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8 (1830) O bis Q
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146
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146 Ostiaricn Ostindische Compagnien

aus Rom", 2. Bd., S. 239, verzeichnet, die Aufmerksamkeit einem Platze zuge-wandt, der von den Jagdliebhabecn niemals vergessen war. 19.

Ostiaricn, s. Ordination.

Ostindien, s. Hindostan und Indien.

Ostindiensah rer, große Handelsschiffe, welche von den europ. nachOstindien handelnden Compagnien ausgerüstet werden, und gewöhnlich größer alsFregatten von 40 Kanonen sind, aber nur 20 Stücke (9 - und 6 - Pfänder) führen.

Ostindische Compagnien. Seit den frühesten Zeiten sind die Han-dclsspeculationen der Europäer auf eine unmittelbare Verbindung mit Ostindienhingerichtet gewesen. Bekanntlich hat zuerst das arabische Weltreich und dessenmerrantilischc Größe, dann spater die Herrschaft der Perser und Türken den Weggesperrt, auf welchem die kürzeste Straße nach Hindostan führt. Der schlauenHandelspolitik der Italien. Republiken gelang cs nicht, diese Hindernisse ganz zuumgehen, und selbst der venetianische Handel mit Indien bei aller seiner Ausdeh-nung war in keiner Beziehung ein direkter zu nennen. Nachdem nun die Türkendurch die Eroberung von Konstantinopcl in Europa und durch die Eroberung vonÄgypten in Afrika Wurzel gefaßt hatten, und der Walt der Barbarei, welcher un-fern Weltthcil von Indien trennt, um so fester gegründet war, mußte sich allerUnternehmungsgeist der christlichen Kaufleute auf die Auffindung eines direktenWeges nach jenem Handelslande wenden. Der Westen von Europa wurde vonder Herrschaft der Saracmcn befreit; der im Kampfe mit den Ungläubigen langegeübte kriegerische Geist der Völker brauchte Nahrung; der große portugiesischePrinz Heinrich, der Seefahrer genannt, hatte ihn auf den Occan hingewiesen, undnoch kein halbes Jahrh. seitdem schmachvollen Verluste Konstantinopcls war verflos-sen, alS Vasco da Gama 1498 an der malabarischcn Küste von Hindostan landete,und sich der glückliche Kampf der Portugiesen dort jenseits des Meeres crncuete.So gerieth der ostindische Handel auf ein Jahrh. fast ausschließend in die Hände derPortugiesen: das goldene Zeitalter dieses Volks. WasAlfonsoAlbuquerque, Nunoda Cunha und Franciscus Laverius, jene mit ritterlichen, dieser mit geistlichen Waf-fen vollbracht, wird noch die spateste Nachwelt bewundern. SO Iahce hindurch, nach-dem sich der Landweg der indischen Erzeugnisse über Venedig, Genua und die Hanse-städte mehr uno mehr verschlossen hatte, war Lissabon das eigentliche Indien für denNorden von Europa; Engländcrund Holländer bezogen von dorther cdrr von portug.Kaufleutcn in Antwerpen ihren Bedarf an indischen Spezereien. Auch Venedig sahsich durch dieNiederlage seiner Haudclsfrcunde, der Saracenen, und durch die kriege-rische Größe der Portugiesen verdrängt. Als aber Philipp II. 1580 Portugal derspanischen Monarchie cinverleibte, und bald darauf seinen Krieg mit England unter-nahm, dem ec die Häfen seines Reichs verschloß, wurde das britische Bedürfniß derindischen Gewürze nach den Niederlanden verwiesen. Die Holländer benutzten diesenUmstand und steigerten den Pfefferprcis aufs Dreifache. Aber die Widersetzlichkeitder Niederländer gegen das spanische Joch bewog Philipp ll. zu einer entscheidendenMaßregel auch gegen den holländischen Handel ; die Wegnahme ihrer Schiffe imHasen von Lissabon nöthigte die Holländer, an eine unmittelbare Verbindung mitIndien zu denken, und jetzt blieben auch die Engländer nicht zurück. So geschahes in dem letzten Iahrzchcnd des 16. Jahrh. fast gleichzeitig, daß sich in Englandund Holland die ersten Keime jener großen Handclscorporationen, die wir Han-dclscompagnien nennen, bildeten, — unterschieden von der Hansa und allen frü-hem Verbindungen dieser Art dadurch, daß nicht politische Körperschaften, Städteoder Gemeinden in Person, sondern bloße Privatleute mit Gelbe (veräußerlichenAktien) zu Erreichung eines gemeinschaftlichen HandelSzweckeS zusammentraten;ferner dadurch, daß ihre Rechte und Privilegien von der Staatsgewalt ein für alleMal erkauft, während diejenigen der altern Handlungsbünde in und mit ihren