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Ostreich (Geschichte seit 1815 )
war, die Standhaftigkeit, mit welcher er die Achtserklärung gegen den bundbrü-chigen Eidam Unterzeichnete und daS Schicksal der Tochter und ihres Sohnes be-stimmte, die Kraft endlich, mit welcher er des ehemaligen Königs Murat v. NeapelAngriff aas Italien zurückschlug und zur abermaligen Bezwingung des korsischenMachthabers mitwirktc; dies Alles erfüllte die Brust der Völker mit Ehrfurcht gegeniim und erregte den Wunsch ^ möchte er wiederum Deutschlands Kaiser werden!Ostreich erhielt durch den Frieden in Paris 1814 den gegenwärtig zu einem lombar-difch-venetianischen Königreiche erhobenen Theil von Italien, und die früher abge-tretenen Theilc seiner Erbländer nebst Dalmatien zurück, dagegen der bisherige Groß-stcrzoa v, Würzburg f Land an Baiern abtrat und Toscana wiedcrbckam.
Durch die neue Gestaltung Europas auf dem wiener Eongresse 1815, unddurch den mit Baiern zu München (14. April 1816) abgeschlossenen Vertrag hatdie östr. Monarchie nicht nur im Vergleich mit ihrem Zustande nach der letzten Thei-lnng Polens einen Zuwachs von etwa 150 HZM. (ohne Toscana, Modena und-Parma) erhalten, sondern auch in Hinsicht aus Lage, Abrundung und Handel, be-sonders durch Venedig und Dalmatien wesentlich gewonnen. Die einflußreiche Stel-lung, welche diese Macht in Folge jenes Eongresscs in dem curop. Staatensystemals das erste Glied brr großen Quadrupelallianz, die auf dem Eongresse zu Aachen1818 in eine Quintupelallianz verwandelt wurde, und als die Vorsitzende Macht aufdem deutschen Bundestage, mit folgerechter Wirksamkeit behauptet, ist seit demEongresse zu Aachen dem Beobachter der Zeitgeschichte immer sichtbarer geworden;zugleich hat die rasch fortschreitende Entwickelung der innern Kräfte dieses großenWölkerbundcsstaats die nachtheiligen Folgen seines 23jähr. fast ununterbrochenenKampfes mit Frankreich nach und nach vermindert, und wie den Wohlstand derNation, so auch den Staatscredit befestigt und erhöht. — Unter den auswärr. Staats-angelegenheiten, welche der 1821 zu der Würde eines kaiserl. Haus-, Hof- undEraatskanzlers erhobene Fürst v. Metternich leitet, ist das Verhaltniß Ostreichs zudem deutschen Bunde, dem es mit 3541 ffsM. und 10,660,000 Menschen unge-stört, das wichtigste. Daskaiserl. Cabinet hat nämlich durch die Vorträge seines Prä-iidialgesandten (des Grafen v. Buol-Schauenstein, an dessen Stelle 1823 der Frei-herr v. Münch Bellinghausen trat) die Berathungen auf dem Bundestage zu Frank-furt so geleitet, daß alle im Aug. 1810 auf dem Eongresse zu Karlsbad (s. Karls-bader Beschlüsse) vorbereiteten Beschlüsse, in Hinsicht einer allgemeinen Lite-rarur-, Lehr- und Schulpolizei, zur Unterdrückung antimonarchischer oder revolu-tionnairer Meinungen, Schriften und Verbindungen, einmüthig angenommen,am 20. Sept. 1819 bekanntgemacht, und am 16. Aug. 1824 erneuert wurden.Ein am 25. Nov. 1819 zu Wien eröffneter Ministcrialcongreß aller Mitglieder beSdeutschen Bundes entwarf die 65 Artikel der Schlußacte des deutschen Gtaatenbun-des, welche am 15. Mai 1820 in Wien unterzeichnet und am 8. Juni d. I. zuFrankfurt als allgemeines Gesetz innerhalb der deutschen Bundesstaaten anerkanntwurde. Die Ideen des östr. CabinetS über den politischen Zustand Deutschlandslernte man damals aus der merkwürdigen „l,ettre conti «Icnticlle «Is8. ei. Ie princocke Netterriivii n Nr. le baron ile kerstett, promrer minist! e <Iu 6r»ml «luclic«le IZailcn" (vom Juni 1820) kennen. Dieses Schreiben ist abgedruckt in Lesur's„Limuaire" (Paris 1821, S. 252). Dasselbe einmüthige Vertrauen, welchesdie erwähnten Vorträge deS östr. Präsidialgesandten bei den Gesandtschaften deüBundestags fanden, äußerte sich auch bei allen übrigen Verhandlungen. Ebensoglücklich brachte die Übereinstimmung Ostreichs und Preußens in der Militaircom-missivn des Bundes die Grundlegung der deutschen Kriegsverfassung zu Stande, in-soweit dieselbe die Größe und Einthrilung des Bundesheeres (f. Reichs armee)^sowie dir Besetzung und das Eommands der Reichssestnngen betraf. Noch ist zubemerken, daß Ostreich (in Gemäßheit dl? durch den 1,8. 'Art. der Bundesakte fest ,