!8Ü Otto von Wilttlsbäch Otto von Freisrngen
lien und Calabrien verdrängen wollte. Diese riefen aber die Araber (981) von Si-cilien zu Hülfe, und O. erlitt bei Basentello in Calabrien (13. Juli 982) eine völ-lige Niederlage. Er selbst floh vor den ihn verfolgenden Arabern nach dem Meere,warf sich in dasselbe und ward von einem vorbeisegelndcn griech. Schiffe ausgenom-men, weil er versprach, sich nach Konstanlinopel bringen zu lassen, wenn man ihnvorher zu Rosano in Calabrien aussetzen würde, wo seine Gemahlin, eine geboreneGriechin, sich mit großen Schätzen befände. Man benachrichtigte Theophanicnvon dem Schicksale ihres Gemahls. Der griech. Befehlshaber aber erlaubte Kei-nem den Eintritt in das Schiff, außer einem deutschen Bischöfe und den Mädchen,welche die zugcsicherten Schätze übcrbringen sollten. Die Griechen, von Gelddurstergriffen, waren eben mit diesen Kostbarkeiten beschäftigt, als O. sich ins Meerstürzte, um sich durch seine Fertigkeit im Schwimmen zu retten. Zwar wolltenihn die Griechen daran hindern, aber unter jenen Mädchen befanden sich verkleideteJünglinge, welche die Flucht ihres Kaisers sicherten. So entkam O. der Gefahr,aber seine Gesundheit war zerrüttet. Auf einem Reichstage zu Derona, wo seinKjähriger Sohn zum Nachfolger ernannt wurde, beschloß man die Griechen undAraber anzugreifcn und selbst Sicilien zu erobern. AbcrO. erlag seinem Kummerin der Blüthe seines Lebens. Er starb zu Rom den 7. Der. 983. Sein Sohn,Otto lll., der ihm folgte, war 980 geb., und starb schon 1002. Mil ihm erloschder Mannsstamm des sächsischen Kaiserhauses.
Otto, Psaizgrafvon Wittelsbach, der Mörder Philipps von Schwaben,war ein Bruderssohn Ottos des Großen von Wittelsbach, seit 1180 Herzogs inBaiett! und Stammvaters des noch jetzt regierenden bairischen Fürstenhauses.Philipp v. Schwaben, König der Deutschen, für welchen er gegen Kaiser Otto IV.tapfer kämpfte, hatte ihm eine seiner Töchter zur Gemahlin versprochen, aber, vordem Charakter O.'s gewarnt, sein Wort nicht gehalten; als sich O. nachher mitder Tochter eines polnischen Herzogs vermählen wollte, gab ihm Philipp statt desversprochenen Empfehlungsschreibens einen Brief mit, worin der Herzog vor ihmals einem Unruhestifter gewarnt und gebeten wurde, ihn seiner eignen Sicherheitwegen zu verhaften. O. ahnete Betrug, erbrach den Brief und eilte voll Zorn undRache (1208) nach Bamberg, wo eben Philipp seinen Hof hielt. Ec drang (21.Juni) mit bloßem Schwerte in sein Gemach und versetzte ihm eine tödtliche Wundeam Kopse, an welcher er bald starb. In der ersten Bestürzung der Hofleute ent-kam O. aus dem Schlosse. Aber Otto 117 erklärte den Mörder (1208) aus demReichstage zu Frankfurt a. M. und bald nachher auf dem zu Augsburg für vogel-fr?i. Der Marschall v. Pappenhcim traf 1209 den Geächteten auf der Flucht ander Opnau und ermordete ihn, worauf auch O.'s Schloß, Wittelsbach in OLcr-baiern, zerstört wurde. Babo (s. d ) hat diese Geschichte dramatisch bearbeitet.
Otto von Freisingen, des Markgrafen von Ostreich, Leopolds desHeil., und der Agnes (Tochter Kaiser Heinrichs l V.) Sohn. Sein Vater, der ihn demgeistlichen Stande widmete, ernannte ihn zun, Propste des von ihm gestiftetenKlosters zu Neuburg, übertrug aber die Verwaltung dieses Amts einstweilen einemAndern, bis O. von -Paris, wohin er ihn wegen seiner Studien gesendet hatte,zurückgekehrt sein würde. Vorzügliche Talente, eine ungemeine Gelehesaenkeitund seine edle Geburt versprachen dem jungtN O. die glänzendsten gcistl. Würden;aber sern von allem Ehrgeize, trat er auf seiner R'Ückreisc von Paris zu Moumontin Burgund in dcn Cistercienserorden und ward in Kurzem ?tt't dieses Klosters. chnrwürde er in frommer Stille sein Leben hingebracht haben, hätte ihn nicht sein S üf-drude-", Kaiser Konrad III., 1137 veranlaßt, das Bisthum Frcisingen anzu.uIs-men, daS er 20 I. bis an seinen Tod (22. Sept. 1158) verwaltete. Durch eineallgemeine Geschichte (gewöhnlich mit Unrecht Chronik genannt) bis 1146, unddurch eine Geschichte Kaiser Friedrichs I. hat er sich unter den deutschen Historikern