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' Älfrred Dttave Rime
„Reisen der Spanier nach der Südsce, insbesondere nach Otahiti" (übers, mitAnmerk, von Bratring, Berl. 1812). Seit Förster s Zeit hat sich der Charakterdieser Insulaner sehr verändert. Die Menge der ihnen durch die Briten zugeführ-tcn Werkzeuge (besonders Pulver und Blei) hat sie verleitet, die ihrigen bei Seitezu legen; auch mußten die vielen Ausschweifungen, welche seit der Ankunft derEuropäer, von denen Ausreißer und verdorbene Menschen unter ihnen sich ansiedel-ten, auf Otahiti überhandgenommen hatten, dem Kunstfleiße nachtheilig werden.Gegenwärtig, im Besitz eines Gesetzbuches und eines gerichtlichen Verfahrens, anOrdnung und Recht gewohnt, achten sie das Eigenthum. Das Christenthum be-günstigt rechtmäßige Ehen, verschafft den Frauen Achtung und wehret dem altenHang zum Trünke. Die Missionnairc regieren durch die eingeborenen erblichenHäuptlinge, und die Verfassung gleicht einer Theokratie. Seit 1828 ist Taiti un-abhängig. In der Druckerei der engl. Missionarien erschien außer Ubers, einzelnertestamentl. Bücher eine polynesischc Grammatik („cl gr»,»i»nr „5 ti,e taliitisit«lialect ok tlie Uol/nvsia» languir^e", Burderspoint 1828). Iv.
Olfried, Mönch des Benedictinerklosters Weißcndurg im Elsaß, wahr-scheinlich aus Schwaben gebürtig, verfaßte eine freie poetische Bearbeitung derevangel. Geschichte, die er dem König Ludwig ll., dem Deutschen, in einer Zuschriftin Versen gewidmet hat. Sie ist ein Hauptdenkmal der althochdeutschen Sprachein kurzen Reimpaaren, von denen je zwei eine Strophe bilden, und in mehre Ab-schnitte getheilt. (Gedruckt in Schiltcr's „Illie«. nntig. tcitonicar»»,", ss i.)Neben dem hohen Interesse, welches dieses kostbare Überbleibsel für die Geschichteder Sprache hat, erregen auch einzelne Stellen, in denen O., von Begeisterungergriffen, mit allen Härten seiner Sprache siegend kämpft, Achtung für den Dichter.Nicht minder schätzenswerth macht ihn der edle Stolz, mit welchem er die hohenVorzüge seiner Nation preist, und die daher entspringende Verbindlichkeit zur Aus-bildung ihrer Sprache empfiehlt.
Otho (Marcus Salvius), Nachfolger des Kaisers Galba, stammte aus einerconsularischcn Familie, verlebte seine Jugend in Schwelgerei und Müßiggang, undwurde des Nero Vertrauter. Dieser Kaiser ernannte ihn zu s. Statthalter von Lu-silanien, um s. Liebe zur Poppäa Sabina, der Gemahlin O.'s, aus deren Schön-heit ihn dieser selbst aufmerksam gemacht hatte, um so ungehinderter folgen zu kön-nen. O. verwaltete jene Stelle lO I. lang mit Ruhm. Er war der Erste, der sichfür Galba erklärte, als dieser sich gegen Nero empörte, begleitete ihn nach Rom undward nach dessen Thronbesteigung zum ersten Male Consul (67 n. Ehr.). Da ihnGalba nicht zum Nachfolger ernannte, und die Zerrüttung seines Vermöge.ns ihn indie peinlichste Lage versetzte, so dachte er darauf, den Kaiser zu stürzen, Dies gelangihm mit Hülfe der Prätorianer und der übrigen Truppen. Galba ward ermordet,und O. zum Kaiser ausgerufcn. Aber die Legionen in Deutschland ernannten denViteilius zum Kaiser. Umsonst bol O. unmäßige Summen, diesen zu gewinnen.VitelliuS schlug das Anerbieten aus, Mitkaiser zu werden, und führte s. Heer überdie Alpen. O., für den sich die meisten Provinzen erklärt hakten, sandte diesenalten Kriegern ein zwar neugeschaffencsHeer entgegen, aber an der Spitze desselbenstanden die erfahrensten Feldherren, welche des Vitellins gekheiltc Truppen .8 Malschlugen. Dadurch stolz und unvorsichtig gemacht, befahl O. ein entscheidendesTreffen gegen die nun vereinigten Truppen des Vitellins, und wurde besiegt. Aufdie Nachricht davon beschloß er durch freiwilligen Tod den Bürgerkrieg zu enden, sowenig auch s. Lage ihn zu einem so verzweifelten Entschlüsse trieb. Er durchbohrtesich mit einem Dolche, nachdem er 8 Monate und 8 Tage regiert hatte, und bewiesdurch diese That, wie durch manche frühere, daß ec bei aller Sittenlosigkeit einenkühnen und entschlossenen Geist besaß.
Ottave Rimc (ital.), Octavreime, s. Stanze.
Conv.-Lex. Siebente Aust. Rt>. VI l l. st
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