162 Ostreich ,Geschichte van 1526—1740)
Nach seinem Willen theilten die Erstem die väterliche Erbschaft also, daß der äl-teste, Maximilian II., der auch Kaiser wurde, Ostreich, Ungarn und Nähmen, derzweite, Ferdinand, Tirol nebst Borderöstreich, uns der dritte, Karl, Steiermark,Karnthe», Krain und Görz erhielt. Als aber Erzherzog Ferdinand, der die schöneBürgerstochler oon Auqäburg, Philippiue Welser, qehciralhet hatte, gestorben war(1595), und s. Söbne, Andreas (Earbinal und Bischof zu Konstanz und Brixen,auch spanischer Statthalter der Niederlande) und Karl (Markgraf von Burgau),nicht als standesmäßig anerkannt wurden, sielen s. Besitzungen an s. Lettern zurack.Kaiser Maximilian war in Ungarn glücklicher als s. Vater; der Tod Soliman's vorSigclh 1566 hatte einen Waffenstillstand zur Folge, und 1572 ließ Maximilians. ältesten Sohn, Rudolf, als König von Ungarn krönen, der darauf auch zumKönige von Böhmen gekrönt und zum römischen Könige erwählt wurde. Dagegengelangen ihm die Versuche, die polnische Krone an Ostreich zu bringen, sowenigwie in der Folge seinem vierten Sohne, Maximilian, nach dem Lode StephanVaihori's (1587). Maximilian war friedliebend, in Religionssachen duldsam undals Regent gerecht. Ec starb den 12. Oct. 15-76; von s. 5 Söhnen wurde Rudolf,der älteste, Kaiser. Dieser bcharrte bei dem hergebrachten aristokratischen Feudalis-mus und regierte nachlässig; schwach als Kaiser, überließ er Alles s. Minister,,.Der Krieg mit der Pforte und Siebenbürgen brachte wenig Ruhm; die Protestan-ten, deren Lehre die Jesuiten unterdrücken wollten, nölhigten ihn zur Ausstellungdes Majestätsbriefes; er mußte 1608 Ungarn und i611 Böhmen und die östccich.tzrblande an s. Bruder Matthias abtreten. Letzterer, der ihm (1612) in der Kaiser-würbe folgte, schloß einen 20jahrigcn Frieden mit den Türken, eilebte aber nicht daöEnde der Unterhandlungen mit den Böhmen, welche für die Religionsfreiheit zu de»Waffen gegriffen hatten. Ec starb d. 20. März 1610. Die Böhmen weigertensich, s. Nachfolger Ferdinand anzuerkennen, und wählten das Haupt der evangel.Union, den Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz zu ihrem Könige. Doch nachder Schlacht bei Prag 1620 ward Böhmen Ferdinanden unterworfen, der nun imeigentlichen Böhmen und Mähren die protestantische Religion ausrottcte. Zugleichvernichtete er der Böhmen freie Äönigswahl und den Majestätobrief, errichtete einkathol. Reformationsgericht und veranlaßre hierdurch die Auswanderung vielerTausende. Auch die östr. (meistens protestantischen) Stande wurden von Ferdinandzur Huldigung gezwungen, woraus ec das Lulherihum in Ostreich streng verbotund den Aufstand der evangel. Bauern in Obcröstreich uniecvrück.e. Zuletzt wardUngarn, das unter Bethlen Gabor, dem Fürsten von Siebenbürgen, sich empörthatte, bezwungen. Dieser Religionskrieg kostete dem östr. Hause den Flor seinerLänder. Denn unter Ferdinands Nachfolger, Ferdinand Ai. (16,87—5"), w»r-den Ostreichs Länder immer mehr der Schauplatz des Kriegs. Ferdinand trat imprager Friede» 1685 die Lausitz an Sachsen, und im westfälischen Frieden 1648das Elsaß an Frankreich ad. Ferdinands ill. Sohn und Nachfolger, Kauer Leo-pold I., reizte die Ungarn durch unduldsame Härte. Tökely ls. d.) fand türki-schen Beistand, und Kara Mustapha belagerte Wien 1688, das Joh. Sobieski(s. d.) und die Deutschen entsetzten. Darauf unterwarfen dem Kaiser die Siege stiner Feldherren ganz Ungarn. Er verwandelte es 1687 in ein Erdreich und vereinigte damit Siebenbürgen, obwol unter eignen Fürsten. Auch gab die von Eugenbezwungene Pforte im karlowitzer Frieden 1699 das Land zwischen der Donau undTheiß an Ungarn zurück und trat im passarowitzer Frieden 1718 wichtige Pro-vinzen an Ungarn ad. Dagegen scheiterte Leopolds Plan, seinem zweiten SohneKarl die Erbfolge in der spanischen Monarchie von dem kinderlosen König v. Spa-nien, Karl il., zustchern zu lassen; Frankreichs feinere Politik vermochte Karl II,den Enkel Ludwigs XiV. zum Erben seines Thrones cinzusetzen. Also begann derspanische Erbsolgekrieg 1791; währ.nd desselben starb Leopold, 5. Mai 1705.