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Ostreich (Gesch. bis 1156)
mit desii Lande ob der Ens vereinigt (1156), ein Hcrzogthum. Doch begann dieAusbildung desselben zu einem mächtigen Staate erst mit 1282, in welchem dasHaus Hadsburg (s. d.) Ostreich erhielt. Diese Dynastie verband damit nichtnur mehre Lander (den nachmal. östr. Kreis), sondern auch die römisch-deutscheWahlkrone 1438, worauf Ostreich 1453 zu einem Erzherzogthum erhoben ward.Durch den Erwerb von Böhmen und Ungarn (mittelst freier Wahl 1526) stieg eszu dem Range einer europäischen Monarchie. Das Haus Ostreich - Lothringenbehauptete diesen Rang im aachner Frieden 1748, befestigte die Einheit seinerStaatenmasse durch die Erhebung der Monarchie 1804 zu einem Erbkaiser-thum, und machte seine Würde als eine der Ausschlag gebenden europäischenHauptmächte geltend, vor, auf und seit dem wiener Congresse 1815. — A) AlteGeschichte bis 982. Seit die Römer, 33 n. Ehr., die Noriker bezwungen unddie Donau besetzt hatten, gehörte das Land nördlich von der Donau, nach denböhmischen und mährischen Grenzen hin, zu dem Reiche der Markomannen undQuaden; ein Theil von Niederöstreich und Steiermark gehörte, nebst Wien (Vin-<IuI>vna), einer römischen Municipalstadt, zum obcrn Pannonien; das übrige nebstÄärnthen und einem Theilc von Kram bildete einen Bestandthcil von Noricum;Görz gehörte zur römischen Prov. Jllyricum, und Tirol war ein Theil von Rhä-tien. Die Völkerwanderung zerriß diese Grenzen. Bojer, Vandalen, Heruler,Rugier, Gothen, Hunnen, Longobarden und Avaren wechselten hier im Laufe d.5. und 6. Jahrh. ihre Wohnplätze, bis seit 568, als die Longobarden in Ober-italien ihr Reich aufgerichtet hatten, der Ensfluß die Grenze zwischen dem deut-schen Volksstamme der Vajuvarier, welchen das Land ob der Ens gehörte, undden von Osten her an diesen Strom nachgerücktcn Avaren bildete. An der Mur,Save und Drave erschienen aber bereits seit 611 die Wenden, ein slawischerVolksstamm. Als in der Folge (788) nach der Auflösung des HerzogthumsBaicrn (s. d.) die Avaren über die Ens gegangen und in die fränkischen Graf-schaften im Baicrlande eingefallen waren, schlug sie Karl d. Gr. 791 bis an dieRaab zurück und vereinigte das Land von der Ens bis an den Einfluß der Raabin die Donau (Land unter der Ens) mit Deutschland u. d. 9k. Avarien oder östlicheMark, Uardiirr orientale oder Austria, woraus im 10. Jahrh. (zuerst in einerUrkunde Ottos lll. 996) Ostirrieli! oder Ostreich wurde. Karl schickte Eolonisten,mehrenthcils Baicrn, in die neue Provinz, welche er durch einen Markgrafenregieren ließ, während der Erzbischof von Salzburg die Aussicht über alles Kirchen-wesen in derselben führte. Avarien bildete seit dem Theilungsvcrtrage von Verdun(843) die östliche Grenzprovinz des deutschen Reichs. Durch den Einfall derUngarn in Deutschland kam cs (900) in deren Besitz, bis Kaiser Otto I. in Folgedes Siegs bei Augsburg (955) einen großen Theil dieser Provinz wieder an seinReich brachte. Bald wurde sie durch die Kraft und Klugheit der ihr VorgesetztenMarkgrafen in ihrem ursprünglichen Umfange mit Deutschland aufs Neue vereinigt,und ihre Grenze unter Kaiser Heinrichs III. Markgrafen Albrecht l. (dem Sieg-reichen) 1043 bis an die Lcytha erweitert. L) Ostreich unter dem Hause Baben-berg; bis 1282. Das Markgrafthum Ostreich war von 982—1156 in demGeschlecht« der Grafen v. Babenberg (Bamberg), doch nicht nach dem Rechte derErstgeburt, sondern nach der Wahl des Kaisers, erblich gewesen. Auch kommenschon 1096 Landstände von Ostreich in Urkunden vor. Nach der AchtserklärungHeinrichs des Stolzen (Herzogs von Baicrn und Sachsen) erhielt Markgraf Leo-pold V. von Ostreich vom Kaiser Konrad 1138 das Herzogthum Baiern; als aberLeopolds Sohn, der Markgraf Heinrich, m. d. Beinamen Ja-so-mir-Gott, dasselbezu Regensburg (1,156) an Heinrich den Löwen wieder abgetreten hatte, wurde diebisherige Mark Ostreich unter der Ens durch die Mark ob der Ens vergrößert undbeide zu einem Herzogthume mit gewissen Vorrechten erhoben. Unter demselben