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8 (1830) O bis Q
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Paderborn

Was Karl d. Gr. und die Klöster des Mittelalters dafür thaten, verfiel mit diesenInstituten selbst, und es bedurfte, selbst nach dem Wiederaufleben der klassischenLiteratur und den Bemühungen der Reformatoren, Jahrhunderte, um die Ideen zuzeitigen und in Umlaufzu bringen, welche den gegenwärtigen Standpunkt der Pä-dagogik bezeichnen. (Vgl. Menschenbildung und Methode.) Engländer,Franzosen und Deutsche haben das Meiste und Beste sür diese Wissenschaft gethan;eine systematische Anordnung verdankt sie insonderheit dem Scharfsinne deutscherPhilosophen. Obgleich sie nicht gerade an eine der neuern Philosoph. Schulen ge-bunden wurde, so lassen sich doch mit Nicmeyer mehre pädagogische Systeme anfüh-ren, die im 18. Jahrh. nach einander und gleichzeitig galten. Hiervon haben dieFrank'sche Schule ((.Pietismus) im Anfänge bis gegen die Mitte, und diephi lanthropi sehe (s. Philanthropinismus) von der Mitte bis gegen dasEnde dieses Jahrh. ihre vorübergehenden Epochen in Deutschland gehabt; dagegendie Humanisten (s. Huma n), die der Eifer für die Aufrechthaltung der elasti-schen Literatur und der Wunsch, das Schulwesen der Aufsicht der Geistlichkeit zuentziehen, verbunden hält, und die Eklektiker, z. B. Niemeyer selbst, welche demGrundsätze:Altes zu prüfen und das Beste zu behalten", folgen, sich immer unab-hängig und im Besitze einer bedeutenden Wirksamkeit behauptet haben. Die Ge-schichte der pädagogischen Ideen enthält Schwarz'sErzichungslehre", (1. Aust,in 4 Bdn. 180213; 2 Aust, in 3 Bon. Leipz. 1829). Außer dem Bereich dieserpädagogischen Systeme, aus dem Grund und Boden einer eignen trefflichen Ideestand Pestalozzi's (s. d.) Unternehmen, dem die praktische Pädagogik eine tiefereBegründung und ein neues Leben verdankt. Ich

Paderborn, ehemals ein reichsunmittelbares Bisthum im westfäl. Kreise.Dieses Fürstcnthum (44 stsM., 97,000 E.) wird durch rauhe Gebirge, die Eggegenannt, in den unter- und obcrwaldischcn Bezirk eingetheilr. Der Boden ist imGanzen sehr fruchtbar, besonders das sogen. Sendvelt, zwischen der Alme und Die-mel. Beträchtlich ist die Schweine-und Schafzucht. Das Land liefert Eisen, Stein-kohlen, Salz, und hat beträchtliche Waldungen. Das Bisthum war eins der ersten,welche Karl d. Gr. stiftete; die Stiftskirche wurde 799 vonLcolü. selbst cingeweiht.1802 kam das Land an Preußen und 1806 an das Königreich Westfalen, siel abernach dessen 'Auflösung an Preußen zurück und bildet jetzt einen Theil des zur Pcov.Westfalen gehörigen Regierungsbezirks Minden. Die Kceisst. Paderborn (870H., 6700 E.) hat enge finstere Straßen und ist der Sitz des Oberlandesgerichtsund eines Bisthums. Hauptnahrungszweige sind Ackerbau und Viehzucht. Indem Dome befanden sich, außer a. Kostbarkeiten, die goldenen Bildnisse der 12 Apo-stel und der silberne Sarg des heil. Liborius, welche Herzog Christian v. Bräun-schweig 1622 wegnahm und aus lctzterm die, jetzt selten gewordenen, Thaler mitder Umschrift:Gottes Freund, und der Pfaffen Feind", schlagen ließ. Der Domward 777 von dem ersten Bischof Hathumar zu bauen angefangen; er brannte1000 ab. Der jetzige ist aus dem 12. u. 14. Jahrh., mit beträchtlichen Veränderun-gen a. d. 15. 16. u. 17. Jahrh. Aus Karls d. Gr. Zeit soll noch die Geroldscapeileübrig sein. Von dem Dom, den der berühmte Bischof Meinwerk 1015 vollendete,steht noch die Bartholomäuscapelle. S. Brand'sHist.-artist. Darsiell. des Domszu P. (Lemgo 1827). Die Padcr entspringt unter dem Dom aus 3 Quellen in einersolchen Stärke, daß sie 20 Schritte davon einige Mühlen treibt. Außer dem kathol.Gymnasium hatte P. eine Universität, welche (1592 von dem Fürstbischöfe Theodorv. Fürstenberg gestiftet, und j 623 eingeweiht) nur aus einer theolog. und Philosoph.Facultät bestand. Sie ward 1819 aufgehoben, und der Fonds zur Verbesserung desGymnasiums in Paderborn und der theolog. Facultätin Münster verwandt. P. hatauch ein Priesterseminar, 5 Klöster und einen Verein für di« Geschichte und Alter-thumskunde Westfalens. Unweit P. liegt der TentoburgerWald (s. d.).

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