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8 (1830) O bis Q
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Padischah Parr

Padifchah (Pad, Beschützer oder Thron, und Shah, König, Fürst),ein Titel, welchen der türk. Kaiser sich selbst beilegt. Vormals ertheilten ihn die türk.Kaiser nur den Königen von Frankreich, indem sie die andern bloß Kral nannten.Jetzt geben sie denselben auch dem östrcich. und dem russ. Kaiser.

Padua (Padova), eine alte, feste Stadt (6000 H., 34,000 E.) am Bac-chiglione, ist durch e. Canal mit der Brenta verbunden; der Sitz der kön. Delegationund Provinzialcongregation rc. Unter ihren 96 Kirchen gehört die Hauptkirche zuden reichsten in Italien. In der Sacristei ist das Bild Petrarca's, welcher Dom-herr an derselben war und ihr einen Thcil seiner Bibliothek vermacht hat. DieKirche der h. Justin« wird für die einfach-schönste in Oberitalien gehalten. Ein öf-fentlicher Platz vor derselben, I'rato «lella volle (die Thalwicse), das altrömischeMarsfeld, mit den Bildsäulen berühmter Paduancr verziert, bildet einen angeneh-men Spaziergang. Die Franciscanerkirche, Obieso äel 8->nt», hat viele Kostbar-keiten und prächtige Denkmäler. Vor derselben steht die Bildsäule zu Pferde, welchedie Rep. Venedig ihrem Generale, Gattamelata von Narni, errichten ließ. Dasbischöfl. Seminar, welches durch den »erst. Cardinal Barbarigo erneuert wurde, isteine treffliche, für 100 junge Geistliche eingerichtete Bildungsanstaltz cs hat eineberühmte, auch mit morgenländ. Schriften versehene Buchdruckerci, deren betragder Stiftung zu Gute kommt. Die berühmte Universität zu Padua wurde vomKaiser Friedrich II. gestiftet, indem er 1228 die Universität von Bologna dahinverlegte; die medicinische Facultät ist die wichtigste. Sic zählt etwa 400 Sludi-rende, in älter» Zeiten mehre Tausende; daher erhielt auch die Stadt von denItalienern den Beinamen In Dotta (die gelehrte). Das Universitätsgebaude, ilpalar/.o äexli 8tu<lj, ist mit den Bildnissen der berühmtesten Professoren geschmückt.Ihr gehören 12 Collegia, die Sternwarte auf dem alten Schlöffe, ein botanischerGarten, ein anatomisches Theater ic. In Padua befindet sich auch eine Abtheilungdes kön. Instituts der Wissenschaften und Künste, e. Ges. der Wiffcnsch. und deSAckerbaus rc. Unter den Gebäuden zeichnen sich aus: das Nathhaus, mit einemDenkmal des in Padua geb. Livius, der Palast des Podesta mit der Stadlbibliothek,das Schauspielhaus rc. Man zeigt das vermeintliche Grab des trojanischen HeldenAntcnor, der Padua, nach Virgil, erbaut haben soll. Aus römischer Herrschaft kamdie Stadt in die Hände der Longvbarden, denen sie Karl d. Gr. entriß. Nach derHerrschaft der deutschen Kaiser kam sie unter den Tyrannen Ezzelin, wurde Republik,von den Carraras beherrscht und 1405 von Venedig unterworfen. Noch sieht mandie Trümmer einer Arena. Der Handel ist meist in den Händen der Juden, dieein eignes Quartier bewohnen. Die Messe fällt auf das Fest des heil. Antonius.Man verfertigt Tuch und seidene Zeuche. Im Sommer wird die Stadt lebhaft,vorzüglich zurMeffe imJunius, indem dieReichen aus der Gegend hier zusammen-strömen. Das Gebiet von Padua (il Padovano) ist eine der schönsten und frucht-barsten Landschaften von Europa, mit 300,000 Einw. Stadt und Land kamennach der Aufhebung der Rep. Venedig an Ostreich, wurden 1805 an Napoleon ab-getreten, sind seit 1814 wieder unter östr. Herrschaft und bilden die Delegation Pa-dua (40 mM., 289,000 E.) im Gouvernement Venedig des lombardisch-venctia-nischen Königreichs.

Paer (Fernando), Thcatercomponist, geb. 1774 zu Parma, ein Schülerdes Neapolitaners Ghirctti, aus dem Conservatorio della Pietä. Zehn Jahr alt,gab er zu Venedig seine erste Oper,Circe", welche viel Beifall fand. Er besuchtedarauf die Hauptstädte Italiens. Der Herzog von Parma, sein Pathe, setzte ihmein Jahrgeld aus und erlaubte ihm 1795 wegen der KriegSumuhen nach Wienzu gehen, wo er 1798 als Componist beim Nationaltheatcr, seine Gattin aberals erste Sängerin bei der ital. Oper angestellt wurde. Seinen Ruhm verbreitetebesonders 1799 seineCamilla", die auf allen deutschen Bühnen erschien.