168 Ostreich (Gesch. von i282—1526)
1356) für dessen Sohn Johann Heinrich, oder vielmehr dessen Braut, Marga-retha Maultasch, wieder ab. Als Otto und seine Söhne verstorben waren (1344),vereinigte Albrecht II. (der Weise) die gesammtcn östr. Lande, welche noch durchseine Gemahlin, die Tochter des letzten Grafen von Psirt, mit dessen Besitzungen(1324), sowie durch die burgundisch-kyburgischcn Güter (1326) vergrößert wor-den waren. Unter Albrechts 1l. 4 Söhnen (Rudolf, Albrecht, Leopold, Fried-rich) zeichnete sich Rudolf II. (lV.) durch die Vollendung der Stephanskirche,durch die Errichtung eines Collcgiatstifts und der hohen Schule zu Wien (1365)aus; er starb zu Mailand (1365) kinderlos, vor ihm der jüngste Bruder, Fried-rich; und 1379,,theilten sich die beiden Hinterbliebenen also, daß Albrecht 111.(mit dem Zopfe) Ostreich nahm und alle übrige Lander seinem Bruder Leopold 111.(dem Frommen) überließ. Als Leopold hieraus in dem wiederholten Versuche aufdie habsburgischen Besitzungen in der Schweiz bei Sempach (9. Juli 1386), woWinkelri'ed's unsterbliche Thal ihm den Sieg entriß, das Leben verloren hatte,führte Albrecht die vormundschaftliche Regierung über die Lander der unmündigenSöhne seines Bruders. An ihn trat Margaretha Maultasch Tirol ab, nachdemihr einziger Sohn, Meinhard, vermahlt mit Albrechts Schwester, gestorbenwar. Sie behielt bloß einige Schlösser und 6000 Mark Goldes, Baiern aber ent-sagte seinen Ansprüchen gegen die Überlassung von Schärding und der 3 tirolischenStädte Kitzbühl, Ballenderg, Kufstein und einer Summe von 116,000 Gold-gülden. Außer Tirol kamen bis zu Albrechts 111. Tode (1395) noch mehre Gebietean Ostreich. Schon Leopold III. hatte (1365) dem letzten Grafen von Feldkirchseine Besitzungen für 36,000 Goldgülden abgckauft; für 55,000 Goldgüldcn er-hielt Ostreich von den Grafen von Fürstenberg das Bceisgau nebst den StädtenNeuburg, Altbreisach, Kenzingcn und Villingen; der Rest von Krain und der«indischen Mark waren nach dem Tode des letzten Grafen von Göcz, die Graf-schaft Pludenz von einem Grafen Werdenberg, die gräfl. hohenbergischen Besitzun-gen für 66,000 Goldgülden, durch Theilnahme an einem Kriege zwischen Ungarnund Venedig die Stadt Triest (1380) erworben, und die beiden Landvogtcicn in.Ober - und Nieder-Schwaben vom römischen Könige Wenzeslaw dem HerzogeLeopold für 40,000 Goldgülden verpfändet worden. Albrecht II1. und sein Bru-der Leopold lll. hatten zwei Linien, die östrcichische und steiermärkische, gestif-tet, die 78 I. lang fortdauerten. Albrechts III. einziger Sohn, Albrecht IV.,war, als sein Vater 1395 starb, in Palästina. Nach seiner Rückkunft wollte ersich an dem Markgrafen Prokop von Mähren für dessen verübte Feindseligkeitenrächen, starb aber an Gift vor Znaim (1404). Sein minderjähriger Sohn,Albrecht V., ward 1410 für mündig erklärt und vereinigte, als Schwiegersohndes Kaisers Siegmund, die Krone von Ungarn und Böhmen (1437) mit der deut-schen Kaiserkrone (1438). Dieser treffliche Fürst starb aber schon 1439. SeinSohn Ladislaw (Pvsthumus) beschloß 1457 die albrecht. - östr. Linie, deren Länderder steiermärkischen zusielen. Von nun an blieb die deutsche Kaiserwürde ununter-brochen bei dem Hause Ostreich; nur Ungarn und Böhmen gingen durch Al-brechts V. Tod auf einige Zeit verloren, sowie, nach blutigen Streitigkeiten mitden Schweizern unter Kais. Friedrich 111., auch die letzten habsburgischen Stamm-güter in Hclvetien. Dagegen wurden Eilly, Seckingen, Bregenz, Nellcnburg,Sonnenberg und Mcpdberg erworben, und um den Glanz des HauseS zu erhöhen,erlheilte dieser Kaiser ihm die erzherzvgl. Würde. Den zwischen Friedrich undseinen Brüdern, Albrecht und Siegmund, ausgebrochenen Erbstreit, währenddessen der Kaiser in der wiener Hofburg von den Bürgern, die Albrecht ergebenwaren, belagert wurde, endigte des Letztem Tod (Dcc. 1464). Nun trat auchSiegmund seinen Antheil am Erbe des verst. Ladislaw ab, und Friedrich war allei-niger Herr über Östreich Sein Sohn Maximilian erwarb für Ostreich durch die