186 Ouvrard Overbeck
nimmt, und die in ihrer Bestimmung liegende Foderung, den Zuhörer vorzubcr.r-ten und zu gewinnen, ohne ihn doch zu ermüden, macht einen feierlichen glänzendenCharakter und eine gedrängte Behandlung der musikalischen Gedanken, durchweichesich die Ouvertüre zur Symphonie im eigentlichen Sinne fast wie das Drama zumEpos verhält, nothwendig, und dazu ist die letztere Form sehr anwendbar. Loch läug-nen wir damit nicht, daß die Ouvertüre nach Beschaffenheit Dessen, was sie vorberci-tcn und cinleiten soll, im Besonder», die verschiedensten Formen annchmen könne. I
Ouvrard (Gustav Julien), geb. zu Nantes um 1775, früher daselbstKaufmann, erwarb durch Spekulationen große Reichthümcr. Genau die Lage derDinge und die Menschen kennend, übernahm er wichtige Lieferungsvcrtrage, sowolwährend der Revolution und unter Napoleon, als auch nach der Restauration derBourbons. Fouchö brauchte ihn zu einer geheimen Sendung nach England 1810,um wegen des Friedens die brit. Regierung zu erforschen. Da Napoleon in derselbenAbsicht einen geheimen Boten nach London geschickt halte, so richteten Beide nichtsaus und mußten England verlassen. O. kam deßwegen ins Gefängnis?, und Feucht-verlor seinen Ministerposten. O.'s letztes Geschäft, die Verpflegung der franz. Ar-mee, welche 1823 in Spanien die absolute Regierung wiederherstellte, verwickelteihn in eine Untersuchung, die sich 1826 mit seiner Freisprechung endigte. Er erzähltdies Alles sehr anziehend in seinen „Uöiuoircs «ur 8» vio et «ur 8es Operation.-,i'>i,aneiero8" (Paris 1826, 2 Thle.), wovon in einem Jahre 4 Aust, erschienen.Ein 3. Thl. erschien 1827. Schon 1814 und später hatte O. mehre Denkschriftenüber die Lage der franz. Finanzen hcrausgegebcn. Vor 5 Jahren ließ ihn s. Milliefcrant Seguin wegen Schuldsoderungen setzen. O. beschäftigte sich ins. Gefäng-nisse mit Finanzprojecten, führte st Geschäfte, schrieb Memoiren, gab Gastmäler u.st w., bis er am 24. Der. 1829 die Concicrgcrie verließ. Sein schönes Landgut Rai-ner), wo er glanzende Jagdfeste gegeben, gehört jetzt dem Herzog von Orleans.
Ovale, in der Geometrie eine geschlossene, krummlinige, regulaire Figur,deren zwei Hauptdurchmesser ungleich sind. (Vgl. Ellipse.)
Ovation, st Triumph.
Overbeck (Friedrich), geb. zu Lübeck am 3. Juli 1789, bildete sich fürdie Kunst seit 1806 in Wien, wo seine Studien die spatere Richtung seines Gei-stes vcrciethcn. Man machte cs ihm zum Vorwurf, daß er wie Giotto zeichne. InBegleitung des zu früh verst. talentvollen Psorr aus Frankfurt a. M. (Sohn desverdienten Pfcrdemalers) zog er 1810 nach Rom, das er seitdem nicht wiedrrverlassen hat. Eine Madonna, die er 1811 ausstcllte, verschaffte ihm allgemeineAnerkennung. Ein Beleg seiner frühesten Manier ist seine Anbetung der Könige(im Besitz der verwitw. Königin von Baicrn). O. gehört zu Denen, welche d»rEinfachheit der früher» italienischen und deutschen Malerei am entschiedensten ge-huldigt haben, und dessen Werke daher die Geistesverwandtschaft mit den damalsin Rom lebenden deutschen Malern, Koch, Cornelius, K. Vogel, Joh. undPH. Veit, Schadow, Eggers, später Schnorr u. A., am klarsten darthun.Von den wenigen Bildern dieses Künstlers ist der Einzug Christi in Jerusalem, einGemälde, das er schon in Wien ansing, aber erst in Rom vollendete und 1824aussteilte, in Deutschland am bekanntesten geworden; gegenwärtig befindet essich zu Lübeck. Durch den Marchese Massimi mit erwählt, flirre Villa mir Fresco-bildern zu schmücken, siel ihm, vielleicht seinem Genius weniger zusagend, Tass»zu. Die glückliche Auffassung dieses Gegenstandes und die Lebendigkeit seiner Dar-stellung ist jedoch auch außerhalb Italien durch den ausgcführtcn Carton anerkanntworden, der Olint und Sofronia dacstellt (imsBcsitze deü Hrn. v. Quandt zu Dres-den). Weil O. nicht rasch arbeitet, so sind seine Bilder weniger zahlreich. Einigeseiner Zeichnungen, welche Frau von Humboldt besitzt, seine Sepiazeichnungen ?Jesus segnet die Kinder, und Johannes predigt in der Wüste, flirre AguarUlzrich'