Druckschrift 
8 (1830) O bis Q
Entstehung
Seite
176
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17ü Oiahtti

Eigcnlbum für «ne willkürliche Anstalt der bürgert. Gesellschaft; allein die nähereBekanntschaft mit jenen Insulanern, ehe sie noch durch europ. Gewohnheiten undLaster verführt waren, zeigte bald, daß, ohne Liebe zur Arbeit und ohne Achtung fürdas Eigenlhum, der Mensch, auch wenn die Natur ihn noch so freigebig auSstatrcl,sich nicht zu einem sittlichen Wesen entwickeln kann. Nach vielen mijilungenen Ve-kchrungSvccsuchen, z. B. der Brüdergemeinde seit 1797, ist es endlich engl Mis-sionarien geglückt, unter den durch europ. Laster verwilderten Otahitern daSChcistenthum einzuführen. (S. P o m a r r e.) Die Vew. von Otahiti, Eimco,Tapuaman und Huahcine, Rajatea, Lahaa, Borabora und Maurua haben seit1817 den Götzendienst ganz verlassen. Die heidnischen Bilder und Altäre (z B.die Morais, ihre Bcgräbnißplätze und Tempel) sind verschwunden, ebenso dieschrecklichen Menschenopfer und Kindermorde. Der Sonntag wird jetzt aus sämmt-lichcn Inseln gefeiert. Die Bewohner können lesen, und viele auch schreiben.Otahiti hat auf 20 LjM. 7000 Einw.; Cook zählte daselbst vor 1770, unsBougainville, der 1768 dort war, gegen 20,000 Menschen. Die Abnahme derBevölkerung war eine Folge der hitzigen Getränke und der syphilitischen Krankhei-ten, mit welchen die Europäer sie beschenkten, sowie des durch die Priester ge-heiligten Gebrauchs, daß die Weiber der vornehmsten Elasse ihre Kinder gleichnach der Geburt tödteten. Die Insel ist gebirgig, eine Wcrgspitze hat nach För-ster 10,230 F. Höhe. Da sie sich in 2 Halbinsel» thcilt, eine größere und einekleinere, jede mit einem Hafen, so hat sie auch 2 Erbkönigc, und Ehrgeiz undSchwäche spielen hier so gut mit dem Glücke der Völker wie in Europa. Unter denübrigen Inseln kommt Rajatea der Insel Otahiti an Schönheit fast gleich. DieBlutrache verwickelte bisher diese Völkerschaften oft in hartnäckige Kriege, die siezu Lande und zur See führten, und wobei die Gefangenen bisweilen zu Tode ge-martert wurden. DaS sonst gurmülhige, gastfreie, frohe Völkchen auf Otahitiist von weißer Farbe mit etwas blaugelbcm Anstriche. Die Wohlhabenden zeichneteine schöne Bildung auS. Die ärmern Einw. treiben den Feldbau, aber ohne Er-müdung, denn 3 Brotbäume können einen Mensche» ein Jahr hindurch ernähren.Der Ban des Getreides und der europ. Küchenkräuter inacht ihnen zu viel Mühe.Auch haben sic Kokosnüsse, Bananas, Platanen, Yamswurzeln, Pisang, Pa-taten, Arawuczeln rc. Man bewundert die Geschicklichkeit der Einwohner im Ver-fertigen kunstreicher Jeuche vom Baste des Papiermaulbeerbaums, geflochtenerMarten, Kanols, Fischergerathe, musikal. Instrumente und Waffen auS Stei-nen B. Basalt), Knochen und Eisen. Sie ergötzen sich mir Musik und drama-tischen Tanzen. Ihre Kenntnisse bestehen, außer jenen mcchan. Geschicklichkeiten,fast nur in Heilmitteln. Das Tärvwiren ist jetzt verboten. Bon den Europäernhaben sie zu ihren einheimischen Orhiercn, unter welchen die Hunde und Schweinedie Hauptnahrung der Vornehmem sind (Vögel und Fische für die übrigen),Pferde, Ziegen, Schafe, Pfauen, Truthühner und Gänse erhalten; auch kom-men Zuckerrohr und Kartoffeln gut fort. In dieser Hinsicht machten sich Eook undCap. Bligh sehr um Otahiti verdient. Sie führten Orangen, Ananas, Citronenu. a. Früchte ein. Cook wurde daher von ihnen, bis zur Annahme des Christen-thums , als ein Heiliger, als ein Gott verehrt. Sie kennen nur den Tauschhan-del. Im Allgemeinen sind sie nicht so gelehrig wie die Sandwich-Insulaner;doch haben sie mehre Handwerke von den Missionarien gelernt. Wer die liebens-würdige Königin Oberes, die Freundin des Capitain Wallis, wer den gutmü-lhigen Tupia, welcher auS Freundschaft dem Capit. Cook folgte und auf der Seestarb, uns den ehrlichen Omai, der mit Cook nach London reiste, wo er eine Zeitlang die vornehm« Welt beschäftigte, näher kennen lernen will, der lese I. Reinh.Forstcr'sReise um die Well" (Berlin 1778 84); y. AimmermannsAustralien" (Hamburg 1810); Lindncr'sAustralien" (Weimar 1814) und