Druckschrift 
8 (1830) O bis Q
Entstehung
Seite
199
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Paisicllo 199

ponicen, erhielt Einladungen nach Nom und wetteiferte mit den größten TonsetzernNeapels. Sein Ruf verbreitete sich ins Ausland, und 1776 zog ihn die KaiserinKatharina nach Petersburg, wo er mehre Compvsttioncn und ein theoretischesWerk lieferte. Nach einem 9jahr. Aufenthalte in Rußland kehrte er über Wien,wo er Casti'sKönig Theodor" für Joseph II. componirte, nach Rom und Neapelzurück, wo er von Ferdinand IV. als Capellmeister angcstellt wurde. Als sich 1799der Hof nach Sicilien flüchtete, ernannte die neue Regierung P. zum Musikmeisterder Nation. Nach der Rückkehr der königl. Familie ward es ihm zum Verbrechengemacht, dieses Amt angenommen zu haben; er ward ins Gefangniß gesetzt, seinGehalt eingezogen, und nur die Achtung für seine Talente befreite ihn von der To-desstrafe. Erst nach 2 I. trat er in seine vorigen Verhältnisse zurück. Er hegteimmer eine große Liebe für die Franzosen; dies bewies er u. A. 1797 durch eineTrauercantate auf den Tod des Generals Hoche, welche er zur Preisbewerbungnach Paris schickte. 1801 gab ihm Bonaparte als Oberconsul den Auftrag, ein'1'e veunr zur Friedensseier in Paris zu componiren, welches 1802 in der KircheNotre-Üaino aufgesührt wurde. Um dieselbe Zeit kam er selbst, mit Bewilligungseines Königs, nach Paris, wo ec von mehren ihm angetragenen Ämtern sich mitder Stelle eines Directors der Capelle begnügte, die er aus den vorzüglichsten Künst-lern bildete. Außer mehren Messen, Motetten:c. und der OperProserpina", com-ponirtc er hier eine große Messe für 2 Chöre, ein 'IV Ilenm uno einige Gebete zurKaiscrkrönung. Da er aber bei verrückendem Alter seinen Ruhm nicht gefährdenwollte, bat ec um seine Entlassung, ging (1804) nach Neapel zurück und begnügtesich, Napoleon jährl. zum 15. Aug. eine Kirchenmusik cinzuschicken. Als ,JosephBonaparte den Thron von Neapel bestieg, bestätigte ihn dieser in seinen Ämtern.Napoleon erthcilte ihm das Kreuz der Ehrenlegion mit einer Pension, und Josephden Orden beider Sicilien. 'Auch ward er zum Mitgliedc der königl. Gesellschaftvon Neapel und zum Präsidenten der ,Direktion des königl. Conservatoriums er-nannt. Dieselben Ämter und Stellen hat er bis zu Ende der Regierung Joachimsbekleidet. Ec starb am 5. Jan. 1816. Unter P.'s zahlreichen Operncompositionenwerden noch jetzt auf den ersten Theatern Europas zuweilen aufgeführt:1>a mo-linaro" (Die schöne Müllerin");ll re IVvtloro (ii Venezia";II barbiere >li8evi^Iin":Nina, onia la paxxa per amore";I,a 8srva paclruna";I/ainorevntraatato";I,'innvcente kortunata":II matriinonio inaepettata";I tilo-81r ima^inari";I,a grvtta >li'I'rvtvnio"; ,1/OIiinpiaäe". Seine vielen Kir-chenmusiken , die er besonders in den letzten Jahren schrieb, sind weniger bekannt.Um P. richtig zu würdigen, muß man auf den Standpunkt seiner Zeit zurückgehe».Hier zeigt sich nun das Verdienst, die theatralische Musik seiner Landsleute wenig-stens in der opera bull» enger mit der Handlung verbunden, und die Musik drama-tischer gemacht zu haben. Auch erhöhte er die Wirkung des Gesanges durch ange-messene Benutzung der Blasinstrumente. Ec richtete sich mehr nach den darzu-stellenden Situationen, verkürzte die Ritornelle, unterbrach die eintönige Folge derArien durch Chöre und führte die großen vollstimmigen Stücke, Finales genannt,die früher nur in den komischen Opern vorkamcn, auch in die ernste Gattung ein.Ungemeine Fruchtbarkeit in der Erfindung, glückliche Leichtigkeit in Auffindungnatürlicher und eigenthümlicher Motive, ein seltenes Talent, sie durch die Hülfs-mittel der Melodie zu entwickeln, Besonnenheit in der Ausführung, Geschmack,Anmuth und Lebendigkeit in der Melodie, Einfachheit, Correctheit und Eleganzchacakteristren seine Werke. Seine Begleitungen sind klar und natürlich. Das Lieb-liche, Graziöse und Naive ist sein Gebiet, und er versteht es gut, vom Scherzhaften,Possenhaften leicht in das Rührende überzugehcn, ohne der Grazie und Zierlichkeitzu entsagen. Wenige Componisten haben ein so allgemeines Interesse erweckt wie P.In der letztem Zeit fand er an Cimarosa einen Nebenbuhler, der ihn an Feuer «nh