Druckschrift 
8 (1830) O bis Q
Entstehung
Seite
197
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Pagliajo Pairs 197

1802 ward er in Dresden auf 3 Jahr als Kapellmeister, und seine Gattin als ersteSängerin angestellt. Napoleon bewog Beide nach der Schlacht bei Jena, ihm nachPosen und Warschau zu folgen, wo sie kleine Concerte vor ihm gaben. Nach demtilsitec Frieden traten sie in seine Dienste. P. ist Mitglied dcr Akad. der schönenKünste von Neapel, von Bologna und Venedig, und war mehrmals Director derital. Oper zu Paris. Seine Compositionen sind reich an Melodien, gesangvoll,lebhaft und mit Effect instrumentirt, aber ohne tiefen innern Zusammenhang undgründliche Charakteristik. Er kann hierin als Vorläufer Rossini's angesehen wer-den, den er im gründlichen Satze übertcifft. Seine besten Opern sind:KarAino",O-nnilla",Krisele!»",I-oonora",Cedille",l kuoruseiti" (Die Wegelage-rer"),8op>ionisl>e",Oilli",/lAnesv",Olinlle e 8otronio": außerdem hater componirt:Oiuna", ll principe <Ii 3'artnno",lllorneneo",Xiinio kompi-!><,",l öaevnnti" u. a., nebst mehren -Romanzen, Canzonen und Duetten mitClavierbegleitung.

Pagliajv, oder Pagliaccio (d. h. Häckerling), verstümmelt Pa-jazzo, ist der Name einer komischen Maske des neapolitanischen Volkslust-spiels, weil sic den armen Teufel bezeichnet, der auf zerbröckeltem Stroh lie-gen muß.

Pagoden, Göttertempel der Hindus und a. heidnischen Völker im südli-chen Asien. Diese ans Steinen und Holz erbauten Tempel stehen auf einem freien,mit Obelisken, Säulen und a. Werken der Baukunst geschmückten Platze, sind sehrgroß und hoch, und mit unendlicher Pracht geziert. Sie haben gewöhnlich die Ge-stalt eines Kreuzes, besten 4 Enden von gleicher Lange sind, und ein hohes, thurm-ähnliches Dach mit mehren Absätzen. Die merkwürdigsten sind in Benares, Siam,Pegu, vornehmlich aber zu Jaggrcnat oder Dschaggcrnat (s. d.) in Orixa. ImInnern findet man, außer vielen Kostbarkeiten, Altäre und Statuen der Götter.Letztere, welche ebenfalls Pagode» heißen und in einer Pagode oft in großer Anzahlstehen, sind gemeiniglich von gebrannter Erde, unförmlich, ohne allen Ausdruck ge-bildet und reich vergoldet, entweder nackt oder bekleidet, stehend oder mit gekreuztenBeinen sitzend, und nicht selten riesig groß. Von diesen Götzenbildern haben auchjene kleinen, ungestalteten Figuren mit beweglichen Köpfen den Namen, welche manehemals auf Schränke, Kamine rc. zur Verzierung stellte.

Pairs, engl. Peers (psres ouriae, p. rcgni). Die Würde und Vor-rechte der Pairs entstanden mit der Ausbildung des Lchnwescns. Die Gemeindc-genosten der altern Zeit, die Gcfolgcschaften der Führer, die Versammlungender Vornehmen und Vorsteher des Volks (die Wittena gemote der Angelsachsen,der Onmpus Nsrtius der Franken) sind noch keine Pairs der spätem Zeit. Aber imLehnwcsen bildete sich der Satz weiter aus, daß jede Genossenschaft ihre sammt-lichen Angelegenheiten, und darunter auch die gerichtliche Entscheidung ihrer Strei-tigkeiten unter einander und mit ihren Obern selbst und allein zu besorgen habe,und cs ward zur Schuldigkeit wie zum Vorrechte des Lehnsmannes, bei den Hof-und Gerichtstagen des unmittelbaren Lehnsherrn zu erscheinen. Dies waren diepsres curiae, und die Einrichtung wiederholte sich vom Könige an in den Fmsten-thümcrn und Herrschaften der geistlichen und weltlichen Barone. In Frankreichwaren zur Zeit der Revolution, durch welche 887 Hugo Capet den Thron bestieg,nur 7 weltliche Fürsten als unmittelbare Kronvasallcn vorhanden: die Herzoge vonFransten, Burgund, Aquitanien und Normandie, und die Grasen von Flandern,Toulouse und Champagne. Da der Herzog von Fransten König wurde, so blieben6, welchen der Erzbischof von RheimS als erster geistlicher Fürst Frankreichs unddie im unmittelbaren Königs- (oder Krön-) gebiet liegenden Bischöfe von Laon mitHcrzogstitel, von Deauvois, Noyon und Chalons als Grafen, später unterLudwig VIl. auch noch der Bischof von Langres beigesellt wurde. Diese alte Paine