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8 (1830) O bis Q
Entstehung
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Dstia

reich an Getreide und Rappsaat; es führt Pferde, Rindvieh und gemästete Ganseaus. An den Küsten ist beträchtliche Fischerei, auch gibt es Austerbänke. DieGewerke beschränken sich auf Segeltuch-, Leinwand- und Lederfabriken, Strumpf-strickerei und Schiffbau in den Städten. Seit 1454 hatte Ostfriesland eigne Gra-fen. Enno VI. ward 1654 in den Reichsfürstcnst>.nd erhoben. Mit dem FürstenKarl Evuard oder Edzard erlosch 1744 das fürstl. Haus, und Preußen nahm zu-folge der dem Kurhause Brandenburg vom Kaiser Leopold 1694 ertheilten An-wartschaft von dem Lande Besitz, obgleich Kur-Braunschweig, unter Berufungauf eine schon 1691 mit den Fürsten von Ostfriesland abgeschlossene Erbverbrü-derung, feierlichen Widerspruch dagegen erhob. Nach dem tilfiter Frieden theilteNapoleon das Fürstenthum, nebst den Herrschaften Jever und Kniphausen, demKönigreiche Holland zu, mit welchem es 1810 Frankreich einverleibt wurde. 1813kam Preußen wieder in den Besitz dieses Landes, und trat dasselbe 1815 auf demCongresse zu Wien an Hanover ab. Hauptst. Aurich. Auf der Insel Norderneyist ein Seebad. Über Emden (s. d.)vgl. F. Arend's „Ostfriesland und Jever,in geograph., statist. und besonders landwirthschaftl. Hinsicht" (Emden 1820, 3Bde.); T. D. Wiarda's (starb 1826) „Ostfriesische Geschichte bis 1813" (Bremen,10 Bde.).

Ostia, an der Mündung der Liber, von wo einst Rom seine seewärts ein-gehenden Bedürfnisse erhielt, und gefeiert durch Virgil's Gesänge und die Sage,welche Äneas dort landen ließ, ist jetzt eine bischöfliche Stadt (wenn man einschmutziges Nest, das Sixtus lV. und Julius H. mit tüchtigen Bollwerken umge-ben haben, und einen bischöfl. Palast nebst einer Kirche darin, eine Stadt nennenkann), die wegen ihrer Pestluft im Sommer von etwa 10 Menschen, im Winterhöchstens von 100 bewohnt wird. Von dem alten Ostia, das nur noch durchTrümmer erkennbar ist, liegt das heutige eine Viertelmiglie entfernt, landeinwärts.Damals, als cs 80,000 Einw. zählte, umgab es den Strom, der dort ein Kniebildet, im Halbkreis. Ostia war niemals selbst Seehafen, sondern nur die unbe-festigte Strombucht, in der seit Ancus Marcius bis zu den letzten Zeiten der Re-publik die römische Flotte vor Anker lag. Daher war es Seeräubern möglich, dieseFlotte mitten in Ostia zu überfallen und zu plündern, was Cicero in der Rede fürdas Manil. Gesetz 12 so bitter rügt. Späterhin versandete diese Strombucht so,daß schon zu Strabo's Zeit nur erleichterte Schiffe stromaufwärts gehen konnten.Kurz vor Ostia trennt sich die Tiber in zwei Arme, welche die heilige Insel umfan-gen; der rechte Arm scheint wegen seines geradem Laufes weniger zu versanden.Claudius und Trajan bauten daher, um die Stadt sicherer zu versorgen, am rechtenArm der Tiber einen Hafen, jetzt Porto genannt, dessen Aufblühen den gänzlichenVerfall des einst so bedeutenden Ostia hcrbeiführte. Schon um 420 n. Chr. be-schreibt Rutilius Numatianus Ostia als unzugänglich, und Procop („De belloOorli.", I.Bd., S.26) nennt es zu seiner Zeit (um die Mitte des6.Jahrh.) völligzerstört. Mit dieser Vernachlässigung mag die Ungesundheit zugenommen haben,welche benachbarte Salinen, die schon Ancus Marcius angelegt hatte, und jetztkaum kenntliche Wasserleitungen, sowie ein anstoßender Sumpf vermehren muß-ten. Einfälle der Saracenrn, die auch die wenigen übriggebliebencn Einw. fort-während belästigten, zwangen zur Befestigung des heutigen Ostia. Durch Ra-fael's berühmte Darstellung ist die Seeschlacht zwischen den Neapolitanern und Saraccnen unter Leo lV. aus jener Periode der Plünderung vorzüglich bekannt gewor-den. Nach mancherlei Unfällen wurde das Schicksal Ostias erst durch Julius II.1497 gesichert, obgleich auch späterhin es oft Corsarcn preiSgcgeben gewesen seinsoll. Neuerdings haben die reichlich belohnten Nachgrabungen, die zuerst ein Por-tugiese, Don Diego de Norogna, vornahm (1783), dann Volpato, Hamilton1788, Fega 1796, und spätere, welche Sickler's und Rcinhardt's „AlmanachCo,:v.-Lex. Siebent« Auf!. ,^d. VIN. f 10