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Ostreich (Geschichte von 1790—1815)
lind einem Theile des passauischen Gebiets, und in der Folge noch der größte Theilvon Eichstädt nebst der Kurwürde zugestandcn wurde. Ostreich selbst erhielt diebeiden tirolischen Erzstiste Trient und Bripen, sodaßcs, mit Einschluß der letztenErwerbungen in Polen, ungeachtet jener Abtretungen an Frankreich, noch 452fstM. gewonnen hatte und über 12,000 sJM. umfaßte. Aber die Masse derStaatsschulden war auf 1220 Mill. Gulden gestiegen. Da trat der Zeitpunkt ein,wo Franz, als Frankreichs erster Consul sich zum Kaiser.ausrufen ließ, in richtigerAhnung der Zukunft, sich selbst (11. Aug. 1804) zum Erbkaiser von Ostreich er-klärte, indem er u. d. N. „Kaiscrthum Ostreich" alle seine Staaten zu einemGanzen vereinigte. Hierauf griff er noch einmal, im Bunde mit Rußland undGroßbritannien, zu den Waffen gegen die Anmaßungen des fcanz. Staatsober-hauptes. Der Krieg von 1805 endigte mit dem Frieden von Presburg (26. Dec.1805), in welchem Franz die noch übrigen Provinzen in Italien an Frankreich,dann Burgau, Eichstädt, den Anthcil von Paffau, ganz Tirol, Vorarlberg, Hv-henembs, Rvthenfels, Tettnang, Argen und Lindau an den König v. Baiern, fer-ner an den König v. Wüctemberg die fünf Donaustädte, die Grafschaft Hohenberg,Landgrafschafl Nellcnburg, Landvogtei Altdorf und einen Thcil von Breisgau, so-wie an den Großherzog von Baden das übrige Breisgau, dü-Ortenau, Konstanzund die Eommende Meinem abtrcten mußte. Dafür erhielt Ostreich Salzburg undBerchtesgaden; der Kurfürst von Salzburg wurde durch Würzburg entschädigt;außerdem sollte die Würde eines Hoch - und Deutschmeisters einem östr. Prinzenerblich gehören. So endigte ein Krieg, welcher außer diesen Länderabtretungen deröstr. Monarchie noch 90 Mill. an Dem, was die Franzosen aus Wien und sonstmit fortgcnommen halten, und 800 Mill. an andern, Kriegsaufwande kostete, wozuFranz einen großen Thcil aus seinem Priv«tschatze hergaü. Eine dir wichiigsienFolgen war, daß nach der Errichtung des Rheinbundes (12. Juli 1806) KaiserFranz dec deutschen Kaiscrwürdc (6. Aug. 1806) entsagte, welche seine Familie lan-ger als 500 Jahre besessen hatte. Er nannte sich nun Franz l., Kaiser vonOstreich. Als solcher beschloß er 1809 einen neuen Krieg gegen Frankreich, alleinohne Bundesgenossen außer Großbritannien, dessen Beistand in Hülfsgeldcrn undeinem zu späten Angriff auf Walchern bestand. Ostreich kämpfte mit -Muth undAnstrengung; allein eS unterlag auch diesmal Der Friede von Wien (14. Oct.1809) kostete der Monarchie 2000 HsM. mit 31 Mill. Menschen und über 11Mill. Gldn. Eink. Die Staatsschuld betrug 1200 Mill. Gldn., und die Masse deSPapiergeldes 950 Mill. Ader nicht genug, daß Napoleon der östr. Monarchie dieschönsten Provinzen: das Herzogthum Salzburg mit Berchtesgaden, das Jnnvier-tel, das westliche Hausruckviertrl, Krain mit Görz, Triest, den Villacher Kreis,Kroatien zum größten Theil, Istrien, Räzuns in Graubündten, die böhmischenEnclaven im Sächsischen, ganz Westgalizien, den zamoskcr Kreis von Ostgalizien,Krakau nebst dec Hälfte der Salzbergwerke von Wieliczka und den tarnopvler Kreis,welchen Rußland bekam, entrissen hatte; er verband sich auch persönlich mit HadS-hurgS altem Stamme durch seine Vermählung mit Marie Louise, des Kaiser« vonOstreich T., und schloß (14. Marz 1812) mit dem Kaiser Franz ein Bündniß gegenRußland. Als aber Frankreichs Kaiser für seinen Einfall in Rußland gestraft, alsPreußen gegen ihn aufgestandcn, als der Congreß in Prag fruchtlos gewesen war,da erklärte Franz den 10. Aug. 1813 an Frankreich den Krieg und verbündete sichden 9. Sept. 1813 zu Teplitz mit England, Rußland, Preußen und Schwedengegen den Schwiegersohn und dessen Anhänger. Die Schlacht bei Leipzig, worandie östr. Truppen so ruhmvollen Anthcil genommen, des Kaisers Franz Ausharrenim Kampfe, seine Einwilligung in die Verweisung seines Schwiegersohns nach Elba,und die Entfernung der Tochter und des Enkels von demselben, die mancherleiOpfer, die er brachte, als der europäische Congreß in seiner Hauptstadt versammelt