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Ostreich (Gischichte v)rr 1526—1740)
Vermählung mit Marien, der hi'nterlass. Tochter Karls d. Kühnen, 1477 die Nie-derlande. Doch kostete er Maximilian viel Mühe, sich in der Regierung derselben,die er als Vormund s. Sohnes Philipp führte, zu erhalten. Seine Gefangenschaftzu Brügge endigte (1489) ein Vergleich zu seinem Vortheile; doch verlor er dasHerzogthum Geldern. Als er nach s. Vaters Tode (19. Aug. 149.3) deutscher Kai-ser geworden war, trat er seinem Sohne Philipp die Regierung der Niederlande ad.M a x i m i l i a n I. (vgl. d. u. D e u t sch l a n d) erweiterte die Grenzen seiner Erd-länder durch ganz Tirol und andre, besonders bairische Gebiete; auch erwarb er sei-nem Hause erneuerte Ansprüche auf Ungarn und Böhmen. Der wiener Hof be-gann unter ihm der Sitz der Künste und Wissenschaften in Deutschland zu werden.Die Verheirathung s. Sohnes Philipp mit Johanna v. Spanien führte das HausHabsburg auf den Thron von Spanien und Indien; da aber Philipp schon 1509(13 I. früher als s. Vater) gestorben war, so erfolgte die Vereinigung Spaniensund Ostreichs erst nach Maximilians Tode (12. Jan. 1519), indem sein Enkel(Philipps ältester Sohn), Karl I., König v. Spanien (s. Karl V.), zum deutschenKaiser erwählt wurde. Dieser überließ durch die Theilungsverträge von WormS(28. April 1521) und Gent (7. Mai 1540) alle deutsche Erblandcr (die Nieder-lande behielt Karl V. für sich) an s. Bruder Ferdinand. Darauf vermehrteKaiser Karl V. die Zahl der niederländ. Provinzen bis auf 17, und bestätigte ihre,u. d. N. des burgundischen Kreises, von s. Großvater schon beschlossene Einverlei-bung mit dem deutschen Reiche. Ostreich selbst trat seit 1526 in die Reihe dereuropäischen Monarchien ei».- - li.von 1526—1740. Ferdinand!, erwarbnämlich, vermöge s. Vermählung mit Anna, der Schwester des ungarischen KönigsLudwig U., nachdem dieser in der Schlacht bei Mohacz, 1526, das'Leben verlorenhatte, die Königreiche Ungarn und Böhmen, nebst den zu Böhmen gehörendenLändern Mähren, Schlesien und Lausitz. Böhmen erkannte Ferdinanden willig alss. König an. Auch in Ungarn warb er, ungeachtet der gctheiltcn Stimmung derMagnaten und des anfänglichen Glücks s. Gegners, Johann v. Aapolya (vgl. U n-g arn), d. 26. Nov. 1526 durch die Reichsversammlung zum König ernannt undd. 5. Nov. 1527 gekrönt. Aber Zapolya vertraute sein Schicksal dem SultaneSoliman ll. an, und bald stand dieser (1529) vor den Mauern Wiens; nur dieklugen Maßregeln des östr. Feldherrn, Grasen von Salm, retteten die Hauptstadt,und die Reichsarmee nölhigte Soliman zum Rückzüge. 1535 kam ei» Derglcichzu Stande, nach welchem Joh. v. Zapolpa den Königstitel und die Hälfte von Un-garn, s. Nachkommen aber nur Siebenbürgen behalten sollten. Als Johann ge-storben war, entstanden neue Unruhen, in welche sich Soliman wiederum cinmischte,und Ferdinand konnte den Besitz von Nirderungarn nur durch einen jährl. Tributvon 30,0 :0 Dukaten von dem kriegerischen Sultan erkaufen (1562). Nicht glück?licher war Ferdinand mit dem Herzogthume Würtemberg, welches der schwäbisch?Bund dem unruhigen Herzoge Ulrich abgenommcn und dem Kaiser KarlV. verkaufthatte, durch den es bei der Theilung an Ferdinand gekommen war. Herzog UlrichsFreund, der Landgraf Philipp v. Hessen, benutzte nämlich Ferdinands Verlegenheitim Kriege wegen Ungarn und eroberte durch Unterstützung Frankreichs Würtem-berg, welches Frankreich im Vergleiche zu Cadan in Böhmen (29. Juni 1534) mitder Bestimmung, daß es östrcich. Askcrlehn sein und nach dem Abgänge des würr.Mannsstammes an Ostreich fallen solle, an Ulrich wieder abtrat. Diese Verlustewurden durch die Erwerbung der andern Hälfte von Bregenz, der Grafschaft Then-gen und der Stadt Konstanz nicht ganz ersetzt; dennoch betrugen die Besitzungendes östr. Hauses deutscher Linie 5402 II)M. Ferdinand empfing auch die Kaiser-krone, ale s. Bruder Karl (1556) das Scepter mit der Mönchskutte vertauscht hatte.Ec starb (25. Juli 1564) mit dem Ruhme, das Feststehende im Staate und Lehn-wesen wie in der Kirche geschützt zu haben, 'und hinterließ 3 Söhne und 10 Töchter.
Eon,. - Sex. Siebente Ausl. Rb. V» >1. s 11