Druckschrift 
8 (1830) O bis Q
Entstehung
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178
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Ottensen Dtto i.

Ottensen, ein großes und schönes Dorf in Holstein, nahe bei Altona, mit1500 E., dessen Kirchhof durch die Grädcc Klopstock's, seiner Meta und seiner1821 gest. Witwe, des Herzogs Karl Wilh, Ferd. v. Braun schweig (s d.),welcher bis 1818 in dem Grabgewölbe der Kirche ruhte, wie durch die Grabstätteder 1818 vertriebenen Hamburger, berühmt ist,

Otto l., Kaiser, der Große, Kaiser Heinrichs I, Sohn, war 912 gcb.Gewaltig als Krieger und Eroberer, war er zugleich stolz und eigennützig. DieseEigenschaften machten ihm seine Brüder zu Feinden, und selbst seine Mutter so ab-geneigt, daß sie Alles anwandte, ihren zweiten Sohn Heinrich auf den Kai^erthronzu erheben. O.'s Festigkeit siegte jedoch über den Wankelmuth der Stande. Ecward 986 in Aachen zum deutschen Kaiser gekrönt. Wenzel, dem er das Hcrzog-rhum Böhmen gegeben hakte, wurde von seinem Bruder Boleslaus ermordet.Da O, sich weigerte, diesen anzuerkennen, so beschloß derselbe, Böhmen vonDeutschland unabhängig zu machen. Ein 14jähriger Krieg begann, der durchHermann Billung's, nachherigcn Herzogs von Sachsen, Tapferkeit 950 damitendigte, daß Boleslaus die Oberlehnsherrlichkcit des Reichs anerkannte und sichkaufen ließ. Die Söhne des »erst. Herzogs Arnulf in Baiern strebten ebenfallsnach Unabhängigkeit. O. besiegte sie und gab das Herzogthum Arnulf's Bruder,BeUhold (939). Herzog Eberhard v. Franken, durch einen königl. Ausspruch be-leidigt, verband sich mit O.'s Stiefbruder Tankmar, welcher zu den Waffe» ge-griffen hatte, weil O. die Grafschaft Merseburg, sein vermeintes Erbe, einemFremden gab. Sie hatten sich der Festung Eresburg bemächtigt. O. zwang siezur Übergabe, und Tankmar ward innerhalb der schützenden Mauern der Kirrt eneben dem Altar ermordet. Eberhard, der anfangs verbannt worden, später jedochsein Herzogthum wiedererhalten hatte, erneuerte die Fehde ini Bunde mit O.'sBruder Heinrich, mit Giselbert von Lothringen, O.'s Schwager, und unterstütztvom König von Frankreich, Ludwig (Outreinor). Herzog Hermann von Schwabenbesiegte sie (989); Eberhard siel in der Schlacht, Giselbert ertrank im Rhein, undder König von Frankreich schloß Frieden (940) und vermählte sich mit O.'s Schwe-ster, der Witwe Giselberts. Gras Konrad v. Worms ward mit Lochungen be-lehnt und heirathete O.'s Tochter, Luitgard. Seinem Sohne Ludolf gab O.1949), nach des vorerwähnten Hermanns Tode, das Herzogthum Schwaben, undseinem Bruder Heinrich, nachdem die Mutter Beide mit einander versöhnt hakte,Baiern (947). Auch bei den Nachbarn erwarb sich O. durch seine Waffen Hoch-achtung. Die Dänen, welche in Deutschland eingefallen waren, wurde» von ihmber die Eider zurückgetrieben. Der König Harald konnte seine Krone nur unterder Bedingung retten, daß er Dänemark dem deutschen Reiche lehn- und tribut-pflichtig machte und das Ehristcnthum annahm. In das Meer, das Dänemark vonNorwegen scheidet noch jetzt der Ottensund genannt stieß ec seine Lanze,zum Zeichen, daß nur das Meer seine weitern Fortschritte hemme. König Ludwigrief ihn zu Hülfe gegen seine aufrührerischen Vasallen, unter Anführung des mäch-tigen Grafen Hugo. O. trieb die Ausrührer zu Paaren und befestigte seinesSchwagers Herrschaft. Die Italiener riefen ihn herbei, sic von den Bedrückun-gen Berengars 1!. zu befreien. Er besiegte den Thronrauber und vermählte sichmit des vorigen Königs Lothar Witwe, Adelheid, worauf er (951) zu Pavia alsombardischer König gekrönt wurde. Diese zweite Ehe verwickelte ihn nicht nur inweitaussehende Kämpfe wegen des Besitzes von Jtalien (s. d.), sonder» bewirkteauch, daß viele Ausländer an den Hof gezogen wurden, und seine würdigsten Fa-milienmitglieder sich aus Mißvergnügen gegen ihn auflehnten. Sein wackere» Sohn,Ludolf von Schwaben, verband sich mit seinein Schwager, dein Herzoge Konradvon Lothringen, jedoch weniger gegen den Vater als gegen den ränkevollen Herzogvon Baiern, O.'s Bruder, der Adelbeids Gunst zu erhalten gewußt hatte. Den-