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8 (1830) O bis Q
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194 Pacea Pädagogik

vorzüglich des Apollo. Seine Bedeutung wird von den Grammatikern auf ver-schiedene Weise erklärt. Da in den Lobgesängcn auf den Apollo der AusrufIoPäan" häufig vorkam, so nannte man sic vorzüglich Päanen. Solche Päanenwurden bei ansteckenden Krankheiten und bei allen Gelegenheiten gesungen, wo mansich den Gott geneigt machen wollte. Bald wurde indessen das Wort Päan auchvon Lobgesängcn auf die Thatcn andrer Helden und ausgezeichneter Männer ge-braucht. So gab es einen Päan auf die Thaten des Lysander zu Samos u. dgl.Auch der Schlachtgesang, den man vor Anfang der Schlacht dem Mars und nacherfochtenem Siege dem Apollo sang, hieß Päan.

Pacca (Bartholomäus), gcb. zu Bcnevent d. 25. Der. 1756, ist Cardi-nalbischos, war Camerlengo (Kämmerling, d. i. Finanzminister) und Prodata-rius. 1801 von Pius VII. mit dem rom. Purpur bekleidet, zeigte er für ihn in demStreite mit Napoleon die treueste Anhänglichkeit. Als Prodatar bestand er häufigeFehden mit dem sranz. General Miollis. In Verdacht, einen Aufruhr gegen dieFranzosen angestistet zu haben, ward er (1808) verhaftet und sollte nach Beneventabgesührt werden; allein Pius vermittelte die Erlaubnis, daß P. als Gefangenerbei ihm bleiben durste. Er folgte dem Papst in die Verbannung nach Frankreich,wurde aber in Grenoble von ihm getrennt und 24 I. aus der Festung eingeschlossen.1814 in s. Würden wiedereingescht, mußte er im folg. I., beim Einmärsche desneapolit. Heeres unter Murat, in Begleitung des Papstes Rom aufs Neue verlas-sen. Nach einem kurzen Aufenthalt in Genua kehrte P. zurück, wurde Mitgliedder Eongregarion für die Angelegenheiten von China, und ging 1816 mit einer au-ßcrordentl. Sendung nach Wien. Auch nahm er Theil an den Arbeiten der Con-gregation, welche beauftragt war, ein System für die akademischen Studien aufzu-stellen; 1817 wurde er Gouverneur von Rom und später Mitglied der Commis-sion zur Untersuchung des Zustandes der Finanzen im Kirchenstaate. Die Stand-haftigkeit s. Charakters im Unglück und s. aufopfernde Treue erwarben ihm allge-meine Achtung; man macht ihm aber den Vorwurf mchrer intoleranter Maßregeln,welche die Rückkehr Pius VII. bezeichnten. Auch Leo Xll. schenkte dem CardinalP. Vertrauen und Freundschaft; dessenungeachtet legte er im Dec. 1824 sein Amtals Camerlengv nieder, und Leo XU. erwählte den Card. Galeffi an dessen Stelle.P. hat zu einer Geschichte des päpstl. Stuhls seit der stanz. Revolution Materia-lien gesammelt. Er ist noch Protector derAkademie der Archäologie seit 1816, Bi-schof von Frascati seit 1820, und Studienpräfcct seit 1822.

Pacht, s. Miethe.

Pädagog, bei den Griechen und Römern der Sklave, der die Kinder seinesHerrn in die Schule führte. Da auch Sklaven und Freigelassene sich gelehrte Bil-dung erworben hatten, so bediente man sich ihrer oft als Hauslehrer und Erzieher,daher der griech. Name Pädagog in der Folge jedem Erzieher bcigelegt worden ist.

Pädagogik, die Wissenschaft und Kunst der Menschenerziehung. (S. E r-ziehung) Die theoretische Pädagogik lehrt die Gesetze der Erziehung und desUnterrichts, begreift also auch Didaktik; die praktische leitet zur Anwendung dersel-ben an und gibt die Methoden an die Hand. Pädagogische Regeln und Anstal-ten findet man bei jedem Volke, das sich zu einiger Bildung erhoben hat, dennohne eine sorgfältigere und planmäßige Erziehung der Jugend ist überhaupt keineNationalbildung denkbar. Was die Hebräer, Ägypter, Perser und Indier indiesem Fache geleistet haben mögen, erhellt mehr aus dem Bildungsstande dieserVölker als aus den sehr unvollständigen historischen Nachrichten von ihrer Erzie-hungswcise. Jam klaren, wissenschaftlich geordneten Bewußtsein kamen dieGrundsätze der Pädagogik erst bei den Griechen und Römern, unter denen Plato,Aristoteles, .Lenophon, Plutarch und Quintilian die Lehrer späterer Pädagogenwurden und viel beitrugen, die Keime einer liberalen Erziehung zu entwickeln.