werden sollten;zugleich sandte Ferdinand VH. durch ihn den Befehl an die Regentschaft, den,Tractat zu vollziehen, indem er ihr seine Rückkehr nach Spanien anmclden ließ.P. erklärte sich bei der bald darauf erfolgten Auflösung der Cortes für die unum-schränkte königl. Gewalt. Ferdinand ernannte ihn 1814 zum Generalcapitain vonAragonien, wo er den in Saragossa u. a. a. O. von der Bürgermiliz erregten anar-chischen Unordnungen mit Kraft Einhalt that. Bon 182023 blieb er ohne An-stellung. Seitdem lebt er als General in Madrid.

Palais Royal in Paris. Dieser Palast mit seinem Garten, seinenHöfen, Galerien und Arkaden ist so ziemlich der Mittelpunkt von Paris und derBereinigungspunkt aller Lebensgenüsse, von den einfachsten bis zu den feinsten undüppigsten. 1663 legte ihn der Cardinal Richelieu an und gab ihm die Inschrift ka-Inio Ourllinsl, und die Pariser stritten darüber, ob dies heißen solle: der Palast al-ler Paläste, oder: der Palast des Cardinals? Er vermachte ihn Ludwig XUl, undnach dessen Tode zog Anna v. Ostreich 1642 nebst Ludwig XlV. aus dem Louvrehinein. Äon jetzt an hieß er Palais Royal. Ludwig XiV. räumte ihn seinem Bru-der ein und schenkte ihn zuletzt seinem Enkel, dem Herzoge v. Chartres. Seitdemblieb er der Familie Orleans, welche ihn bis 1791 bewohnte und seit 1816 aufs-Reue bewohnt. Ältere Franzosen sprechen mit Entzücken von der großen Kastar