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8 (1830) O bis Q
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Ouvertüre

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Introduktion selbst, das heißt dem ersten Gesangstück, welchem ein Nitornell deSJnstrumcntalorchcsters vorausgeht, wie dies besonders bei einigen Opern Rossini'sder Fall ist. Indessen ist eine Einleitung in das Einzelne der Einleitung in daSGanze gewiß vorzuziehcn,wenn von vollkommener Gestalt eines großen Musikwerksdie Rede ist, und der Tonsctzer erhält, wenn er die obige Anfoderung mit Geist undFreiheit zu erfüllen weiß, den Sinn und Geist seines ganzen Werks in ein vorberei-tendes Jnstrumentalstück gleichsam zusammenzudrängen, den großen Vortheil, seineZuhörer in die Stimmung, welche zur Auffassung und Beurtheilung desselben vonvorn herein nothwendig ist, vollkommen versetzt und die Aufmerksamkeit des vor dieBühne tretenden Zuschauers gleich auf den Mittelpunkt der Sache, von dem dieeigentliche Introduktion nach Beschaffenheit des Inhalts der ersten Scene oft etwasfern liegt, hingclcnkt zu haben. Zweckmäßig würde daher nur dann die Jnstrumcn-talintroduction an die Stelle der Ouvertüre treten, wenn die erste Situation desGanzen schon gleichsam den Keim des ganzen Dramas enthält. Mit der eigentli-chen Introduktion (Wocalintroduction) aber anfangcn, hat in der Regel denNachtheil, daß dadurch auf das erste Tonstück verhältnißmäßi'g ein zu großes Ge-wicht fällt, ohne daß doch die Zuhörer gehörig vorbereitet sind, es in seiner wahrenBedeutung aufzufassen. Am meisten wird die Ouvertüre ihrer Bestimmung ent-sprechen, wenn sic nicht bloß das Ganze (einer Oper oder eines Oratoriums) einlci-tet, sondern zugleich sich auch insbesondere an das nachfolgende Tonstück anschließt.Was die äußere Form der Ouvertüre anlangt, so unterscheidet man sie heutzutagevon der Symphonie dadurch, daß sie aus einem großen Musikstücke besieht, in wel-chem jedoch mehre in ununterbrochener Folge verbundene Musiksätze enthalten seinkönnen, während die Symphonie ein aus mehren durch eine musikalische Idee zu-sammenhängenden Musikstücken gebildetes Werk der Tonkunst ist. Doch müssenwir bemerken, daß in früherer Zeit die Namen Symphonie und Ouvertüre gleich-bedeutend gebraucht wurden, wie noch jetzt Franzosen und Italiener auch die Ouver-türe Symphonie nennen, wovon der Grund der Mangel an Ausbildung oder An-wendung bcivcr als besonderer Musikwerke ist und war. Denn früher hatte maneinestheils die Instrumentalmusik noch nicht zu der Höhe erhoben, daß sie durchmehre ausgeführte Musikstücke ein großes Ganzes darstellte, an welchem das ganzeReich des Orchesters Anthcil nimmt; anderntheils aber nahm man es mit demZusammenhänge eines zur Einleitung der Opern oder Oratorien bestimmten Stückesmit dem Einzulcitcndcn nicht so genau, wie bei gereifter Kunst. Jene Nationen aberhaben für die Ausbildung der eigentlichen Symphonie wenig gethan, und es ist wolihrem Temperamente zuzuschcciben, daß sie auch in Concerten, wo die Instrumen-talmusik in ihrer höchsten Selbständigkeit auftreten kann und also auch die Sym-phonie einheimisch ist, die kürzere und gedrängtere Darstellung der Ouvertüre vor-ziehcn, die sic daher in der allgemeinen Bedeutung des Worts ebenfalls Symphonienennen. Die ältesten Ouvertüren nun hatten eine Fuge zum Hauptsatz, dem einnicht weitläufig ausgeführtes Grave im Viervierteltakte voranzugehcn pflegte, wel-ches in der Dominante schloß. Ost wurde auch das Grave nach der Fuge wieder-holt. War eine Ouvertüre für das Concert bestimmt, so setzte man oft wol aucheine leichte Tanzmelodie hinzu. Jene ältere Form haben auch die meisten Ouvertü-ren zu Händel's Oratorien. Später kam eine andre Form der Ouvertüren auf, wel-che z. B. Mozart noch in seinerEntführung aus dem Serail" beobachtete. Manverband nämlich in den Ouvertüren drei Musiksätze von verschiedener Bewegung,wovon der erste ein ^llozyro, der zweite ein Umlaute, der dritte wieder ein ^Ile^rooder ?rv8to war. Ein glänzendes, leidenschaftliches -Vlle^r«, welchem ein kurzerSatz von langsamer Bewegung und feierlichem Charakter vorhergeht, ist die jetztam meisten gewöhnliche Form der Ouvertüre, wozu Gluck in seiner Ouvertüre zurJphigenia in Aulis" das Vorbild lieferte. Die Stelle, welche die Ouvertüre ein-