Druckschrift 
8 (1830) O bis Q
Entstehung
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Ovidiuö

sammtlich im elegischen Versmaße. ZuerstKmoros", römische Liebeselegien,dann dieKr» aman.ii" (Kunst zu lieben), und von den Mitteln gegen die Liebe(keine,lium amoris"). Sie können auch als Beitrag zur genauem Kenntniß dessittlichverderbten Zustandes der damaligen römischen Welt dienen. Noch hat O.sich in einer cigenchümlichen und seltenen Gattung nicht ohne Glück versucht. Wirhaben nämlich von ihm 2t sogen. Heroidcn(s d.), von denen aber einige fürunecht gehalten werden. Endlich schrieb er auch noch Elegien im eigentlichen Sinnedes Wortes, nämlich Klagelieder, oder Trauergesänge (wie ec sie selbst benennt,,,1'ristia") und Briefe (Ichi-itulae ex pontu"), ebenfalls im elegischen Vers-maße und verwandten Inhalts, sämmtlich in seiner Verbannung geschrieben.Man muß die ungemeine Leichtigkeit bewundern, mit welcher O. sich auch in die-sen Gedichten bewegt, obwol das Herz ihm so schwer war, und die Bürde desAlters schon auf ihm lastete. Darum ist cs hier dem Sänger am ersten zu ver-zeihen, wenn der Strom seiner Verse öfters zwar breit genug, aber seicht fließt;doch treffen wir auch hier und da auf Stellen, wo sich sein Gefühl wahr und leben-dig ausspcicht. O. hatte nämlich bis in sein 50. Jahr fast einzig der Poesie unddem Vergnügen gelebt, wie cs scheint, in angenehmen Verhältnissen mit Ver-wandten und Freunden und gern gesehen an August's Hofe. Durch seine aufden Geschmack der großen Menge berechneten Gedichte hatte er eure Berühmtheiterlangt, die seiner Eitelkeit nicht wenig schmeichelte; und so konnte ec hoffen, dieletzten Jahre seines Lebens auf den leichtgewonnenen Lorbern seines .Dichter-ruhms behaglich auSzuruhen. Da zerstörte plötzlich der Bannstrahl, den Augustusauf den Dichter schleuderte, sein ganzes Glück. Ec bekam den Befehl, Italiensofort zu verlassen. Getrennt von seiner Familie und seinen Freunden, von Ita-liens mildem Himmel, von der herrlichen Roma, mußte er in ein fernes Land,übers Meer, an die unwirthbare Küste des Pontus cuxinus, gen Tomi, wo dierohen Geten wohnten, wandern. Die Frage, warum? hätte O. selbst am genü-gendsten beantworten können; aber er hebt den Schleier nur halb, und versichertan mehr als einem Orte, ein Versehen sei es, was ihm diese Verbannung zugczogcn,aber keineswegs ein Verbrechen. Auch nennt er mehrmals seine Poesien die Ur-sache seines Unglücks. Gewiß waren seine üppigen Verse nicht der Grund der überihn verhängten Strafe; sondern er hatte, wie er selbst andeutet. Etwas gesehen,und dadurch den Zorn des Augustus gegen sich gereizt. Manche meinen, cshabe dies einen strafbaren Liebeshandel der berüchtigten T. des Augustus, Julia,betroffen. O. starb in Tomi, nachdem er 10 I. in der Verbannung geschmachtethatte, in einem Alter von 60 I., nach Ehr. 17. Noch findet sich in der Samm-lung der Ovidischen Poesien ein langes Schmäh- und Fluchgedicht,Ibis" über-schrieben, im elegischen Versmaße, gegen einen Ungenannten. Einige andrekleinere Gedichte werden ihm mit Unrecht zugeschricben. Aber manches Echte istauch verloren gegangen, worunter vorzüglich sein TrauerspielMedca". Untervie guten Ausg. sämmtl. Ovidischer Wecke und einzelner Gedichte gehört die vonNicol. Heinsius (Amsterdam 165861, 3 Bdc., 12.), Verb, und mit Anmerk.von Burmann (1727, ebend., 4 Bde., 4.). Von derselben mit den Heinsiuö'-schen Noten und einem sehr vollständigen Wörtcrverz. besorgte Fischer eine, neueAusg. (Leipzig 1758 und 1773, 4 Bde.) Nach der Burmann'schcn Reccusionlieferte eine Ausg. der sämmtl. Werke Mitscherlich (Gött. 179698, 2 Bdc.);die neueste ist von Baumgarten Ccusius 1825. Von denMetamorphosen" hatGierig eine brauchbare Ausg. mit einem ausführl. latcin. Eommcntarc geliefert(Leipzig 18047, neue Ausg. ebend. 182123, 2 Bde.), und derselbe auchvon denkasti" (Leipzig 181214), und von den Trauergcsangcn und Briefen,ebenfalls mit crläut. Anmerk., HarleS (Erlangen 1772) und Oberlin (Strasburg1778). Von denMetamorphosen" hat Rode (Berlin 1791) eine deutsche Übers.