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8 (1830) O bis Q
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Ostreich (Geschichte von 174A96)

Sein ältester Sohn und Nachfolger, der aufgeklärte Kaiser Joseph I., setzte denKrieg fort, starb aber ohne Kinder d. 17. April 1711, worauf sein Bruder, der be-stimmte König von Spanien, Karl, aus Barcelona nach s. Erbstaaten eilte, umderen Regierung zu übernehmen. Auch ec wurde Kaiser den 24. Dec. d. I.,mußte aber dem von s. Bundesgenossen abgeschlossenen utrechter Frieden zuRastadtund Baden 1714 beitreten, nach welchen Friedensschlüssen Ostreich die Nieder-lande, Mailand, Mantua, Neapel und Sardinien (seit 1720 Sicilien für Sardi-nien) erhielt. Das Herzogihum Mantua, das Joseph 1708 in Beschlag genom-men, da dessen Herzog sich gegen das deutsche Reichsoberhaupt mit Frankreich ver-bündet hatte, ward als Lehn mit der östr. Monarchie vereinigt. Die Monarchieumfaßte jetzt 9048 sJM., mit fast 29 Mill. Einw. Sie hatte zwischen 13 bis14 Mill. Gldn. Eink. und ein Heer von 130,000 M. Ihre Macht wurde jedochdurch neue Kriege mit Spanien und Frankreich sehr geschwächt. Karl VI. mußtenämlich im wiener Frieden 1735 und 1738 Neapel und Sicilien an den Jnsantenvon Spanien, Don Carlos, und an den König v. Sardinien einen Theil von Mai-land abtreten, wofür er bloß Parma und Piaccnza erhielt. 1739 verlor er durchden belgrader Frieden fast alle Früchte von Eugens Siegen bis auf Temeswar;denn er mußte Belgrad, Serbien, den östr. Antheil an der Walachei, Orsowa undBosnien an die Pforte zurückgeben. Dies Alles bewilligte Karl VI., um die Erb-folge in s. Monarchie seiner Tochter Maria Theresia durch die pragmatische Sanktionzuzusichern. Dieses von 171319 errichtete Erbfolgegesetz ward nach und nachvon allen europäischen Mächten anerkannt. GeschichteÖstreichs unterdem Hause Habsburg - Lothringen. I. von 1740 90. Als nachKarls VI. Tode (20. Oct. 1740) der habeburg.-östr. Mannsstamm erloschen war,bestieg Maria Theresia, vermahlt mit dem Herzoge Stephan von Lothringen, denThron von Ostreich. Won allen Seiten erhoben sich Ansprüche gegen sie. Einheftiger Krieg begann, worin bloß England auf ihrer Seite war; Friedrich 1l. vonPreußen eroberte Schlesien, der Kurfürst von Baiern ward in Linz und Prag ge-krönt und als Karl VII. (1742) zum Kaiser erwählt. Nur die Ungarn standenihrer hcldenmüthigen, schönen Königin bei. Doch mußte sie im Frieden von Bres-lau (4. Juni 1742) an Preußen Schlesien nebst Glatz, mitAusnahme vonTeschen,Jägcrndorf und Trvppau abtrcten. Friedrich II. erneuerte den Krieg, indem er demKaiser Karl VII. zu Hülfe eilte; allein dieser starb am 20. Jan. 1745, und The-resiens Gemahl wurde als Franz I. Kaiser von Deutschland. Ein zweiter Friedens-schluß (25. Dec. 1745) sicherte Friedrich den Besitz von Schlesien aufs Neue zu,sowie Ostreich im Frieden von Aachen (18. Oct. 1748) auch die HerzogthümerParma, Piaccnza und Guastalla an den Jnsanten Philipp von Spanien, undeinige Bezirke von Mailand an Sardinien abtretcn mußte. Jetzt war die Fortdauerder östreich. Monarchie gesichert; allein Maria Theresia wollte Schlesien zurück-habcn. In dieser Absicht verband sie sich mit Frankreich, Rußland, Sachsen undSchweden. Nach 7 blutigen Jahren behielt Preußen im hubertsburgcr Frieden1763 Schlesien, und Östreich hatte Gut und Blut vergebens anfgeopfcrt. Jetztzeigte sich in Östreich das erste Papiergeld, Staatsobligalionen genannt, zu derenUmsetzung Kaiser Franz eine Bank errichtete. Nach seinem Tode (18. Aug 1765)ward Joseph II., sein ältester Sohn, Mitregent seiner Mutter in den Erbstaatenund deutscher Kaiser. Besorgt, daß der Mannsstamm ihres Hauses wieder au er-sterben konnte, stiftete Maria Theresia zwei Nebenlinien: das Haus Toscana inihrem zweiten Sohne Peter Leopold, und das Haus Este in der Person des Erz-herzogs Ferdinand. Für solche Abtrennungen entschädigte Maria Theresia denHauptkörper mittelst Einziehung mehrer, von Ungarn an Polen einst verpfändeterStädte, ohne das Lösegeld dafür zu bezahlen, durch Erwerbung Galiziens und Lo-domiriens bei dec ersten Th.-ilung des Königreichs Polen (1772), und durch die