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Ouvertüre
ses Regiment bald nachher aufgehoben wurde, ging er nach London, um sich seinenLicblingswissenschaften zu widmen. Die Universität Dublin ertheilte ihm die Doc-lorwürde. Mehre Universitäten und gelehrte Gesellschaften erthcilten ihm Ehren-bezeigungen. Als mit dem persischen Hofe Unterhandlungen eröffnet wurden, be-gleitete er seinen Bruder als Privatsecretair. Zu s. Schriften gehören „Orientalvoilevtions" (1.797, 3Bde., 4.), theils Auszüge und Übersetzungen aus arab.,persischen, türkischen Handschriften w., theils Abhandlungen; „Observations onseine ineäals anil Aen>», triulinzz iiweriptions in tlie pelilavi ur aneienr persiceliaravter" (1801, 4.); eine Übersetzung Jbn Haukal's u. A. (Vgl. Persi-sche Literatur.) Von seiner beträchtlichen Sammlung pers., arab. und türk.Handschriften hat ec einen beschreibenden Katalog verfaßt und „Anekdoten aus deroriental. Bibliographie" 1827 herausgegeben.
Ouvertüre (Eröffnung) bedeutet ursprünglich ein größeres Jnstrumcntal-tonstück, welches einen Gegenstand einleitet. Vorzüglich findet sie statt bei einemgrößer» musikalischen Ganzen, wie z. B. Oper, Oratorium w., wo sie den Eindruckdes Ganzen vorbcceiten soll, und unterscheidet sich dadurch von der eigentlichen In-troduktion, wie man in der italienischen Oper gewöhnlich das erste Gesangstück selbstnennt. Aber auch Werken der Poesie, z. B. Schauspiel, dient sie zur Vorberei-tung, wofern sie nicht, wie Jean Paul irgendwo sich ausdrückt, ein musikalisches Ge-schnörkel u. Gekrätze! ist, welches das Plaudern und Lärmen des Publicums zu denMusikern überträgt, die nun jenem zurusen' Sammeln Sie sich, Geehrte! es wirdbald angehen! Von der edlern Art ist z. B. Beethoven's Ouvertüre zu Göthe's„Egmont". In geringen» Zusammenhänge steht schon die Ouvertüre mit Dem,was auf sic folgt, in gewöhnlichen Conccrten, wenn nicht bei der Wahl dersel-ben auf die folgenden Tonstücke Rücksicht genommen ist. Ist aber die Ouvertürezugleich ein selbständiges Musikstück, so kann man sie auch ohne Das, was sicvorbereiten soll, und daher sogar am Schluffe eines Concerts geben, wobei sie frei-lich ihre unmittelbare Bestimmung nicht vollkommen erreicht. Denn diese Be-stimmung ist, das Gemüth des Zuhörers in einen bestimmten Zustand zu versetzen,durch welchen er für das Eingeleitete empfänglich wird, und in ihrer höchsten Be-deutung zugleich den Charakter des folgenven Ganzen in seiner Gesammtheit an-zudcuten. Die dürftigste Gestalt der Ouvertüre mochte ursprünglich darin beste-hen, daß man die Aufmerksamkeit des Publicums durch einige Töne aufzuregensuchte, wozu selbst eine Fanfare hinreichend war. Die höhere Bedeutung erhieltsie, als sie eine dem Gegenstände selbst angemessene Vorbereitung wurde. Hierist ein Doppeltes möglich, im Fall sie ein aus mehren Tonstückcn bestehendesGanzes >— wie namentlich die Oper ist cinleitet: daß sie nämlich ein den Cha-rakter dieses Ganzen im Allgemeinen aussprechendes Jnstrumentaltonstück sei unddaher auch im Style mit demselben in Übereinstimmung stehe, wie z. B. Mozart'üOuvertüre zu „Figaro"; oder daß sie diesen Charakter insbesondere auch durch Zu-sammenfassung und Verbindung der bedeutsamsten musikalischen Gedanken, wel-che in der Oper Vorkommen, ausspreche und gleichsam nach seinen Hauptzügcnentwerfe. Diese Federung ist zuerst von den Franzosen gemacht und von ihrengrößten dramatischen Tonsetzern (namentlich Cherubim) und den neuern deutschenOperncomponisten (wie vornehmlich K. M. v. Weber im „Freischütz" u. „Oberon")beobachtet worden. Wir sagten aber mit Absicht Verbindung, nicht künstliche Zu-sammensetzung, wodurch eine solche Ouvertüre das Ansehen einer steifen Mosaikhaben würde. Es fragt sich aber, ob die Ouvertüre zu einer Oper überhaupt we-sentlich nothwendig ist? Die Erfahrung scheint das Gegentheil zu beweisen. Eskann nämlich eine Oper mit einem kurzen Jnstrumentaltonstücke (ich will dies I n -strumcntalintroduction nennen) ansangen, welches nur in die erste Situa-tion einftittk (wie z. B. in Spohr's Oper„Aemire u. Azor") oder mit der eigentlichen